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Turm der lebenden Leichen (1972)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 30.06.2011, seitdem 323 Mal gelesen



John Carpenters "Halloween" war quasi der Beginn des Slashers, doch diverse Versuche gab es schon davor. So staunt der Zuschauer nicht schlecht, denn der Titel "Turm der lebenden Leichen" verspricht eigentlich Horror mit Untoten, doch davon gibt es hier nicht einen. Stattdessen funktioniert der Film nach dem beliebten Prinzip der "Zehn Negerlein", doch schon Anfang der 70er Jahre zögerte man das eigentliche Geschehen weit nach hinten hinaus und lĂ€sst stattdessen oberflĂ€chliche Pappkameraden ihre beschrĂ€nkten Dialoge aufsagen. Jim OÂŽConnolly (Zirkus des Todes, Gwangis Rache) ist zwar kein AnfĂ€nger mehr, aber ein gekonnter Spannungsaufbau geht eben anders. So vermag immerhin der Auftakt ein wenig zu gruseln, weil man als Zuschauer noch nicht weiß, womit man es zu tun bekommt.
Denn es gab ein wahres Massaker auf "Snape Island", drei junge Leute wurden bestialisch getötet, einzig Penny (Candance Glendenning) hat das Ganze ĂŒberlebt. Mit Hypnose versucht man ihren Schockzustand zu mildern, doch letztenendes schickt man Evan Brent (Bryant Haliday) mit einem Team auf die Insel. Die merken dort schnell, dass sie nicht allein sind.

Leider ist "Turm der lebenden Leichen" sichtlich im Studio gedreht worden. Allein die felsige Insel und der Leuchtturm sehen nicht echt aus. Ganz schlimm wird es bei den Aufnahmen im Boot, dieses gekĂŒnstelte Geschaukel verursacht Augenkrebs. Dennoch bietet die Kulisse genĂŒgend Raum fĂŒr solch einen Film, denn die Insel ist noch untertunnelt.
Was letztenendes auf der Insel fĂŒr die zahlreichen Morde verantwortlich ist, hat man schnell ausgemacht. Denn auf der Insel lebte ein Ehepaar mit ihrem Kind, die angeblich spurlos verschwunden sind. Dass dies nicht der Fall ist, merkt nicht nur der erfahrene Filmgucker, sondern es wird spĂ€testens offensichtlich, wenn Seemann Hamp (Jack Watson) bei gewissen Fragen der anderen die Antwort verweigert, weil es sich dabei um Familiemitglieder von ihm handelte. Schließlich wird noch eine bösartige Gottheit mit eingebunden, die der Ursprung allen Übels ist. Eigentlich ein ausreichender AufhĂ€nger, aber Connolly zieht das Ganze mit den uninteressanten Charakteren in die LĂ€nge. Da stören besonders diverse Liebesbeziehungen und endlose Schleichereien durch den Leuchtturm und ĂŒber die Insel. Nebenbei sehen wir, wie Penny behandelt wird und sich durch eine Spritze an die schrecklichen Geschehnisse erinnert. So wird die gepflegte Langeweile durch ein paar Morde in RĂŒckblenden unterbrochen, doch dieses stĂ€ndige Gekreische ist nur schwer zu ertragen.

FĂŒr die damalige Zeit gibt es einige blutige Einstellungen, doch bis die Morde erstmal beginnen, muss man Sitzfleisch beweisen. Erst im letzten Drittel darf es dann zur Sache gehen, aber davor passiert einfach zu wenig. Und hat man den Mörder erstmal gesichtet, geht nochmal ein Teil der Spannung flöten, da es sich hierbei um einen degenerierten Sabberheini mit langem Bart handelt, der ĂŒberhaupt nicht gruselig ausschaut. Hinzu kommen die doofen Charaktere, welche sich zu jeder Zeit trennen, besonders die gefĂ€hrdeten Frauen lĂ€sst man immer allein. Dennoch ist ein Unterhaltungswert auf trashiger Ebene gegeben und das Finale im unterirdischen Gangsystem ist eindeutig der Höhepunkt des Films. Jedoch lassen die Darsteller zu wĂŒnschen ĂŒbrig, was durch die mĂ€ĂŸige deutsche Synchro noch verstĂ€rkt wird.

ZĂ€hlt zu den ersten Gehversuchen im Genre Slasher, leider komplett im unteren Durchschnittsbereich. Eine echte Kulisse wĂ€re von Nöten gewesen und Connolly lĂ€sst sich wahrhaftig Zeit, bis der Film endlich in die GĂ€nge kommt. Ein mĂ€ĂŸiger Score und ein paar halbwegs blutige Morde reichen eben nicht aus.


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