Ansicht eines Reviews

Buried - Lebend begraben (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 06.11.2010, seitdem 1801 Mal gelesen



Ein Mann, ein Sarg und das totale Schock-Erlebnis für Klaustrophobiker bietet dieser spanische Thriller auf engstem Raum. Rodrigo Cortes hat ein feines Gespür dafür, die Beklemmung audio-visuell umzusetzen, doch sobald man die Gegebenheiten mit ein wenig Vernunft durchleuchtet, scheitert das Projekt auf annähernd allen Ebenen.

Eigentlich war Paul Conroy (Ryan Reynolds) nur als LKW-Fahrer bei humanitären Einsätzen im Irakkrieg tätig, doch nun befindet er sich in einem Holzsarg unter der Erde und ist seinem Schicksal hilflos ausgeliefert.
Nach und nach findet er einige Utensilien wie Handy und Feuerzeug, allerdings auch eine Lösegeldforderung der Entführer, während Zeit und Sauerstoff knapp werden…

Klingt spannend, doch über rund 90 Minuten einzig ein Mann in einem annähernd dunklen Holsarg unter der Erde?
Zunächst funktioniert die simple Prämisse ausgezeichnet.
Paul tastet um sich, versucht die Gegebenheiten zu lokalisieren, brüllt nachvollziehbarerweise die ganze Ausweglosigkeit aus sich heraus, um im Verlauf zynische Züge an den Tag zu legen, denn beschissener kann es für ihn kaum mehr laufen.

Ein funktionierendes Handy, ein Benzinfeuerzeug, Schnaps, eine Taschenlampe, ein Stift und ein Messer, - diese Zusammenstellung kann für den gefesselten und geknebelten Mann kein Zufall sein und tatsächlich gelingt es Paul, einige Zutaten sinnvoll zu kombinieren.
Doch wenn es sich bei den Entführern um Aufständische handelt, warum suchen sie sich ausgerechnet einen unbedarften Trucker als Opfer aus?

Eine Weile grübelt man nicht näher über etwaige Unwahrscheinlichkeiten nach, sondern lässt sich von der hundertprozentigen Klaustrophobie einschließen, nimmt Hoffnungsschimmer ebenso mit wie massive Blockaden seitens einiger Gesprächspartner und wird spätestens sarkastisch, als der Arbeitgeber mit redundanten Bürokratiekram daherkommt, anstatt sich auf die wesentliche Situation zu konzentrieren.
Auch die Telefonate mit Ehefrau und Einsatzleiter im Kriegsgebiet hinterlassen ab und an einen angemessen herben Beigeschmack, der im Zuge der unausweichlichen Situation nur allzu gut ins Bild passt.

Genauer durchleuchtet, mehren sich allerdings zunehmend eklatante Logiklöcher.
Nur einen Meter unter der Erde und keine Möglichkeit mit dem Messer an der Decke zu kratzen? Der Sarg ist dicht und dennoch gelangt eine Schlange hinein? Ein Videodreh mit dem Handy ist kein Problem und die Übertragung trotz regelmäßiger Übertragungsstörungen zum Internet läuft reibungslos? Das Handy lässt sich, trotz Umleitung nicht von technischen Profis orten? Schon zu Beginn klagt Paul über Sauerstoffmangel, aber warum nutzt er ständig und oft ausufernd lange das Feuerzeug?
Fragen, die im Verlauf außen vor bleiben, aber in so geballter Ladung auf einen herein preschen, dass man sich am Ende mehr und mehr von der an sich spannenden Kernsituation verabschiedet. Zumindest innerlich.

Visuell hat Cortes hingegen das Maximum aus dem minimierten Schauplatz herausgeholt. Der gezielte Einsatz von sensiblen Farbfiltern passt da ebenso gut ins Bild wie die sparsame Nutzung der Lichtquellen, der variablen Kamera und dem effektiven Zoom, der die Egoperspektive des Eingeschlossenen adäquat wiedergibt.
Darstellerisch legt Reynolds eine ausgezeichnete Performance hin und zeigt ein paar glaubhafte Facetten, eine Wandlung, die im Zuge der beengten und immer perfideren Situation durchweg nachvollziehbar ausfällt.

Doch im Gesamtbild ist letztlich nicht die konsequent bedrückende Atmosphäre und die damit verbundene inszenatorische Vehemenz ohne Hoffnungsschimmer für das Scheitern verantwortlich, sondern die Umstände, die ein ums andere Mal zum Kopfschütteln animieren.
Durchaus spannend und beklemmend, doch zu wenig durchdacht, um bei genauerem Hinsehen glaubhaft zu wirken.
4,5 von 10


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Maichklang" lesen? Oder ein anderes Review zu "Buried - Lebend begraben (2010)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Maichklang

Zurück


Copyright © 1999-2018 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

806 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Bright (2017)
Black Panther (2018)
Angst über Amerika (2004)
Black Panther (2018)
Most Beautiful Island (2017)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich