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A-Team - Der Film, Das (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 04.09.2010, seitdem 1317 Mal gelesen



Seit einigen Jahren werden alte Hitserien in neuem Gewand zu Kinofilmen umgemodelt, von „3 Engel für Charlie“ über „Dukes of Hazzard“ bis zum „A-Team“, dem neuesten Eintrag zur Mode.
Das Kennenlernen des späteren Alpha-Teams (hierfür steht die Abkürzung A-Team) wird als Anhäufung zu Zufällen bei einer Operation von John ’Hanniba’l Smith (Liam Neeson) in Mexiko inszeniert: Templeton ’Faceman’ Peck (Bradley Cooper) alias Face ist als Hannibals Informant von Anfang an dabei, der Autoschmuggler und Ex-Ranger Bosco ’B.A.’ Baracus (Quinton ’Rampage’ Jackson) hilft bei der Befreiung Face’ und bei der anschließenden Flucht rekrutiert man den mehr oder minder verrückten Piloten ’Howling Mad’ Murdock (Sharlto Copley). Überdreht, überzogen, eine Neuinterpretation der 80er-Story, aber auch ein passender Auftakt für das wilde Spektakel.
Jahre später hat das damals formierte Team Unmengen erfolgreicher Einsätze hinter sich und soll nun im Irak bei einer Operation zur Wiederbeschaffung geklauter Druckplatten helfen. Face’ Ex-Geliebte Charissa Sosa (Jessica Biel) vom FBI verbietet das, das A-Team zieht es trotzdem durch und wird dabei hintergangen: Tote Verbündete, von dem Bösewicht Pike (Brian Bloom) gestohlene Druckplatten und Haftstrafen fürs Team sind die Folge. Quotenfrau Sosa ist vor allem für die Optik da, außerdem für die obligatorische Liebesgeschichte, die aber dermaßen beiläufig abgerissen wird, dass man sie auch ganz weglassen könnte.

Mit Hilfe der CIA organisiert Hannibal den Ausbruch aller Teammitglieder. Ihr Auftrag: Die Druckplatten wiederbeschaffen und sich rehabilitieren. Doch Sosa und das FBI sind ihnen auf den Fersen und Pikes Truppe gibt auch nicht so schnell klein bei…
Die Serie „Das A-Team“ ist eine Jugenderinnerung für viele und genau das war sie in den 80ern ja auch: Jugendfreie Action, bei der bloß keiner zu Tode kam, es dafür aber trotzdem ordentlich rummste. Und Carnahans Film „Das A-Team“ macht es bei der Re-Animation gar nicht mal schlecht, er passt das Spezialistenquintett der Zeit an und behält trotzdem Markenzeichen der Serie bei: Face’ Frauengeschichten, Hannibals „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, B.A.’s Autofixierung und Grimmigkeit sowie Murdochs Spleens: Alles da, alles mit Freude hinzugepackt, ebenso die Titelmusik der TV-Serie.

Im Gegensatz zur Originalserie wird im Film jedoch fleißig gestorben, zwar immer noch recht jugendfrei, aber trotzdem ist Carnahans Spektakel da konsequenter und realistischer als das TV-Vorbild, zumindest in dieser Hinsicht. Denn in allen anderen Hinsichten ist „Das A-Team“ ein bewusst überzogenes over-the-top-Spektakel, in dem das Hütchenspiel mit Containern und Lastkränen gespielt wird, in dem ein Raketenwerferschuss ein ganzes Schiff versenkt, in dem aus dem Hubschrauber fallende Teamkollegen einfach mit einer Hand festhalten und raufziehen kann. Höhepunkt des Ganzen ist sicherlich die Szene, in der das Team in einem an Fallschirmen hängenden Panzer aus dem Flugzeug fällt, sich mittels des Bord-MGs zweier Drohnen erwehrt und später noch mit Schüssen aus der Kanone den Fall dirigiert. Die Bastelwut des Teams, die Arbeit mit improvisierten Plänen und improvisierten Waffen – all das kommt bei dem kunterbunten Mix aus dicken Explosionen, Geballer und Prügeleien ebenfalls vor und tatsächlich macht der Film meist Laune, wenngleich der Schnitt mit der Frequenz von MG-Feuer auf den Zuschauer niederprasselt und man einigen Szenen kaum folgen kann (bei einer anfänglichen Prügelei ist außer B.A.’s zuckender Faust und fallenden Autoschiebern kaum etwas zu erkennen). Nur am Ende, da gehen die Pferde etwas mit Carnahan durch, denn trotz Unmengen stürzenden Container und eines sinkenden Frachters ist das Finale gerade durch seinen Bombast herzlich uninteressant.
Erzählerisch erwartet man dagegen lieber wenig von der Nummer, denn trotz kleinerer Überraschungen (Stichwort: Identität des Arabers) ist die Hatz nach den Druckplatten formelhaft und nur bemüht, wenn es darum geht Komplexität zu suggerieren. Gerade das Mitmischen des FBI soll zwar Würze in die Geschichte bringen, sorgt im Endeffekt aber immer wieder für Hänger, denn Carnahan weiß scheinbar nicht so genau, was er mit Sosa und ihren Getreuen machen soll; als Verfolger des A-Teams würden sie ausreichen, aber leider will er mehr mit ihnen machen, nur was, das weiß er nicht.

Aus physikalischer und logischer Sicht ist „Das A-Team“ dann auch hanebüchener Blödsinn, aber es ist verdammt ehrlicher Blödsinn, der sich dessen bewusst ist. Also legen Carnahan und seine Drehbuchautoren (u.a. Skip Woods) die Chose bewusst ironisch an, es hagelt Gags und Insiderverweise in einer Tour. Gerade Murdoch ist immer wieder als comic relief gut und Szenen wie die besonders plastische 3D-Kinovorführung machen echt Laune.
Ganz im Sinne dieser Ironie spielen dann auch die Hauptdarsteller zwischen Pose und Parodie. Liam Neeson schafft es gleichzeitig gelassen und doch selbstironisch zu sein, während Bradley Cooper sein Frauenheldenimage genüsslich auf die Spitze treibt. Sharlto Copley ist als komödiantischer Part in seinem Element (und auch seiner südafrikanischen Herkunft wird in einer Flughafenszene Tribut gezollt), während Quinton Jackson als Haudrauf durchaus eine ordentliche Figur macht, aber doch am schwächsten abschneidet. Quotenfrau Jessica Biel sieht top aus und mehr verlangt das Script auch nicht von ihr, Brian Bloom als Bösewicht ist ebenfalls ganz OK und große darstellerische Ansprüche dürfte auch kaum jemand an diesen Film stellen.

Im Bereich Storytelling und Übersicht der Actionszenen schwächelt „Das A-Team“, doch als brachial-temporeiches Campvergnügen mit reichlich Gags und spektakulärem Bombast macht Carnahans Film schon Spaß. Kein großer Wurf, aber doch ziemlich kurzweiliger Fun aus der Sparte No-Brainer.


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