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Neun Pforten, Die (1999)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 27.02.2008, seitdem 685 Mal gelesen



"Dieses Buch ist eine Anleitung den Teufel herbei zu rufen."

Johnny Depp wird engagiert, um zwei Ausgaben des Buches "Die Neun Pforten ins Reich der Schatten" in Europa zu beschaffen und sie mit der Ausgabe seines Auftraggebers vergleichen. Depp, dem die okkulte Bedeutung des Buches zunächst gleichgültig ist, muss durch mysteriöse Tode und merkwürdige Ereignisse feststellen, dass man mit Hilfe des Buches möglicherweise doch den Teufel heraufbeschwören kann.
Die Story ist sehr eigenartig und innovativ, doch leider nicht im positiven Sinn. Die Grundidee, um ein Buch, mit dem man den Satan heraufbeschwören kann und eine okkulte, kranke Welt um dieses Buch zu stricken ist nicht schlecht. Das ganze wird natürlich noch etwas mysteriös umschrieben und unterlegt. Die Idee, um den Ermittler, der ohne die Auswirkungen seines Fundes zu ahnen, anfangs im Dunkeln tappt, ist ebenfalls gut. Eine geheimnisvolle, dämonische Frau, die Depp begleitet, mit ins Spiel zu bringen ist dann eher ungeschickt und lässt die Story leider ein wenig zu stark überkonstruiert wirken. Die Art, mit der das ganze ineinander verschachtelt ist, lässt leider zu wünschen übrig und ist absolut unglaubwürdig. Bei einem ordentlichen Horror-Mystery-Film wie "The Sixth Sense", "Echoes" oder "Angel Heart" erwartet man zudem eine unvorhersehbare finale Wendung, die bei diesem Film leider ausbleibt. Die Charaktere bleiben erschreckend blass und die Dialoge sind oftmals übertrieben mysteriös und damit lächerlich. Alles in allem eine gute Grundidee, die mit einigen Mängeln zum Drehbuch geschrieben wurde.

"Es gibt Bücher, die gefährlich sind. Die man nicht ungestraft aufmachen darf."

Der Film läuft langsam an, doch dies ist eigentlich nicht sonderlich problematisch, da Spannung ja langsam und solide aufgebaut werden kann. Doch spätestens im Mittelteil fragt man sich als Zuschauer dann doch, ob der Film endlich mal zur Sache kommt, oder ob es mit der Aneinanderreihung von diversen Ermittlungen Depps weitergeht. Doch leider geht es so weiter und der Film, der nicht richtig zünden kann geht ins schwache Finale über. Das Ende ist unwahrscheinlich und die Auflösung ist unglaublich dämlich, hinzu kommen noch ein paar unlogische Wendungen. Der Unterhaltungswert ist also überaus niedrig.
Die Kulisse ist gut gewählt. Wenigstens hier stellt Roman Polanski sein Talent unter Beweis. Die einzelnen Requisiten sind gut und vor die Drehorte sind furchteinflößend und diabolisch. Die Filmmusik hingegen ist ganz schlecht gewählt. Sie ist zwischendurch fröhlich und heiter und dann wieder finster und ernst und durch diesen Wechsel kann keine bedrohliche Atmosphäre aufgebaut werden. Wenn die Musik dann mal düster und furchterregend wird (Und im Übrigen von "Bram Stokers Dracula" übernommen wurde), ist es meist schon zu spät.
Roman Polanski kann keine angsterfüllte Atmosphäre herstellen, obwohl dies durch die ständige Bedrohung durch den Teufel leicht möglich gewesen wäre. Wenn der Film durch seine unlogischen Wendungen und seine schwache Story keine Spannung aufbauen kann, hätte man doch wenigstens die Atmosphäre gespannt gestalten können.

"Wer immer das Buch verfasste, tat das mit dem Teufel und landete dafür auf dem Scheiterhaufen."

Johnny Depp ist natürlich voll in seinem Element, da er mal wieder in einem eigenartigen Film eine exzentrische Rolle spielen darf. Doch er löst die Aufgabe alles in allem ordentlich. Depp spielt die Rolle des seltsamen Bücher-Experten wirklich gut. Schade, dass man zu dieser guten Darstellung keine bessere Story finden konnte. Die übrigen Nebendarsteller sind ebenfalls gut, wobei mir Emmanuelle Seigner als unbekannte Frau am besten gefällt, da sie passend zum Film überaus düster, undurchsichtig und diabolisch spielt.
Nachdem Roman Polanski bereits mit "Tanz der Vampire" einen Meilenstein setzen konnte und sich seitdem im Geschäft gehalten hatte, hätte ich ihm wirklich mehr zugetraut. Immerhin ist der Alt-Meister nicht für das katastrophale Drehbuch verantwortlich. Außerdem konnte er die Hauptrolle ordentlich besetzen und die Kulisse sauber gestalten, aber man ist einfach besseres von ihm gewohnt. Gut, dass er mit "Der Pianist" 2001 beweisen konnte, dass er immer noch zu den besten Regisseuren gehört.

"Eine Hexe ist eine Person, deren Handeln, obwohl sie die Gebote Gottes kennt, von einem Pakt mit dem Teufel bestimmt wird."

Fazit:
Die Handlung ist wirklich innovativ und die Grundidee ist gut, doch das, was alles darum gesponnen wurde, ist ein Desaster. Der gesamte Film wird durch überflüssige Wendungen ausgebremst und kann keine angsterfüllte Atmosphäre aufbauen. Damit ist dieser verkorkste Streifen leider nicht spannend, noch nicht einmal unterhaltsam. Was bleibt, ist die gute Darstellung von Johnny Depp. Manche finden diesen Film wirklich gut, zumal die Meinungen bei solchen Filmen oft weit auseinander gehen, doch mir gefällt er überhaupt nicht. Von Roman Polanski hätte ich wesentlich mehr erwartet, zumal ich eigentlich überaus gern Mystery- und Horror-Thriller sehe.


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