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No Reason (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 23.10.2015, seitdem 127 Mal gelesen



Jennifer führt eigentlich ein ganz normales Leben. Doch an einem Tag soll sich das schlagartig ändern: Erst besudelt ein Postbote ihre Toilette, dann labert sie ein Freund zu, der offensichtlich vor kurzem eine Nahtoderfahrung gemacht hat. Dazu hat Jennifer noch etwas Stress, da sie in Kürze umzieht. Als Entspannungsmaßnahme verschreibt sie sich selbst ein Bad. In der Wanne nickt sie kurz weg und erwacht an einem völlig anderen Ort. Einem Ort voller Schmerz und Pein, voller Leid und Bitterkeit.



No Reason würde ich jetzt mal durchaus positiv als etwas anderen Film von Splatterikone Olaf Ittenbach ansehen, denn man merkt, das man sich mehr Gedanken um das Drehbuch gemacht hat, als das übliche Gedärm-um-sich-werfen mit lästiger Resthandlung. Ich würde den kurzen Film, mit gerade mal etwas über 70 Minuten, mal so eben in das nicht vorhandene Genre des philosophischen Horrors einsortieren, bei dem aber auch nicht alles glänzt, was vermutlich innovativ gemeint war.

Wir beginnen dabei ganz brav im Alltag, Mutter mit Kind und Freund, verschiedene Personen werden vorgestellt, die wir im späteren Verlauf noch brauchen werden, quasi heile Welt wohin man blickt. Hier fallen allerdings die Darsteller schon nicht wirklich gut auf. Man merkt wirklich jedem einzelnen an, das er/sie vorher auswendig gelernte Texte aufsagt. Von Natürlichkeit fehlt hier wirklich jede Spur, besonders das Gespräch an der Haustür zwischen Jennifer und dem aufdringlichen Postboten, sollte jedem Schauspielschüler als abschreckendes Beispiel dienen, wie man Dialoge nicht präsentieren darf.

Nach dem verschlafenen Anfang geht's aber direkt durch die Badewanne in irgendeinen Kreis der Hölle. Hier darf der Kameramann dann zukünftig seinen Spieltrieb ausleben. Aufgeteilt in einzelne Level mit jeweils anderem, etwas nervigen, Farbfiltern, Stroboskopschnitten und anderen technischen Schnick Schnack über den man geteilter Meinung sein kann. Das Kind ist verschwunden und ein Kerl Tentakelmaske, der aussieht wie eine Kreuzung von Davy Jones aus dem Karibikfluch und einem von Lovecrafts Großen Alten schickt Jennifer mit blumigen Worten auf einen Höllentrip ins eigene ich.

Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen wird doch schnell klar, das an Jennifers Welt doch nicht alles Zuckerwatte ist. Ittenbach läßt sich da einige Twists einfallen, was seine Protagonistin so alles an Selbstläuterung mitmachen soll und was der Grund für dieses Martyrium darstellt. Ich kenne die Hauptdarstellerin dabei zwar nicht aber zwei Dinge fallen ins Auge. Sie hat Mut zur Nacktheit und sie schafft es nicht, tot auf dem Tisch des Pathologen liegend, auch nur für ein paar Sekunden die Luft anzuhalten, so extrem hab ich das noch nicht gesehen (man hört sogar fast die Regieanweisung "flach atmen, das merkt keiner, die Zuschauer schauen eh woanders hin" lol).

Ich fand No Reason insgesamt aber eher so lala. Der Titel paßt aber ganz gut, ich sehe jetzt auch eher no Reason die DVD zu kaufen. Interessant höchstens für die Splatterfraktion, wobei sich Ittenbach hier doch erstaunlicherweise an den ganz derben Effekten zurückhält und mehr auf blutige Einschüsse setzt. Da stimmt die Qualität aber.

5/10


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