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Reine Fellsache (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 10.09.2010, seitdem 866 Mal gelesen



Bauplaner Dan (Brendan Fraser) ist zusammen mit Frau (Brooke Shields) und Sohn Tyler (Matt Prokop) von der Großstadt aufs Land gezogen um dort ein neues Bauprojekt umzusetzen. 

Das anfänglich auf ein Jahr befristete Landleben stößt vor allem bei Tyler auf wenig Gegenliebe und auch sein cholerischer Chef fordert Dan so manches ab.
Als aber die Tiere im Wald erfahren, dass ihr Lebensraum Dan`s Bauvorhaben weichen soll, fangen dessen Probleme erst so richtig. Angeführt von einem Waschbären haben die Tiere Dan als Verantwortlichen ins Visier genommen und dieser ist nun einer Reihe von wenig zimperlichen Anschlägen der Waldbewohner ausgesetzt. 

Angefangen beim harmlosen Psychoterror, den die Vögel ausüben, indem sie die ganze Nacht gegen die Regenrinne picken und so Dan um den Schlaf bringen, bis zu massiveren Attacken der Stinktiere, versuchen die Tiere alles um Dan zum umdenken zu bewegen. 

„Furry Vengeance“ ist einer dieser Filme, die ganz klar für ein sehr junges Publikum konzipiert wurden. Daher dürfte auch klar sein, dass hier kein Geld und Talent darauf verschwendet wurde eine gut durchdachte oder logische Handlung zu entwerfen. Man zimmerte einfach um die Grundanforderungen Spaß, Tempo, knuddelige Tiere, lustiger Hautdarsteller und die unvermeidliche Message ein Drehbuchgerüst, dass mehr schlecht als recht zusammenpasst, aber all dies unter einen Hut bekommt. 

Die so zustande gekommene Story bietet inkl. Finale eigentlich keinerlei Überraschungen hinsichtlich ihres Verlaufs, was man noch gerade so tolerieren könnte, wenn sich da nicht schon von Anfang an wieder eine dieser sülzigen Gutmenschen-Botschaften ankündigen würde. 

Die Gutmenschen-Botschaft ist hier, dass sich Saulus-Dan zum Paulus-Dan mausert und am Ende sogar als Ranger Dan das ganze Getier schützen will, dass ihm zuvor so vehement ans Leben wollte.  

Neben dieser typischen-Klischee Entwicklung stößt mir hier aber vor allem die oberflächliche Öko-Botschaft auf, die natürlich ebenfalls kindgerecht serviert wird, aber schon etwas fragwürdig daherkommt.
Als Beispiel dient hier die Szene als Dan`s indischer Vorarbeiter den lästigen Biber-Damm mit Dynamit gesprengt hat. Die Szene ist als Lacher konzipiert und funktioniert auch so. Würde man die Öko-Botschaft, nicht nur im Rahmen der Story, ernstnehmen, dann dürften die Biber wohl kaum einfach so weggesprengt werden….
Man darf sich hier schon fragen, ob unsere lieben Kleinen nun zu verantwortungsbewussten Menschen, die im Einklang mit der Natur leben, heranwachsen oder sich ihren Weg durch die Natur in Zukunft freisprengen oder -schiessen sollen. 

Da waren sich Michael Carnes und Josh Gilbert, die Drehbuchautoren, wohl auch nicht sicher, was ihnen lieber ist. Oder vielleicht war es ihnen auch einfach völlig egal …sei`s drum! Jedenfalls sollte man es vermeiden unbedingt irgendwelche Botschaften vermitteln zu wollen, wenn man keine Ahnung davon hat was man vermitteln will und vor allem wie man dies macht. 

Ja, wie man sieht nimmt es das Drehbuch weder mit der Logik noch der sich selbst auf die Fahne geschriebenen Moral sonderlich genau, Hauptsache die Leute lachen und die Kasse stimmt. 

Wo wir gerade beim Humor, den Gags, sind, muß ich sagen, daß diese einen ziemlich überdrehten, fast Cartoon-artigen Stil haben, den ich persönlich für phasenweise sehr gelungen halte. Hätte man den ganzen moralischen Ballast über Bord geworfen und konsequent diese Art von Humor weiterverfolgt, wäre mit Sicherheit zumindest eine leicht überdurchschnittliche Komödie entstanden, und nicht ein weiterer Rohrkrepierer des Kinojahres 2010. 

Betrachtet man mal die anderen an diesem Streifen beteiligten Personen, dann dürfte man kaum ins Staunen geraten. Brendan Fraser, Brooke Shields, Roger Kumble…? 

Alles keine Namen, die einen vom Sofa weg ins Kino locken würden. Trotzdem sind sie alle unschuldig am unterdurchschnittlichen Eindruck, den „Furry Vengeance“ hinterlässt.

Fraser, der zwar schon bessere Zeiten gesehen hat, passt hier als vom Tier-Terror geplagter Dan sogar wirklich gut und hat offensichtlich auch eine Menge Spaß an der Rolle gehabt. Brooke Shields bleibt zwar blaß, aber das war sie ja in all ihren Filmen…hat sie ausser in „Die blaue Lagune“ eigentlich die letzten fast dreissig Jahre überhaupt einen Film gedreht oder war sie bloß mit Andre Agassi verheiratet? Egal, Shields und Fraser sind hier ganz ok und fallen nicht negativ auf. 

So manch einer wird sich vielleicht fragen, wer eigentlich Roger Kumble ist. Kumble ist der Regisseur und damit eigentlich derjenige, der für das Scheitern eines Filmes zuerst verantwortlich gemacht wird. Kumble ist aber auch derjenige Regisseur, der „Cruel Intentions“ gedreht hat, was bedeutet, dass der Mann so schlecht nicht sein kann. Und auch hier muß man eine Lanze brechen, denn Kumble`s Regie ist solide, nicht mehr und nicht weniger. Was soll und kann man aus so einer Story denn noch machen? Klare Sache, den Film gar nicht erst drehen! OK, aber genauso wie Fraser und Shields ist auch Kumble alles andere als gut im Geschäft und wird die Knete wohl gebraucht haben. 

Fazit: „Furry Vengeance“ ist eine zwiespältige Angelegenheit. Was für kleine Kinder sicherlich ein großer Spaß ist, dürfte Zuschauern ab zehn Jahren aufwärts mit zunehmendem Alter ganz gehörig auf die Nerven und den Intellekt schlagen!


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