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Phantom Raiders - Tod dem schwarzen Skorpion (1988)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 27.06.2010, seitdem 369 Mal gelesen



Kaum zu glauben, dass man gleich zwei Regisseure brauchte, um den unfreiwillig komischen "Phantom Raiders" in Szene zu setzen. Für Dan Harvey und Sonna Sanders war es das erste- und gleichzeitig das letzte Mal als Regisseur, verständlich nach Sichtung dieses Actionschundes.

Der hochdekorierte US-Colonel Marshall (Mike Monty) ist zum Vietcong übergelaufen. In einem geheimen Lager mitten im Dschungel bildet er Kämpfer aus. Eine US-Aufklärungseinheit nimmt er gefangen und in sadistischen Spielen hinrichten. Auch ein Fotograf mit seiner Kollegin verschlägt es in das Gebiet. Der Fotograf wird von Marshall ermordet, doch seine Kollegin kann die Fotos der US-Regierung zuspielen. Python Lang (Miles O´Keeffe) wird mit der Angelegenheit betraut. In Windeseile bildet er drei ehemalige Vietnamveteranen zu Ninjas aus, zusätzlich ist noch Marshalls Sohn mit von der Partie. Zusammen treten sie in Vietnam gegen eine Übermacht von Gegnern an.

Schon während der Titelmelodie wird hier geschossen was das Zeug hält. Die Aufklärungseinheit duelliert sich mit Marshalls Kriegern und zieht dabei den Kürzeren. Da fragt man sich schon was die Aufklärungseinheit in Vietnam zu suchen hat, doch kurze Zeit später taucht ein Fotograf in weissen Klamotten beim Camp auf. Ganz unauffällig macht er einige Bilder vom Lager, um kurze Zeit später samt seiner Assistentin durch den Dschungel gejagt zu werden. Natürlich ist der Typ ein amerikanischer Patriot und lässt sich lieber erschießen, bevor er irgendwelche Infos preisgibt. Trotz blutiger Hinrichtungen kann man "Phantom Raiders" in keiner Szene ernst nehmen, ausserdem lässt die Qualität der Action von Anfang an zu wünschen übrig. Alleinig die Zweikämpfe zu Beginn, der Verlierer wird in angespitzte Stöcke gedrückt, können einigermaßen überzeugen. Doch gerade die Jagd nach dem Reporter zeigt, was für Stümper sich in Marshalls Einheit befinden. Doch das eigentlich Geschehen geht erst ab Minute zwanzig los, denn da darf Python Lang zum ersten Mal auftreten. Und der ist mit allen Wassern gewaschen. Am liebsten verkleidet er sich als Ninja mit Netzstrumpf auf dem Kopf. Zur Unterstützung bekommt er Marshalls Sohn an die Seite gestellt, doch er braucht noch drei Söldner, um eine Einheit zu formen.

Und dieses Trio ist der absolute Witz. Anscheinend ehemalige Vietnamveteranen, locker Mitte fünfzig mit Voll- oder Schnauzbart. Die werden sogar von ein paar kleinen Dealern verarscht und bekommen nun den Schnellkursus in Ninjitsu. Danach kann man meterhoch durch die Luft springen, dabei noch einige Saltos schlagen, Morgensterne oder Messer verfehlen nie ihr Ziel und jeder Schuss sitzt. Allein die Ausbildung ist eine einzige Lachnummer und mit Beginn der zweiten Halbzeit werden die "Phantom Raiders" dann ins Gefecht geschickt. Gedreht wurde auf den billigeren Philippinen und dort scheint man eher in einem Steinbruch oder normalen Laubwald gedreht zu haben. Aber darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an, denn die gesamte zweite Filmhälfte ist eine einzige Actionszene. Mittels Guerillataktiken werden die Gegner drastisch dezimiert und bei unseren Helden sitzt natürlich jeder Schuss. Nicht nur Schusswaffen kommen zum Einsatz, sondern auch Wurfsterne, Wurfseile, Messer oder Granaten. Es geht ordentlich zur Sache, doch die Qualität bleibt auf der Strecke. Marshalls Leute schießen so schlecht, dass es schon weh tut und werden auch in ganzen Gruppen völlig unspektakulär niedergemäht. So ödet die Dauerballerei schnell an, auch wenn dabei einiges zu Bruch gehen darf. Doch meist erinnern die Explosionen an Silvesterkracher und die Schussgeräusche klingen alles andere als authentisch. Immerhin finden auch kleinere Zweikämpfe ins Geschehen, trotzdem wird das Ganze schnell eintönig. Und neben unseren Helden kann selbst eine Granate explodieren und sie bleiben völlig unverletzt.

Über die grottigen Darsteller will ich gar keine Worte mehr verlieren und über die fast nicht vorhandene Story auch nicht. Die Dialoge sind doof, die Kulissen oft unbrauchbar, der Score eintönig, kurz gesagt hier stimmt so gut wie gar nichts. Trotzdem vermag diese Actionparade einigermaßen zu unterhalten, einige Lacher inklusive. Der Gipfel der unfreiwilligen Komik wird fast erreicht. Für Trashfans eine kleines Sahnestück, dem Rest rate ich dringend ab.


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