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Cabin in the Woods, The (2012)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 29.01.2013, seitdem 371 Mal gelesen



Die Horrorfilm-Parodie „The Cabin in the Woods“ wurde bereits 2009 fertiggestellt, gelangte aber erst zwei Jahre später in die US-Kinos; nach Deutschland schaffte sie es gar erst im September 2012. Seitdem ist sie bei Genre-Fans jedoch in aller Munde, diese Kollaboration der Herren Drew Goddard und Joss Whedon, die gemeinsam das Drehbuch verfassten. Goddard übernahm als Debütant die Regie, Whedon produzierte den Streifen. Zuvor sind beide in Erscheinung getreten als „Cloverfield“-Autoren, Whedon ist zudem der Kopf hinter Serien wie „Buffy – Im Bann der Dämonen“, „Angel – Jäger der Finsternis“ sowie Autor von „Alien – Die Wiedergeburt“, „The Avengers“ und diversen Comics.

Die fünf College-Schüler Jules (die Attraktive; Anni Hutchison, „Power Rangers Jungle Fury“), Curt (der Sportler; Chris Hemsworth, „Thor“), Holden (der dunkelhäutige nette Intelligente; Jesse Williams, „Grey’s Anatomy“), Marty (der Kiffer; Fran Kranz, „The Village – Das Dorf“) und Dana (die frisch Getrennte; Kristen Connolly, „The Bay“) begeben sich auf einen Ferientrip zu einer abgelegenen Waldhütte. Bei einer Tankrast prophezeit der wenig vertrauenserweckende Tankwart den fünf Freunden bereits ein baldiges Ableben, doch unbeirrt setzen sie ihre Reise fort. Am Ziel angekommen finden sie geheimnisvolle Tagebucheinträge und andere mysteriöse Devotionalien. Unwissentlich „aktivieren“ sie durch ihr Stöbern fiese Zombies, die fortan hinter den Campern her sind. Doch wer zieht wirklich die Fäden in diesem makabren Spiel?

Ich kann mich der Meinung der Vielen nur anschließen, die mahnen, „The Cabin in the Woods“ mache am meisten Spaß, wenn man am wenigsten über ihn weiß. Deshalb sollten diejenigen, die den Film noch nicht kennen, auch ab dieser Stelle am besten gar nicht weiterlesen. „The Cabin in the Woods“ beginnt wie eine keinerlei Klischee auslassende Mixtur aus „Tanz der Teufel“, „Freitag, der 13.“ und Konsorten; rätselhafte Aktivitäten in einer geheimen computerisierten Schaltzentrale, die mit den Erlebnissen der jungen Menschen in Zusammenhang zu stehen scheinen, irritieren jedoch die Stereotypie. Ähnlich eines Sportereignisses schließen die Mitarbeiter Wetten auf den weiteren Verlauf der sich unter ihrer ständigen Beobachtung befindenden Jugendlichen im Kampf gegen alle Widrigkeiten ab – und es ist Richard (Bradley Whitford, „An American Crime“) und Steve (Richard Jenkins, „Let Me In“) sogar möglich, von dort aus Einfluss auf den Ablauf zu nehmen. So werden z.B. von den Urlaubern unbemerkt Gase ins Haus geleitet, die ihren Geist vernebeln und rational nur schwer nachvollziehbare Entscheidungen treffen lassen, wie das sich Trennen in einer Gefahrensituation...

Somit entpuppt sich „The Cabin in the Woods“ als trotz bzw. gerade wegen des klischeehaften Beginns originelle Genre-Karikatur, als zynische, böse Satire voll schwarzen Humors und der damit einhergehenden auch grafischen Härte einerseits sowie einer intelligenten Auseinandersetzung mit Genre-Charakteristika/-Versatzstücken und der Zuschauer-Erwartungshaltung andererseits. Gleichzeitig ist der Film zeitgemäßes Zitatekino, das nicht bei den bereits erwähnten Titeln Halt macht und jeden Genrenerd das Höschen feucht werden lassen dürfte – spätestens dann, wenn es im Finale zum absoluten Monster- und Kreaturen-Overkill (inkl. Einhorn und Meerjungfraumann Wassermann!) kommt und x Jahrzehnte Horrorfilmgeschichte am Zuschauer vorüberziehen. Im Laufe der Handlung erfährt man erst nach und nach, was der wahre Hintergrund der Aktivitäten in der Schaltzentrale ist, was die Spannung aufrecht erhält: Da müssen uralte Götter durch ritualisierte Opfergaben befriedigt werden, damit die Menschheit fortbestehen kann. Anfänglich vermisste ich noch ein paar nähere Informationen zu den alten Göttern – bis mir bewusst wurde, dass der Zuschauer, also ich, damit gemeint bin, der genau diese Rituale immer wieder einfordert, nur minimale Abweichungen akzeptiert und damit den Plagiats-, Sequel- und Prequel-Wahn der Filmindustrie nährt. Dies ist jedoch der Punkt, an dem sich die Katze in den Schwanz beißt. So versinnbildlicht die unheimliche Vielzahl an Ungeheuern, die dieser Film auffährt, eine unheimliche Stilvielfalt und kreative Entwicklung, die das Genre aufzubieten hat. So augenzwinkernd, wie dieser Aspekt transportiert wird, sollte man ihn indes sicherlich nicht allzu ernst nehmen, sondern sich stattdessen am Einsatz offensichtlich eigens für „The Cabin in the Woods“ zusätzlich erdachter Kreaturen erfreuen.

Jenes Spektakel allerdings setzt im Vergleich zur wunderbar handgearbeiteten ersten Stunde des Films verstärkt auf CGI, wodurch die Plastizität verloren geht. Ansonsten bietet dieses gut gespielte Genrefest spannende und amüsante Unterhaltung, die sowohl Genrekenner als auch -neulinge erfreuen dürfte, denn die Erfahrung des Drehbuch-Teams hat trotz des intelligenten und leicht verschachtelten Konzepts dafür Sorge getragen, dass das Massenpublikum nicht aus den Augen verloren wird. Dass dieser Film das Genre verändern wird und/oder einen wichtigen Scheidepunkt darstellt, wie vereinzelt zu lesen war, wage ich jedoch zu bezweifeln. Eher könnte ich mir vorstellen, dass er die Plagiatoren, die er aufs Korn nimmt, zu zweifelhaftem, pseudolustigem Zitatekino animiert und dem Publikum Lust macht auf eben jenes zitierte Ritualkino, von dem man spätestens jetzt weiß, was man an ihm hat. So neu ist „The Cabin in the Woods“ nämlich nun auch wieder nicht; vom Ansatz her ähnlich war bereits die „Scream“-Reihe, die ihrerseits parodistische Vorbilder in den 1980ern hatte, sich wohlgemerkt aber weitestgehend auf das Slasher-Subgenre beschränkt.


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