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Cabin in the Woods, The (2012)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 18.07.2012, seitdem 1596 Mal gelesen



Diese idealtypische Konstellation kann nur dem feuchten Traum eines Slasher-Fans entsprungen sein. Fünf junge, attraktive Menschen machen sich auf den Weg zu einer einsam gelegenen Hütte, wo die Eingeborenen bekanntlich mit gewetzten Messern, frisch gefüllten Motorsägen und allerlei Folterwerkzeug auf die verhassten promiskuitiven Städter warten, um ihnen Anstand beizubringen. Die Zusammensetzung der Gruppe erfüllt alle Voraussetzungen - der Sport-Crack (Chris Hemsworth), der ernsthafte Intellektuelle (Jesse Williams), der abgedrehte Kiffer (Fran Kranz), die jungfräuliche Schönheit (Kristen Connolly) und natürlich die sexy Blondine (Anna Hutchison), die sich erst extra für den Ausflug blond gefärbt hatte.

Alles scheint nach einem Plan abzulaufen, so klischeehaft genau richtet sich "The Cabin in the woods" nach den typischen Vorbildern des Genres, was auch der Mann bestätigt, der auf dem Dach ihres Hauses die Fünf beobachtet, als sie sich auf den Weg in die einsamen Wälder machen. Spätestens jetzt wird auch dem naivsten Betrachter klar, das hier irgendetwas nicht stimmt, obwohl der vertraute Hinterwäldler in seiner abbruchreifen Tankstelle wie gewohnt mehr rotzt als spricht, als er die Städter vor ihrem Ziel warnt. Natürlich lassen sich die fünf Freunde nicht davon abhalten und sind überrascht über die rustikal gemütlichen Räume des von außen wenig einladenden Ferienhauses.

Das es sich bei dem abschreckenden Tankwart um einen weiteren Mitarbeiter einer seltsamen Abteilung handelt, wird deutlich, als dieser der Zentrale Meldung macht. Von dort wird nicht nur jeder Winkel des Ferienhauses im Wald überwacht, sondern auch die Handlungen der einzelnen Protagonisten beeinflusst. "The cabin in the woods" wird zum Spiel mit dem Genre, denn die beiden leitenden Angestellten Sittersen (Richard Jenkins) und Hadley (Bradley Witford) versuchen mit möglichst großer Perfektion die bekannten oft unfreiwillig komischen Slasher-Regeln einzuhalten. Als die Fünf etwa beschließen, bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten zusammen zu bleiben, verströmen die beiden Projektleiter ein Gas, um sie von dieser vernünftigen Vorgehensweise wieder abzubringen.

Zeitweise wirkt der Film wie eine Persiflage auf das Genre, auch weil der Spannungsaufbau, so sehr dieser auch die klassischen Schockmomente bedient, immer wieder unterbrochen wird, weil der Film regelmäßig in die Überwachungszentrale schaltet, wo ein eher munteres Treiben vorherrscht. Allerdings lässt "The cabin in the woods" gleichzeitig keinen Zweifel daran, das auf brutalste Weise gemordet wird und sich die Reihen der fünf Freunde wie gewohnt lichten, wodurch das Verhalten des dazu feiernden Innendienstes einen sehr makaberen Beigeschmack bekommt.

Drew Goddards und Josh Whedons Drehbuch betreibt ein virtuoses Spiel mit dem Horrorgenre, der die Slasher-Thematik nur als Aufhänger nimmt, um im Stil einer blutigen Tour-De-Force die Kammer des Schreckens zu durchqueren. Zudem bedient der Film mehrere Ebenen, erfüllt die Erwartungen an typische Horror-Filme, um sich gleichzeitig über den Voyeurismus der Betrachter lustig zu machen - nicht nur der Aktiven in der Zentrale. Der Slasher selbst wird angesichts anderer internationaler Horror-Vorlieben, mit denen der Innendienst hier wetteifert, zum ureigensten us-amerikanischen Produkt, was eine Menge über deren Vorliebe aussagt, ausgerechnet sexuell aktive Menschen immer zuerst meucheln zu lassen.

Doch die Ebenen verändern sich wieder im zunehmenden Tohuwabohu und dem literweise strömenden Blut, ohne das die Macher ihr Werk allzu ernst nehmen. Was spricht dagegen, auch mal ganz entspannt dem eigenen Untergang entgegen zu sehen? (8/10).


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