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Harry Brown (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 06.05.2011, seitdem 635 Mal gelesen



Selbstjustizstreifen waren gerade in den 70er und 80er Jahre gross in Mode, so war es Charles Bronson der mit dem Gesindel kurzen Prozess gemacht hat. Nun im Jahr 2009 greift Regiesseur Daniel Barber diese Thematik wieder auf und schickt Michael Caine in den Kampf gegen das Gesindel Englands und auf seinen eigenen Rachefeldzug.

Harry Brown ist ein Rentner im gehobenen Alter... er verbringt den Tag damit, seine schwer kranke Frau Kathy im Krankenhaus zu besuchen und mit seinem einzigen Freund Lennard Schach zu spielen. Gemeinsam muessen die beiden mit ansehen wie die Stadt langsam den Bach herunter geht und die Gewalt der Jugendlichen immer bedrohlicher wird. So werden Männer auf öffentlicher Strasse verpruegelt, Frauen erschossen und die Drogendealerei floriert an allen Ecken und Enden.
Als eines Tages Harrys Frau an ihrer Krankheit stirbt und sein bester Freund Lennard von einer Jugendband getötet wird versinkt er in tiefer Trauer. Als er merkt das die Polizei keine grosse Hilfe darstellt und er in Notwehr einen jugendlichen Drogenjunkie tötet wächst in dem Ex-Royal Marine der Wunsch nach Rache... er will denjenigen umbringen der ihm seinen letzten Freund genommen hat. Also besorgt sich Harry eine Waffe  und startet seinen Ein-Mann Feldzug gegen die Gangster.

In den letzten Jahren ist so mancher Film welcher die Thematik der steigenden Gewalt in Grossbritanien zeigt, abgedreht worden. FIlme wie This is England, Outlaw oder einige Hooligan Filme der letzten Jahre zeigen dies ganz offen. Das Rache Thema wurde dabei auch schon zum teil angebracht, man muss aber klar sagen das " Harry Brown" dies wohl am besten vermittelt.
Schon die zu Beginn  in Handyaufnahmen gezeigten Sequenzen zeigen in welcher gewaltätiger Zeit dieser Film spielt.
So wird aus Spass auf Menschen geschossen und Menschen werden auf offener Strasse verpruegelt. Die Szenen wirken dabei nie gekuenselt und sind dabei schonungslos und realitätsnah.
Die Szenen aus Harrys Altag welche die Trostlosigkeit seines Lebens zeigen, wirken wie ein ruhiger Kontrast zu dem ganzen aber vermitteln die Hoffnungslosigkeit auf Besserung und ein gewisses Mass an Resignation. Michael Caine der auch schon 75 Jahre auf dem Buckel hat spielt hier ausgezeichnet und die transfomation seiner Figur wirkt den ganzen Film ueber glaubwuerdig. So kann der Mord den er in Notwehr bei einen Ueberfall begeht als Wendepunkt seiner Figur sehen welche sich  von fortan gegen das Uebel zur Wehr setzt. Niemals ins unrealistische abschweifend spielt er von nun an den Rächer der nicht gerade zimperlich umgeht mit seinen Widersachern. Mit gewissen Charme und einiger Coolness versehen ist er dabei aber stehts auf dem Boden und hebt nicht ab ins kitschige.
Auch sehr gut ist, das beruecksichtigt wurde die Figur des Harry Brown nicht mehr die juengste ist und daher auch mit den gebrächen seines Alters fertig werden muss, wodurch er niemals zu einem unverwundbar scheinendem Helden wird, wie es leider viel zu oft der Fall ist in Filmen dieser Art. So ist auch das mitfiebern beim Zuschauen gegeben, da er zwar durch seine Ausbildung beim Militär eine Vorteil hat gegenueber den Jugendlichen, ist sein Alter ein klarer Nachteil.
Die Action ist in dem Film gut inszeniert und sparsam aber effektiv eingesetzt und fuer einen 16er ist der blutgehalt recht anständig.  Ausserdem sind die Schauplätze der Actionszenen gut gewählt und vorallem der Drogenunterschlupf ( inklusive Marihuanaplantage) wissen zu gefallen.
Darstellerisch spielt Michael Caine klar in einer anderen Liga als der Rest des Essembles. Dabei neigen einige der Jugendlichen zu etwas overacting was mich ein bisschen gestört hat... aber naja so war ich auch froher wenn Harry ihnen dann den Gar ausgemacht hat. Emily Mortimer die als ehrgeizige Polizisten zu sehen ist macht ihre Sache jedoch ganz gut.

Fazit:
Harry Brown ist mehr als nur einer der Filme, der im Fahrwasser der Selbstjustizstreifen schwimmen will und dies auch auf keinen Fall tut.
Durch gute Atmosphäre, einem spannenden Plot und einem Herrausragenden Michael Caine mehr als nur einen Blick wert.
Zwar kommt der Film nicht ganz an den Klassiker " Death Wish" heran, jedoch weit entfernt ist er nicht .

8 von 10 Punkte


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