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Organ (1996)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 13.02.2006, seitdem 920 Mal gelesen



Tokio 1996, im Untergrund arbeiten illegale Organhändler, in deren Hände auch ein ermittelnder Polizist fällt. Sein Bruder sucht den vermissten Officer und gerät an die einäugige Yoko und ihre Handlanger des blutigen Geschäftes. Eines ist bereits nach wenigen Minuten klar, nämlich, dass "Organ" ein äußerst blutiger Metzelfilm ist, der im Zweifelsfall in der Erzählweise etwas unübersichtlich wird, doch nie bei seinem immensen Goregehalt Abstriche macht. Zumindest unter diesem Gesichtspunkt reiht sich dieser Sicko in der Nähe von "All Night Long" ein, gelegentlich meint man sogar, Fei Fujiwaras Rolle in "Tetsuo" habe sie in dieser Drehbuch- und Regiearbeit so manches Mal inspiriert. Besonders in einem zweiten Handlungsstrang, der die dubiosen Experimente eines Biologielehrers aufzeigt, die er im Hinterzimmer durchführt. Während das Szenario bei den mehr oder weniger kontrollierten Organentnahmen noch an ein Schlachthaus erinnert, gerät hier später einiges in Richtung "Mermaid In A Man Hole" und beginnt, schleimig und mehrfarbig aus abstrusen Geschwüren zu spritzen. Wie man denkbar viele Spezialeffekte mit teils gelungener Ekelwirkung in einem Film unterkriegt, wird hier eindrucksvoll demonstriert, eingebunden in eine dreckige Kulisse und eine Reihe verkommener, kranker Charaktere. Ein rein platter Splatterfilm ist es hingegen gewiss nicht, dafür ist das Drehbuch zu komplex und fordert vom Zuschauer ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit, um der Inszenierung stets zu folgen. Die überwiegend overactenden Schauspieler nehmen aus manch herber Szene die ganz üble Brutalität heraus, gleiches gilt für die mutierenden Halbtoten mit ihren fantastischen, doch nicht unbedingt erschreckenden Wunden. Gut gelungen ist der Verbleib des entführten Cops, der mittlerweile ohne äußere Gliedmaßen in einer Box mit einer Schlingpflanze verwächst oder auch eine surreale Traumsequenz, in der sich eine Frau aus einem Kokon schält. Die Sichtweise auf den Herren im weißen Kittel ist die des Saubermanns, der im Hinterzimmer umso perverser zur Sache geht, doch nicht der übliche Mad Scientist, der einfach durchgedreht scheint. Um die beiden herum braucht man gewiss keinen Lichtblick zu suchen, kein einziger mit weißem Kragen oder reiner Weste, kein Ort der Schönheit oder des Glücks. Es sei denn für die, die so manchen OP-Szenen in der dunklen Höhle einer Bruchbude etwas abgewinnen können. Passend dazu fällt der Soundtrack aus, der bei Downtempo-Synths beginnt und bis zu treibendem noisy Industrial reicht, nur leider manchmal etwas leise ist. Gehört in jede Asia-Sicko-Sammlung, die an quantitativer Gewaltdarstellung ausgerichtet ist.

Fazit: Die programmatische Schlachteplatte, wie es der Titel schon ankündigt. Die Story dahinter ist für den Inhalt recht sperrig, doch interessant umgesetzt. 7/10 Punkten


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