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No Reason (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 17.01.2012, seitdem 857 Mal gelesen



Das ist er also, der Film der sogar die Ittenbachfangemeinde spaltet. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Aber was ist an den Kritiken dran? Kann der Film vielleicht doch ├╝berzeugen?

Zur Story m├Âchte ich ausnahmsweise mal keine Worte verlieren, da dies eigentlich der wichtigste Teil des Films ist und von jedem selbst erlebt werden sollte. Man kann jedoch sagen, dass sich Herr Ittenbach hierbei wirklich viel M├╝he gemacht hat, um aus dem Einheitsbrei herauszustechen. Sollte man ohne Vorwissen an den Film herangehen, so wird man am Ende doch etwas verwirrt sein, besonders wenn man sich nicht komplett auf die Geschichte und die Idee dahinter einlassen kann oder will. Eins ist No Reason, was die Story betrifft, aber nicht und zwar einfallslos.

Die Schauspieler geh├Âren hier wirklich zu dem Aush├Ąngeschild des Independentfilms, sowohl aus Deutschland, als auch aus Neuseeland. So spielt hier doch kein Geringerer als Timothy Blame mit, welchen die Horrorfans wohl als Lionel aus Braindead kennen sollten. Zwar ist er nur kurz zu sehen und seine Rolle h├Ątte man sich genauso gut schenken k├Ânnen, aber nichts desto trotz macht er seine Sache gut, auch wenn sein Deutsch wohl nicht gerade als perfekt zu bezeichnen ist. Die restliche Cast setzt sich zum Gro├čteil aus bekannten Gesichtern der Szene zusammen. Andreas Pape und Annika Strauss d├╝rften f├╝r jeden, der sich etwas mit der Szene besch├Ąftigt, bekannt sein. Beide haben nur sehr kleine Rollen, verk├Ârpern diese aber sehr gut. Matthias Engel und Irene Holzfurtner stellen die beiden Hauptdarsteller dar und machen ihre Sache meist sehr gut. Besonders Frau Holzfurtner neigt zu argem Overacting und gibt manchmal sogar zu viel des Guten von sich.

Die Musik kommt, wie aus der Szene gewohnt, von Michael Donner und passt zu gro├čen Teilen hervorragend, sicherlich sind nicht alle St├╝cke oscarreif, wissen aber dennoch das Gezeigte gut zu untermalen. Die Kamera und der Schnitt kommen fast etwas experimentell daher und d├╝rften manche Fans sicherlich erschrecken. Besonders der Schnitt ist schnell, hart und abrupt, sodass man sich manchmal fast so vorkommt, als w├╝rde einem der Boden unter den F├╝├čen weggerissen. Ansonsten wirkt das Ganze aber doch recht professionell und macht zu keinem Zeitpunkt den Anschein als w├╝rde man es hier mit einem deutschen Independentfilm zutun haben. Herr Ittenbach hat sich in dieser Hinsicht wirklich verbessert.

Abschlie├čend m├Âchte ich zu den Effekten kommen. Diese sind, wie sollte man es auch anders von Herrn Ittenbach erwarten, einfach grandios geworden und d├╝rften jedem Gorehound die Freudentr├Ąnen in die Augen treiben. Manchen Effekten sieht man allerdings einige Sch├Ânheitsfehler an, sodass diese nicht vollends ├╝berzeugen k├Ânnen (bestes Beispiel: die Szene mit den Ketten, welche einem Mann die Haut abziehen wollen. Hier sieht man eindeutig, dass der Mann nur eine extra Schicht Hautma├če ├╝ber seiner eigentlichen Haut tr├Ągt). Man kann wirklich froh sein, dass Ittenbach auch nach ├╝ber 10 Filmen immer noch viel Wert auf blutige und vor allem selbstgemachte Effekte legt. Zudem nutzt Ittenbach einige Farbfilter, um seine Story zu unterstreichen, manchen Fans st├Â├čt dies negativ auf, da man dadurch nicht alle Effekte in vollem Ma├če erkennen kann. Jedoch erzeugt Ittenbach dadurch eine, von ihm nicht gewohnte, Atmosph├Ąre, die, f├╝r Fans von Experiementalfilmen, wirklich ├╝berzeugen kann.

Fazit: Ich war nie wirklich ein Fan von den Werken Ittenbachs, aber dieser Film hat mich wirklich positiv ├╝berrascht. Ittenbach bietet hier einfach mal etwas anderes, dass vielleicht nicht unbedingt perfekt ist, aber dennoch unterhalten kann.

Objektiv gesehen, bietet der Film eine au├čergew├Âhnliche Story, gute Schauspieler, tolle Effekte und eine angenehm kurze Spielzeit. Wenn man sich, auf diesen etwas anderen Ittenbachfilm einlassen kann, wird man gut unterhalten.

Objektive Wertung: 4,5/10 Punkten

Subjektive Wertung: 8,5/10 Punkten


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