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Harry Brown (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 07.11.2010, seitdem 714 Mal gelesen



Den Jugendlichen in England fällt einfach nichts Gescheites mehr ein. Saufen, Koksen, Rentner zu Tode prügeln – die Kinder haben doch nur Flausen im Kopf. Da die örtliche Polizei zu laissez-faire mit den jugendlichen Vandalen umspringt, muss Rentner und Kriegsveteran Harry Brown (Michael Caine) den Tod an seinem besten Freund selbst rächen…

Wer die Kids in EDEN LAKE bereits fies fand, sollte sich warm anziehen. In HARRY BROWN wird in Sachen abstoßender, juveniler Abschaum noch ordentlich eins drauf gesetzt: vernarbte Junkies, die Revolver als Crackpfeife benutzen, durchgeknallte Dealer, die ihre Fickfreundinnen schulterzuckend mit 'ner Überdosis krepieren lassen, junge Schläger, die ihre wehrlosen Opfer anpissen… – Oh Gott, es stimmt, die Welt ist sooo schlecht und die Jugend verdorben bis aufs Mark! Einseitige und stereotype Darstellung hin oder her, wir brauchen einen Racheengel, der Anstand und Moral verkörpert. Heureka, hier kommt der alte Knacker Harry Brown! Und in der Tat gibt Harry, gespielt von dem erhabenen „Sir“ Michael Caine (zuletzt in BATMAN BEGINS und DARK KNIGHT als Alfred) einen überaus gediegenen Racheengel ab, der mit seiner Null-Toleranz-Politik gegenüber Schlägern und Rumtreibern ordentlich Pluspunkte vom bibelfesten, Moral liebenden Publikum erntet. Kein Wunder: Wer als ein schwacher, alter Mann wäre wohl repräsentativer für die stumme, sich nicht zu Helfen wissende und vor Angst gelähmte Masse?
HARRY BROWN lehrt uns jedenfalls einmal mehr, dass Selbstjustiz vollkommen okay ist. Bei der Rache sind dann auch alle Mittel erlaubt, solange man sich nicht vollends auf das Niveau der Bösen herablässt. Wer also auf Pseudo-Moral steht und auch schon mal von einem Rowdy schief angeguckt oder sogar angerempelt wurde oder wem doch tatsächlich in der Grundschule von einem Fünftklässler das Pausenbrotgeld gestohlen wurde, ist hier goldrichtig. …Ne, Quatsch beiseite: Dramaturgisch ist der Streifen klasse aufgezogen, die schauspielerischen Darbietungen sind mehr als überzeugend, der Film ist von Anfang bis Ende spannend und ja, er schneidet ein brandaktuelles Thema an, das derzeit alle Gemüter erhitzt, bislang nur fassungsloses Kopfschütteln als Antwort bekommt und in Zukunft zu einem noch viel ernsterem Problem heranwachsen wird. Zumindest im Ausland. Bei uns ist ja Gott sei Dank alles Friede-Freude-Eierkuchen.

Fazit:
Ein Rentner sieht rot! Der Selbstjustiz-Thriller für alle Pädagogen mit Burnout-Syndrom. Sarrazin wäre stolz auf euch!


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