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Dead Survivors (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 04.05.2012, seitdem 739 Mal gelesen



Es fehlten eigentlich nur noch die grünen und roten Kräuter, einige Hunde und Nemesis, dann wäre die Hommage an das ursprüngliche Konsolenspiel „Resident Evil“ nahezu perfekt gewesen.
Der deutsche Independent-Regisseur David Brückner offenbart in seinem ersten Langzeitfilm ein spürbares Faible für jenes Zombiespiel und schafft es sogar, die Anlehnung an das Herrenhaus einigermaßen atmosphärisch zu gestalten.

Eine tödliche Epidemie ging um und lässt die wenigen Überlebenden gegen Heerscharen von Zombies kämpfen. Auf ihrem Weg zu einer sicheren Unterkunft müssen sich Chris, Sarah, Dean und Isabelle einigen harten Auseinandersetzungen stellen, die nicht nur von den Untoten ausgehen…

Brückner steigt direkt mit der ersten Szene in Sachen Action ein, umgeht das lahmarschige Vorgeplänkel um unwichtige Hintergründe der Seuche und lässt überwiegend Taten sprechen.
Regelmäßig wird unsere zunächst fünfköpfige Überlebensgruppe von Zombies angegriffen, denen sich hauptsächlich Chris in den Weg stellt, indem er ballert, mit der Machete galant um sich schleudert oder schlichtweg eine Mischung aus Wrestling und Karate anwendet, um die Biester zur Strecke zu bringen.

Ähnlichkeiten zu „Resident Evil“ fallen einige Zeit noch nicht so massiv ins Gewicht, so dass zunächst mehr Ähnlichkeiten zu „28 Days Later“ auszumachen sind. Zwar wirken die verlassenen Stadtviertel nun wahrlich nicht amerikanisch, sondern eher wie ostdeutsche Provinznester, doch immerhin strahlen die kurzen Momentaufnahmen tatsächlich so etwas wie eine leichte Endzeitstimmung aus, die unter Zuhilfenahme einiger Farbfilter und herausgenommener Kontraste durchaus Wirkung zeigen.

Handlungstechnisch begibt man sich jedoch auf ein recht dünnes Brett, denn es geschieht nicht mehr, als regelmäßige Kämpfe, ein kurzes Gastspiel bei einer leicht degeneriert auftretenden, ebenfalls bewaffneten Überlebenstruppe, bis man in dem Herrenhaus landet und die Parallelen zu „Resident Evil“ unüberschaubar werden.
Ob Namen wie John und Ada fallen, eine Tagebuchaufzeichnung Aufschluss gibt, ein großer Pharmakonzern für alles verantwortlich ist, Raccoon City sogar namentlich erwähnt wird, der Helikopter für den Showdown bereitsteht oder ein kurzes Spiel an der Orgel einen Geheimraum freilegt, - sogar für ein Pendant zum Endgegner wurde gesorgt, der trägt zwar eine Kapuze (weil ein Monster-Make-up wohl doch das Budget überstieg), ist im Vergleich zum schlagfertigen Helden Chris jedoch um einiges größer und entsprechend kräftiger.

Es bleibt nicht aus, bei einem Amateurdebüt Abstriche zu machen, doch diese fallen vergleichsweise gering aus. Die Mimen geben ihr Möglichstes, wobei der darstellerische Rahmen arg begrenzt ist und nicht übermäßig viel Ausdruck zum Vorschein kommt.
Auch das Timing ist nicht immer optimal, zumal einige One-Liner etwas zu bemüht wirken, um einen Schmunzler hervorzukitzeln. Doch darüber hinaus punktet vor allem das konstant flotte Erzähltempo, einige Splattereffekte wie Kehlenschnitte, Brüche, angedeutete Fressszenen und diverse Machetenhiebe, als auch der abwechslungsreiche, ordentlich antreibende und mit gutem Timing arbeitende Score.

Klar, dass hier die wenigen Computereffekte wie Helikopter oder Explosion mit anschließendem Brand nicht gerade realistisch aussehen, aber selbst diese kurzen Einlagen sind zu verschmerzen. Denn „“Dead Survivors“ bringt phasenweise mehr Flair auf die Beine, als es den teilweise am Thema vorbei produzierten Hollywood-Verfilmungen von „Resident Evil“ bislang überhaupt gelungen ist.
Atmosphärisch, mit spannenden Momenten versehen, mit passabler Action und einigen kleinen Gewalteinlagen ausgestattet, bringt der Streifen vor allem Kurzweil in die Bude, - da darf man als Freund ordentlich inszenierter deutscher Independent-Produktionen recht gespannt und mit Vorfreude auf eine sich ankündigende Fortsetzung hoffen.
7 von 10


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