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Turm der lebenden Leichen (1972)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 13.02.2004, seitdem 981 Mal gelesen



Verdammte Unzucht, da ist doch tatsächlich nicht ein einziger Untoter weit und breit zu entdecken, dabei verspricht "The Horror of Snape Island" aka "Tower of Evil" aka "Turm der lebenden Leichen" auf deutsch gleich mehrere von den Jungs! Alles Etikettenschwindel, aber so sind sie, die Werbefachleute.

Was uns bleibt, ist ein Slasher der frühen Sorte, von 1972 nämlich, der schon all das rekapituliert, was erst ab Halloween so richtig populär werden sollte. Atmosphärisch dicht ist dabei leider höchstens die Eröffnungssequenz, in der zwei Fischer auf dem brachial abgelegenen Felshaufen Snape Island (mit seinem Sololeuchtturm aus der Modellbauerbastelkiste) in der schlimmsten Nebelsuppe mit Totschlägern auf eine grimmige Suche gehen und über reichlich Leichen stolpern, allesamt von jungen Leuten und vorzugsweise nackt. Eine Hand liegt rum, ein Kopf rollt die Treppe abwärts und deswegen trennen sich auch die beiden sofort, damit die letzte Überlebende des Massakers Gelegenheit erhält, aus dem Älteren gepflegt Hackepeter zu machen, während sie sich dann minutenlang die Seele aus dem Leib kreischt. Alsdann rennt sie immer noch jaulend über die Insel, ehe ihr der Jüngere einen frischen Scheitel zieht.

Von da an ist Schluß mit Atmo, jetzt wird geslasht, natürlich erst mal in Rückblende. Die um sich greifende Katatonie hat aus der Holden in punkto Kommunikation jedoch das Äquivalent einer Zimmerpflanze gemacht, und der gute Doktor behandelt das mit Injektion (das weckt das Gehirn!!!) und zweifacher bunter Lichtorgel, auf daß die Erinnerungsfetzen nur so sprießen.
Die Polizei will die Gute natürlich wegen Vierfachmord verknacken, weswegen ein Detektiv auch sofort die Hühner sattelt und dem Inselleben auf den Grund geht. Und weil der Killer mittels Phönizierschwert den einen Delinquenten an die Hüttenwand genagelt hat, steht sofort ein Grüppchen mit Arschäologen (pardon, das s bitte streicheln...äh...streichen) bereit, die dortselbst natürlich ein Grab samt Schatz erwarten.

Nix wie hin und von da an ist Grusel für Viertklässler angesagt. Das Grab ist nicht zu finden, eine der Damen ist natürlich promiskuitiv wie der Wind, kifft wie Hulle und nagelt des Fischers Neffen, während die anderen überlegen, wer hier immer Flöte spielt und das Boot in die Luft gesprengt hat. Ohauerha! Es dauert tatsächlich bis Minute 70 (von 90), bis die Schnetzelei ihren Lauf nimmt und ein Opfer fällt tatsächlich vom Leuchtturm, weswegen der Film auch "Tower of Evil" heißt (nicht etwa "Lighthouse of the Dark", denn das Licht brennt ja nicht).

Wer seine sieben Sinne beisammen hat, weiß da aber seit über einer halben Stunde, daß der absente Ex-Leuchtturmwärter bärtig grunzend für die Dezimierungen sorgt, doch natürlich kommen am Ende alle beisammen, komplett mit Grab, Schatz, Bodycount und Feuersbrunst.

Es gibt wahrhaft Öderes, als diesen Schinken, aber über gewisse Strecken passiert einfach zu wenig und die Story ist zu durchsichtig und mehr als ein Einnicken zu provozieren. Leider ist der Schmonz auch noch im Studio mit entsprechenden Inselkulissen zusammengenagelt worden, die in der Qualität in etwa der einer Classic-Enterprise-Folge entsprechen. Von den Auf-See-Rückprojektionen, die stets entgegen der Stellung der Vordergrundkulissenlage schwappen, mal ganz zu schweigen.

Bis sich am Ende drei wieder auf die Socken machen, ist der Leuchtturm abgebrannt, einige haben ein Hackmesser im Schädel und man hatte ausgiebig Gelegenheit zu ein paar prüden Sexszenen mit vornehmlich nackten Ärschen, die über das Eiland huschen. Und das am Ende in die Luft gesprengte Leuchtturmmodell ist so nett gemacht, daß man gar nichts Böses mehr sagen will. (4/10)


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