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Road to Perdition (2002)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 27.04.2003, seitdem 2243 Mal gelesen



Da wird Sam Mendes nach seinem erst zweiten Film schon wieder in den höchsten Tönen gelobt. An die Qualität seines Debütwerkes reicht "Road to Perdition" jedoch nicht. Die Geschichte strotzt zunächst keineswegs vor Innovation. Das altbackene Motiv Rache nimmt einen bedeutenden Stellenwert ein, als Hauptprotagonist Michael Sullivan seine Frau sowie einen seiner Söhne verliert. Denn zuvor war Sohnemann Michael Jr. Zeuge eines von Connor Rooney, Sohn des mächtigen Gangsterbosses John Rooney, begangenen Mordes geworden, weshalb Connor die ganze Familie Sullivan aus dem Weg räumen lassen wollte. Doch dies gelingt, wie bereits angerissen, nicht ganz - beide Michaels kommen erst später an den Tatort.

Der Drang nach Rache treibt den untröstlichen Vater und damit auch den Plot voran. Außerdem spielt in der ruhig erzählten, anfangs aber mit einigen Längen versehenen Story das Thema Loyalität keine unwichtige Rolle, denn zwischen Michael Sullivan und John Rooney bestand eine größere Vater-Sohn-Bindung als zwischen John und seinem wahrhaftigen Sohn Connor. Blut ist letztendlich dicker als Wasser; der Gangsterboss entscheidet sich gegen Sullivan, was einen inneren Konflikt in ihm auslöst. Das Ganze ist nun nicht wirklich neu, auch nicht sonderlich kompliziert, allerdings auf narrativer Ebene qualitativ überzeugend. Einen bissigen Inhalt oder tiefgreifende Botschaften wie bei "American Beauty" darf man von Sam Mendes diesmal aber nicht erwarten.

Zu seinem Erstlingswerk lassen sich hier übrigens auffällige, vor allem stilistische Parallelen erkennen, die in gewissem Maße Mendes' Handschrift widerspiegeln, doch in diesem Falle in zu hoher Konzentration vorhanden sind. Wenn Familie Sullivan am Essenstisch speist, kann man dies noch als augenzwinkernde Anspielung auf "American Beauty" deuten. Wenn allerdings die dargebotene musikalische Untermalung, das Ende in seiner Bilddramaturgie sowie der Epilog ebenfalls drakonisch an Mendes' Debütwerk erinnern, dann grenzt dies an Einfallslosigkeit.

Die Gesamtinszenierung ist aber dennoch gelungen. Die stimmige Atmosphäre zieht sich überwiegend pessimistisch und trist durch den Film. Traurige Farbtöne kommen in malerischen, von Kameramann Conrad Hall eingefangenen Bildern hauptsächlich zum Tragen. Nicht zu vergessen sei natürlich auch die wirklich fabulöse Sequenz im Regen, in der einige Protagonisten das Zeitliche segnen. So hervorragend wie sich die inszenatorische Seite zeigt, präsentiert sich die Darstellerriege jedoch nicht ganz. Tom Hanks ist nicht in Topform; seine versucht kühle Ausstrahlung vermag er nicht völlig überzeugend zu entfalten. Daniel Craig als Connor Rooney bleibt viel zu blass und ein Paul Newman in der Rolle des Gangsterbosses John Rooney spielt zwar nicht schlecht, aber bei weitem nicht in der Liga eines Marlon Brando, mit dem er hier teilweise verglichen wird.

Sam Mendes beweist mit seinem erst zweiten Werk erneut sein ungeheueres Talent, doch etwas innovativer darf auch er manchmal sein. Eine im Grunde flache Story und ein sich zum Teil daraus ergebendes, nur mittelmäßiges Spannungsniveau verhindern zudem eine höhere Benotung meinerseits.


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