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Cabin in the Woods, The (2012)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 22.08.2012, seitdem 2797 Mal gelesen



Fünf Freunde brechen auf zu einem unbeschwerten Wochenende in einer entlegenen Waldhütte. Sie ahnen nicht, dass sie Schritt auf Tritt von einer Gruppe von Wissenschaftlern überwacht werden, die von einem Labor tief unter der Erde aus alle ihre Schritte manipulieren und steuern. Es dauert nicht lange, da wecken die Fünf im Keller der unheimlichen Hütte böse Geister: Eine Familie von Redneck-Zombies macht Jagd auf sie....

Bei so einer Inhaltsangabe erwartet man heutzutage ja lediglich noch, dass halbwegs ertragende Charaktere sich durch einigermaßen solide Dialoge wursteln und ein irrer Killer/Monster/Zombie/(setze ein, was Du brauchst) sie ordentliche wegmetzelt. Und genau diese, zugegeben, erbärmliche Erwartungshaltungen ist der Dank an die achso tollen Filmemacher, die uns Zuschauer scheinbar als Vollidioten ansehen - Thema egal, hauptsache es fliegen ordentlich Gedärme durch die Luft. Als Armutszeugnis muss man leider sagen, dass die wenigsten Regisseure selbst so etwas auf die Reihe bekommen. Denn ganz ehrlich: Mich beschleicht das Gefühl, gerade Horrorfilme nehmen jedes Jahr aufs Neue immer mehr an Qualität ab, rein was den Unterhaltungswert angeht.

Doch "Cabin in the Woods" ist viel, viel  tiefgründiger, beinahe schon so eine "Fuck You"-Antwort auf die ganzen miesen Billigfilmchen und wenn ich diesen Bastard ohne Spoiler beschreiben müsste, ist ein gelungener Mix aus "Truman Show" und "Tanz der Teufel" rausgekommen, der dennoch dermaßen seinen eigenen Stempel aufdrückt, dass dieses Werk noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Was man Regisseur Drew Goddard zu  Gute halten muss, ist, dass er beide Konsum-Klientel voll im Sack hat. Die Sparte, die einfach nur unterhalten werden will, kommt voll auf ihre Kosten, und auch die Müsli-Freaks, die nach verschachtelten, kreativen Inhalten gieren.

Zunächst fängt alles wie ein üblicher 08/15-Teeniehorrorfilm an.  Die schüchterne Dana (Kristen Connolly), Sport-Ass Curt (Chris Hemsworth), Thekenschlampe Jules (Anna Hutchison), der Gelehrte Holden (Jess Williams) und Dauerkiffer Marty (Fran Kranz) machen sich per Wohnmobil auf dem Weg zum Ferienhaus in den Bergen. Parallel zu dieser Handlung bekommt der Zuschauer eine Reihe von Wissenschaftler geboten, die die Teenie-Gruppe per Satellit verfolgen und mittels modernster Technik das Ferienhaus mit Euqipment ausgestattet haben. Die Handlung wechselt immer hin und her. Bei den Wissenschaftler, (die alles andere als bedrohlich dargestellt werden und auch eher an Nerds erinnern), bleibt die Motivation bis zum Schluss unklar, warum sie das machen. Ist es ein Livestream für perverse Internet-Zuschauer? Machen die Verhaltensexperimente? Oder sind das alles doch nur Bekloppte, die zu einer Sekte angehören? Man kann nur spekulieren und erahnen, dass das Ganze blutig ausgehen wird.

Wenn man mal den Part mit den Wissenschaftler ausklammert, kommt einem die Handlung  vor, als hätte man sie schon tausend mal in anderen Varianten gesehen: Die üblichen Charaktere, der Tankstellenwärter, der die Jugendlichen noch ausdrücklich warnt dahin zu fahren, das Ferienhaus entpuppt sich als heruntergekommene Holzhütte mitten im dunkelsten Wald. Anfangs könnte man behaupten, hier ist alles dermaßen unterschwellig dreist geklaut - aber genau das soll sich im weiteren Filmverlauf als Stärke erweisen.
"Cabin in The Woods" ist sozusagen die Antwort auf die Frage, warum es Horrorfilme überhaupt gibt und warum sie alle immer gleichablaufen. Obwohl der Horror-Fan mit Sicherheit auf weit über 20 bekannte Filmpersiflagen und locker 50 Gesetze der eisernen Regeln des Slasher/Horror-Films trifft (bzw. unlogische Verhaltensmuster der Charaktere),  wird dies nicht auf banaler Scary-Movie-Ebene präsentiert, sondern in einer "todernsten" Parodie, vor der man sich einfach nur verneigen kann.

Der Schluss, mit dem so niemand rechnen dürfte, entpuppt sich als mehrfache Wendung mit einigen Überraschungen. Und vor allem steppt hier der Wolf in Sache Gore, was Klientelgruppe 1 (Popcornjunkies) zufrieden stellen dürfte. Man kann diesem genialen Film lediglich vorhalten, dass gerade dieses Schlussdrittel einfach zu kurz ausgefallen ist und ziemlich abrupt endet und uns einige Erklärungen schuldig ist.

"The Cabin in the Woods" ist die absolute Überraschung der letzten Jahre. Hier wird dermaßen perfekt die Unterhaltung mit intelligenter, tiefgründiger Parodie gemischt, dass ich von einem Meisterwerk sprechen kann. Unbedingt ansehen!

10/10


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