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Harry Brown (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 26.04.2010, seitdem 882 Mal gelesen



Aufgrund zunehmender und immer dreister werdender Jugendkriminalität und machtloser Polizei erkennen zwei britische Rentner ihr Stadtviertel nicht wieder. Einer der Beiden hat gar Todesangst und traut sich kaum aus dem Haus. Nachdem er eines Tages tatsächlich einem Mord zum Opfer fällt, nimmt sein Rentner-Kumpel Harry Brown (Caine) das Gesetz in die eigene Hand und räumt gehörig auf.

Abgesehen von den düsteren, hardass-igen Bildern, der grimmigen Stimmung und der unverblümten Gewaltdarstellung hat "Harry Brown" nicht viel zu bieten. Die Erzählung ist Mumpitz und reiht mit voranschreitendem Filmverlauf immer mehr absurde Unwahrscheinlichkeiten sowie unglaubwürdige Elemente aneinander, zieht sich irgendwann sogar urplötzlich dümmliche Wendungen aus dem Hut (Barkeeper).

Das ist alles zu schlecht konstruiert, um als Abbild einer Realität wahrgenommen werden zu können. Bis auf die stillen Szenen am Anfang, welche Harry Browns Befindlichkeiten darstellen, hat der Film nichts anzubieten.

Vor allem wundert man sich doch, warum die britische Presse diesem Werk eine Relevanz attestiert. Zwar werden Kriminalisierung und Quasi-Ghettoisierung ärmerer Stadtviertel sowie die Überforderung der Polizei thematisiert. Doch in seiner Dummheit hinterfragt "Harry Brown" nicht die sozialen und gesellschaftspolitischen Ursachen dieser Entwicklung und bietet auch keine nachhaltigen Lösungsunsansätze an. Sein Protagonist hat auch bloß eine Reaktion auf diese Entwicklung parat: Mit dem "menschlichen Abschaum" aufräumen, weil die Staatsmacht dazu unfähig ist! Dabei bildet "Harry Brown" wohlgemerkt keine reflektierte und mahnende Abhandlung darüber, wie staatliche Missstände einen Menschen in Verzweiflung und Selbstjustiz treiben können (so wie beispielsweise "El secreto de sus ojos"), sondern erzählt eine stupide, einseitige und reaktionäre Geschichte. Ebenfalls als Auseinandersetzung mit unserer Rezeption von Gewalt (die manche hier hinein interpretieren zu müssen glauben) taugt "Harry Brown" herzlich wenig.

Ach ja, und Filme, die die wunderbare Emily Mortimer sinnlos verbraten, sind eh Müll.


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