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Harry Brown (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 18.11.2010, seitdem 679 Mal gelesen



Zwei Dinge haben mich dazu bewogen, in der Videothek nach diesem Film zu greifen: 1) Hauptdarsteller Michael Caine, der eigentlich immer ein Garant für gehobenes Schauspiel ist und 2) ein kleiner Vermerk auf dem Cover: "Englands Antwort auf Gran Torino", und jenes Clint Eastwood-Werk finde ich phantastisch.Und man findet tatsächlich Parallelen, auch wenn nur oberflächlich. In beiden Filmen geht es um einen Rentner, der sich mit Jugendlichen rumschlagen muss. Beide waren mal in der Armee (aber wer war das nicht, sogar ich *zwinker*), beide sind noch rüstig, verlangen vom Leben nicht mehr allzuviel und wollen eigentlich nur ihre Ruhe haben. Doch da hört es mit den Gemeinsamkeiten auch schon auf. Denn Harry Brown hat weder eine gemütliche Veranda, auf der er ein Bier zischeln könnte, er hat auch keine Perle von Auto in der Garage, keine Familie, die ab und zu vorbeischaut, keine Knarre im Keller und auch keinen schwarzen Humor. Er ist einfach ein alter Mann, der seine verstorbene Frau vermisst, der versucht in alltäglichen Ritualen das Leben hinter sich zu bringen und dessen einzige Freude das abendliche Ale im Pub und ein gelegentliches Schachspielchen mit seinem Rentnerfreund Leonard (David Bradley, der Hausmeister Filch in Harry Potter) sind.

Wenn da nicht diese verfluchten Halbstarken überall rumpöbeln würden. Die machen allen in der Londoner Plattenbausiedlung das Leben schwer, klauen, prügeln, verchecken Drogen und fuchteln mit Waffen rum. Und so kommt es wie es kommen muss - eines Tages wird es dem alten Opa zuviel. Allerdings nicht Harry Brown, sondern sein Freund Leonard versucht, sich gegen die Drangsalierungen der Gang zu wehren, und bezahlt dafür mit seinem Leben. Und da setzt es bei Harry aus.

Weniger cool als Eastwood, aber ungleich realistischer portraitiert Michael Caine den alt gewordenen Ex-Soldat, der gezwungenermaßen auf Eingedrilltes zurückgreift, um den jugendlichen Gangstern zu zeigen, wie es ist, dem Falschen dumm zu kommen. Mit ihren eigenen Waffen (wörtlich gemeint) räumt er unter ihnen auf, immer in Notwehr, aber konsequent, bis er dem überraschenden Gang-Boss gegenüber steht. Die Trostlosigkeit der Umgebung und die fühlbare britische Kälte tun ihr Übriges, um aus diesem Selbstjustizdrama eine Perle des anspruchsvollen Actionfilms zu machen.

Kein Film Noir, eher ein "Film Gris" - grau, realistisch und gefühlskalt trist in Bild und Inszenierung. Dazu das Debut des Regisseurs Daniel Barber - Hut ab.

Aber sicher nicht jedermanns Geschmack - Gott sei Dank...


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