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My Soul to Take (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 12.12.2010, seitdem 1302 Mal gelesen



Als Familienvater Abel erkennt, dass er schizophren und der gesuchte Riverton Ripper ist, brennen auch noch die letzten Sicherungen bei ihm durch. Beim Versuch seine Familie auszulöschen wird er von der Polizei verwundet und verschwindet anschließend spurlos.

Seitdem sind 16 Jahre vergangen und die Kids in Riverton begehen den Jahrestag dieser Ereignisse wie sich das gehört, indem man sich ordentlich betrinkt und anschließend ein Ritual zelebriert, dass den Geist des Rippers fĂŒr ein weiteres Jahr im Fluss gefangen halten soll. In diesem Jahr soll Bug (Max Thierot) das Ritual vollziehen, zögert aber, plötzlich taucht die Polizei auf und Pustekuchen war`s mit der Zeremonie.

Kurz darauf liegt auch schon die erste Leiche eines der Kinder, die in der Nacht als der Ripper verschwand, geboren wurden tot im Fluss. Sechs weitere Kids kamen in dieser Nacht ebenfalls zur Welt, Bug ist eines davon.

Ist der Ripper zurĂŒckgekehrt? Womöglich sogar aus dem Jenseits? Oder wandelt jemand nur auf seinen Spuren?

Wes Craven ist zurĂŒck! FĂŒnf Jahre sind seit seinem letzten Film „Red Eye“ vergangen und der große, alte Mann des modernen Horror-Films liefert endlich wieder einen neuen Streifen ab. „My Soul To Take“ heißt das Werk auf das Genre-Fans sicherlich schon lange sehnsĂŒchtig gewartet haben dĂŒrften.

Ob sich das Warten gelohnt hat, muss natĂŒrlich jeder fĂŒr sich herausfinden. Hier sind meine persönlichen EindrĂŒcke.

Der Einstieg mit dem schizophrenen Ripper macht schon mal so richtig Laune auf das was noch kommen mag. Bereits diese ersten Minuten sind sehr temporeich, interessant und auch blutig geraten.

Danach wendet sich das Blatt aber auch schon, denn nach dem Zeitsprung in die Gegenwart und dem Mord am ersten Teenager stellt sich eine gĂ€hnende Langeweile ein. Dies liegt daran, dass der Film nun seinen Focus auf die Leben und Allerweltsproblemchen der sechs Kids legt, die in der letzten Nacht des Rippers geboren wurden. Allesamt sind diese wenig sympathisch, reden Blech ohne Ende und man hofft, dass der Ripper oder wer auch immer bloß schnell kommt und sie endlich killt, bevor sie noch mehr Unsinn verzapfen.

NatĂŒrlich werden die Jungspunde dann nacheinander dezimiert, aber der Kontext in dem dies geschieht ist derart wirr, dass das ganze echt keinen Spaß macht und man eigentlich nur deshalb im Kino sitzen bleibt, weil man wissen will, wer denn nun fĂŒr die ganzen Leichen verantwortlich ist.

Ganz nebenbei stellt sich auch die Frage, wer denn hier das Drehbuch geschrieben hat. Mein erster Gedanke war, dass es sich um einen lobotomierten Schimpansen handeln musste. Etwas ĂŒberrascht war ich dann aber als ich las, dass das Script vom Meister persönlich verfasst wurde – Wes Craven!

Um die Grundidee der Story aufzuzeigen, hole ich hier mal etwas aus. Der ursprĂŒngliche Ripper besteht aus sieben verschiedenen Persönlichkeiten, von denen nur eine böse ist. Genau diese sieben Persönlichkeiten treffen wir 16 Jahre spĂ€ter in Form der Kids wieder. Mit jedem toten Teenie soll dessen Seele auf Bug, den Sohn des Rippers ĂŒbergehen und alle zusammen ergeben dann die Persönlichkeit, oder auch die Seele des Vaters, die in Bug weiterlebt. Diese Idee finde ich persönlich sehr gut, nur kann man sie im fertigen Film kaum erkennen.

Craven mĂŒllt sein Script mit NebensĂ€chlichkeiten sowas von zu, dass die eigentliche Handlung darin fast absĂ€uft und nur an einigen wenigen Stellen noch zum Vorschein kommt. Was man dann sieht ist auf Grund des schlecht ausgearbeiteten Scripts oft unverstĂ€ndlich und wirr.

Aber nicht nur die Hauptstory ist drehbuchtechnisch schwach umgesetzt, auch das eigentlich so ĂŒppige, aber unwichtige Beiwerk ist mehr als schlampig ausgearbeitet. Als Beispiel nenne ich hier mal den schwarzen Jungen, der im Finale den Löffel abgibt. WĂ€hrend des ganzen Films gibt es keine Anzeichen dafĂŒr, dass er blind ist. Dies erfĂ€hrt man erst am Ende. Und woher der Stiefvater kommt, den Bugs Freund angeblich vergiftet hat, erfĂ€hrt man als Zuschauer auch nicht.

Was mich an dieser Stelle so sehr verwundert hat, ist die Tatsache, dass Craven zwar diese sehr gute Grundidee fĂŒr den Film hatte, aber weder in der Lage war, diese strukturiert in ein Drehbuch zu verpacken, noch mit dem Auge des erfahrenen Regisseurs das wesentliche der Story herauszuarbeiten.

Ich habe schon eine Menge von Wes Cravens Filmen gesehen und nahezu alle, zu denen er selbst das Drehbuch verfasst hat leiden an einer Art von mildem Dilettantismus, der sich auf allerlei Weisen aufzeigt. LĂ€cherliche Aktionen, wirre oder gar keine Handlung, dumme Szenen, fast immer Charaktere, die sehr sehr einfach angelegt sind usw. usw.

Kurioserweise hatten fast alle seine Filme aber doch immer irgendetwas Interessantes. Im Fall von „My Soul To Take“ ist dies jedoch nicht allzu viel. Neben dem bereits erwĂ€hnten Einstieg in den Film und der guten Grundidee fallen mir nur noch zwei weitere Szenen ein. Eine davon ist die, als Bug und sein Kumpel in der Schule ĂŒber den kalifornischen Condor referieren. Die andere ist die Auseinandersetzung zwischen Bug und seiner Schwester.

Ein Rat meinerseits an Craven wĂ€re in Zukunft keine eigenen DrehbĂŒcher zu verfassen, denn zu seinen besten Filmen gehören eindeutig diejenigen, zu denen andere das Script verfasst haben.

Was auch auffĂ€llt ist die Tatsache, dass Craven sich hier oftmals selbst zitiert. Einmal gleich zu Anfang, als es so aussieht als ob der ungeborene Bug vom Bauch seiner Mutter aus mit den HĂ€nden nach draußen greifen will und natĂŒrlich die Idee, dass die Seelen von Toten sich neue Körper suchen. Das eine gab`s schon mal in „Nightmare“ zu sehen, das andere griff Craven bereits in „Shocker“ auf.

In der Besetzung der einzelnen Rollen bleibt Craven seiner bisherigen Linie treu. Keine Stars, wenig darstellerische QualitÀt, ausgenommen Max Thierot, der seine Sache ganz gut macht.

Fazit: „My Soul To Take“ knĂŒpft leider nicht an die zuletzt guten Filme (Scream, Red Eye) von Wes Craven an. Trotz seiner guten Grundidee geht der Film bereits nach wenigen Minuten in einem Meer an NebensĂ€chlichkeiten und scheinbar unzusammenhĂ€ngenden Szenen baden. Die lange Wartezeit von fĂŒnf Jahren hat sich leider nicht gelohnt!


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