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A-Team - Der Film, Das (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 12.02.2011, seitdem 376 Mal gelesen



Die Kritik beruht auf der Extended-Version des Films!

*Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer militärischen Spezialeinheit für ein Verbrechen verurteilt, was sie nicht begangen hatten. Sie brachen aus dem Gefängnis aus und tauchten in Los Angeles unter. Seitdem werden sie von der Militärpolizei gejagt, aber sie helfen anderen, die in Not sind. Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden, aber ihre Gegner müssen sie ernst nehmen. Also wenn Sie einmal ein Problem haben und nicht mehr weiter wissen, dann suchen Sie doch das A-Team!*

Ja, das waren noch Zeiten, als Ende der 80er Jahre im ARD-Vorabendprogramm das Intro zur Serie "Das A-Team" ertönte, begleitet von knackigen, militärischen Trommelwirbeln und dem legendären Theme von Mike Post, das Fans der ehemaligen Kultserie noch heute summen können.
Zur Zeit erledigt das Team um John *Hannibal* Smith im Programm von RTL II seine Aufträge, während letztes Jahr im Rahmen der Remake- und Retro-Welle das zeitgemäße Revival der Serie über die Kino-Leinwände flimmerte.

Bei einer Neuverfilmung oder Neuinterpretation eines alten Film- oder Serienstoffes stellt sich immer die Frage nach der Notwendigkeit und genauso wie bei den meisten Remakes erreicht auch "Das A-Team - Der Film" nicht ansatzweise den kindlich-naiven Charme, den die Serie damals auszeichnete.
War also das modernisierte Update der Kultserie absolut notwendig oder eher doch nur Mittel zum Zweck, um von einem Boom zu profitieren und Geld in die Kasse aller Beteiligten zu spülen? Aus reiner Nächstenliebe zum Kinogänger wird der Film sicherlich nicht entstanden sein, denn dafür ist das Prinzip dieser Neuverfilmung zu kommerziell und knallhart kalkuliert ausgefallen.

Den Drehbuchautoren Brian Bloom (im Film auch in der Rolle des  Brock Pike zu sehen), Skip Woods und Regisseur Joe Carnahan lag anscheinend sehr viel daran, das A-Team hinsichtlich heutiger Sehgewohnheiten und Action-Standards anzupassen, aber auch möglichst viele Handlungselemente der Original-Serie in den Film einzubauen und teilweise auch zu erweitern.
So ist vor allem positiv zu erwähnen, dass hier erstmals auf die Entstehung des Teams eingegangen und erzählt wird, wie die Vier überhaupt zusammen gekommen sind.

Bei der Besetzung der Hauptfiguren wurde ebenfalls Wert darauf gelegt, dass die Darsteller der Neuauflage denen des Originals gleichen, wobei vor allem Quinton Jackson als B.A. Baracus - für meinen Geschmack - die einzige Idealbesetzung darstellt.
Liam Neeson, Bradley Cooper, Sharlto Copley bis hin zu Jessica Biel in einer vollkommen unglaubwürdigen Rolle als Army-Captain - sie alle sind durch die Bank fehlbesetzt.
Aus Liam Neeson wird trotz graumelierter Haare und Zigarre noch lange kein *Hannibal*, um als *Faceman* zu überzeugen bedarf es mehr als nur ein cooles Auftreten und ein breites Grinsen und der hier dargestellte *Howling Mad Murdock* ist einfach nicht *mad* genug um für Dwight Schulz ein adäquater Ersatz zu sein. Jessica Biel mag verdammt gut aussehen und schauspielerisch auch etwas bieten können - sie aber als ranghohe Army-Bedienstete einzusetzen ist sicherlich nur auf ihren Bekanntheitsgrad und ihr sexy Äußeres zurückzuführen.
Und so bleibt dem Zuschauer hinsichtlich der Besetzung nur die Erkenntnis, dass die Darsteller ihre Rollen zwar spielen, sie aber nicht leben. Ihnen fehlt einfach das Charisma, der Witz und die Leichtigkeit - einfach alles, was George Peppard, Dirk Benedict, Dwight Schulz und Mr. T. ausmachte. Selbst ein versierter Darsteller wie Liam Neeson wirkt mit seinem grauen Haar weniger als glaubwürdiger *Hannibal*-Ersatz, sondern vielmehr, als hätten er und seine Kollegen sich auf eine Karnevalsfeier verirrt.
Da der Film sowohl in der leicht gekürzten Kino-, als auch in der Extended-Fassung überdurchschnitt lang geworden ist, hat man sich spästestens nach einer Stunde mit der unglücklichen Besetzung angefreundet - oder besser gesagt abgefunden, zufrieden ist man mit der Auswahl allerdings nicht.

"Das A-Team - Der Film" ist ein lautes, effektgeladenes Popcorn-Movie, das - wie einst die Serie - sämtliche Gesetze der Logik und der Schwerkraft außer Acht lässt und dabei den Humor und Ironie des Originals schmerzlich vermissen lässt.
Zwar mangelt es dem Film nicht an Zitaten aus der Serie (Murdocks Strumpfpuppe *Sockie* kommt ebenso zum Einsatz wie der Running Gag aus der Serie, B.A. wegen seiner Flugangst immer wieder ausknocken zu müssen), doch nimmt sich die Neuauflage viel zu ernst.
Die in der Serie in vereinzelten Folgen angedeutete Vietnam-Thematik wird hier gegen Kriegseinsätze im Irak ausgetauscht und in den Vordergrund der Handlung gestellt. Terrorismusbekämpfung und unsaubere CIA-Praktiken sind teilweise zentrales Thema und lassen wenig Spielraum für den schrägen, teilweise abgedrehten Humor, der den Unterhaltungswert der Serie ausmachte.

Die Action ist knallhart und sauber inszeniert, die dargestellte Gewalt hält sich allerdings sehr in Grenzen. Ähnlich wie in der Serie werden die Auswirkungen körperlicher Gewalt und dem exzessiven Einsatz von Schusswaffen und Sprengstoff (trotz einiger Toter) nicht detailliert gezeigt - wobei dieses Stilmittel weniger der Verharmlosung der in der Serie dargestellten Gewalt Tribut zollt, sondern vielmehr geschäftspolitische Beweggründe und Freigabekriterien eine Rolle gespielt haben.
Die Actionszenen sind - gemessen an dem üppigen Produktionsbudget - entsprechend viel bombastischer und trickreicher ausgefallen als in der Serie, teilweise sogar so übertrieben und *overactioned* inszenert, das es mit dem ernsten Grundton der Handlung kaum vereinbar ist.
Das heisst nicht, dass "Das A-Team - Der Film" durch und durch ein ernster Streifen ist, aber von der Witzig- und Spritzigkeit des Originals ist die pausenlose Actionorgie weit entfernt.

Insgesamt gesehen ist dieses Kino-Revival sicherlich ein unterhaltsames, teilweise raffiniert erzähltes Event-Movie, dem es zwar nicht gelingt, den Charme des Originals einzufangen, aber das Manko eines durchweg fehlbesetzten Darsteller-Ensembles mit feurigen Actionszenen zu kaschieren vermag. Mehr nicht, aber auch nicht weniger!


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