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My Soul to Take (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 26.11.2011, seitdem 312 Mal gelesen



Es schien fast so, als habe Regisseur Wes Craven (Scream, Nightmare - Mörderische Träume) mit "Red Eye" seinen letzten Film in Szene gesetzt, doch nach knapp fünf Jahren kehrt er zu seinem Lieblingsgenre zurück. Für Fans des Regisseurs nicht unbedingt ein Grund zur Freude, "My Soul to Take" floppte gnadenlos an den Kinokassen, für Craven scheinbar nur eine Fingerübung des Geldes wegen und um für "Scream 4" wieder in Form zu kommen. Eigentlich erwartet uns hier ein typischer Teenie-Slasher, der zumindest Ansätze bei der Story bietet.
So spielt sich der Ursprung der Geschichte im Jahr 1994 ab, wo der schizophrene Abel (Raul Esparza) als Serienkiller "Ripper" entlarvt wird. Obwohl der schwer verwundete Abel während des Transportes ins Krankenhaus spurlos verschwindet, atmet die Kleinstadt Riverton auf. Doch nach sechzehn Jahren scheint der Killer zurück zu sein. Im Mittelpunkt stehen sieben Jugendliche, die in der Nacht als der "Ripper" verschwand geboren wurden. Einer nach dem anderen wird bestialisch ermordet und besonders Bug (Max Thieriot) macht sich Gedanken, denn er ist der leibliche Sohn des "Rippers".

Die Zutaten scheint sich Craven aus seiner eigenen "Scream"-Reihe zusammen geklaut zu haben, denn es lassen sich zahlreiche Ähnlichkeiten finden, man nehme nur mal das lange Finale im Haus, oder zahlreiche Verwirrspielchen bevor die Identität des Killers enthüllt wird. Leider sind ihm dabei keine brauchbaren Charaktere gelungen, nicht mal Loser Bug gelingt es, sich ins Herz des Publikums zu spielen. Dabei wäre der schüchterne Bug der ideale Sympathieträger, welcher in ein hübsches Mädel verknallt ist, Probleme mit der Psyche hat und obendrein noch unter seiner tyrannischen Schwester Fang (Emily Meade) zu leiden hat. Die scheint sich an der Schule eine Art Geschäft aufgebaut zu haben, was jedoch mangels Erklärungen nicht ganz einleuchten möchte. Schulschläger Brandon (Nick Lashaway) und und Bug´s bester Kumpel Alex (John Magaro) der regelmäßig von seinem trinkenden Stiefvater verdroschen wird, sind weitere Randfiguren, welche kaum zur Geltung kommen. Craven macht es uns nicht leicht mitzufiebern, hinzu kommen seltsame Anspielungen auf den Raubvogel Condor. Unklar bleibt, warum Bug und Alex an diesem Tier solch einen Narren gefressen haben. Eigentlich schon zu viele Elemente die den eigentlichen Horror über die Distanz fast verdrängen. Zu selten gelingt Craven eine bedrohliche Atmosphäre, nur bei den wenigen Morden blitzt sein eigentliches Talent auf.

Die bilden auch die Spannungsspitzen des Films und einige flapsige Sprüche des Killers erinnern an alte Zeiten, wo Freddy Krüger noch sein Umwesen trieb. Mäßig blutig lässt ein Teenie nach dem nächsten sein Leben, doch dazwischen herrscht oft eine gähnende Leere, welche keinen ordentlichen Spannungsbogen zulässt. Gelungen ist Craven das Verwirrspiel um die Identität des Killers. Hier gibt es einige Möglichkeiten, sogar die Rückkehr des damals verschwundenen Abel. Die Auflösung vermag dann auch zu überraschen, doch wie üblich bei derartigen Slashern ist das Motiv nicht unbedingt plausibel. Das ordentliche Finale im dunklen Haus von Bug ist aber immerhin ein passabler Abschluss, der wie oben erwähnt ganz klar an "Scream" erinnert.
Ein weiteres Problem von "May Soul to Take" sind mit Sicherheit die schwach agierenden Jungdarsteller. Das größtenteils gesichtslose Junggemüse stellt das typische Slasher-Frischfleisch da, welches aufgrund von mangelnder Mimik und Gestik gerne verheizt wird. Somit ist auch Hauptdarsteller Max Thieriot (Jumper, Der Babynator) einfach zu blass, um richtig zu überzeugen.

Aufgrund der heftigen Kritiken und den grottenschlechten Einspielergebnissen erwartet man hier einen Totalausfall, doch diesen Titel hat "My Soul to Take" dann doch nicht verdient. Die Story bietet zumindest brauchbare Ansätze und dank einiger atmosphärisch inszenierter Morde, sind diverse Längen oft von kurzer Dauer. Im Endeffekt ist der Film im Durchschnittsbereich gut aufgehoben, womit ein Unterhaltungswert durchaus vorhanden ist. Aber Craven kann das deutlich besser, was er ein Jahr später mit "Scream 4" bewies.


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