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Road to Perdition (2002)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 20.06.2003, seitdem 420 Mal gelesen



Michael Sullivan "arbeitet" für John Rooney, einen der einflußreichsten Männer des organisierten Verbrechens. Seine Familie, insbesondere seine beiden Söhne, hält er aus seinen Angelegenheiten völlig heraus. Bis sich eines Nachts sein Ältester im Auto versteckt, als Michael zur "Arbeit" fährt. So wird der Junge unfreiwillig Zeuge eines Mordes und stellt von da an eine potentielle Gefahr für das Syndikat dar. Nun gerät Sullivans gesamte Familie auf die Abschußliste von Rooneys Gangstern. Im Kampf um seinen Sohn wächst Michael über sich hinaus und entdeckt ganz andere Seiten an sich...

Mit "Road to Perdition" hat Sam Mendes einen Film erschaffen, der neben seiner tollen Ausstattung vor allen Dingen von den überragenden Schauspielern lebt. Ein ums andere Mal wird man an den "Paten" erinnert, was allerdings absolut nicht negativ gemeint ist. Vielmehr holt Mendes aus der relativ unoriginellen Geschichte alles heraus. Der Film ist ein spannender Thriller, ein bewegendes Drama und gleichzeitig eine ungemein feinfülig inszenierte Charakterstudie.
Im Prinzip kennt Sullivan seinen Sohn gar nicht. Erst durch den Zwischenfall, der sie zur Zielscheibe der Killer seines ehemaligen Auftraggebers macht, entwickelt sich eine Art familiärer Beziehung. Dabei wirkt Michael, der sonst so professionelle und unerschütterliche Gangster, mehr als nur ein bißchen unsicher.
Tom Hanks spielt Sullivan mit einem unglaublichen Facettenreichtum. Im Laufe der Handlung gelingt es ihm, seinen Charakter vom wortkargen, unnahbaren und strengen Mann zu einem liebevollen Vater umzufunktionieren, während man ihm sowohl die eine Seite, als auch die andere abnimmt. In jedem Fall liefert er eine der beeindruckensten Vorstellungen seiner bisherigen Karriere ab.
Doch auch John Rooney wird als Gangsterboß von schrecklichen Gewissensbissen geplagt und weiß nicht, wie er mit Michael, der für ihn wie ein Sohn war, umspringen soll. So bekommt dieser Charakter ein Gesicht und ist nicht der plakative Bösewicht, den man sonst aus dem Kino gewohnt ist. Rooney wir von Paul Newman verkörpert, der ebenfalls eine Glanzleistung hinlegt und sich dem Zuschauer nachhaltig im Gedächtnis einprägt.
Ganz außergewöhnlich ist auch die Leistung von Jude Law als eiskalter Killer Maguire. Wer ihn noch aus Spielbergs "A.I." als gelackten Schönling im Gedächtnis hat, der wird Schwierigkeiten haben, ihn wiederzuerkennen. Mit falschen Zähnen und einer gekrümmten Körperhaltung erinnert er einen mehr an eine Art Hyäne, als an einen Menschen. Selten habe ich auf der Leinwand einen derart üblen Bösewicht gesehen.
Zuletzt muß noch Tyler Hoechlin lobend erwähnt werden. Er spielt Michael Sullivan jr. völlig überzeugend und liefert somit eine der besten darstellerischen Leistungen ab, die ich bisher bei einem Schauspieler seines Alters gesehen habe. Sowohl die erwachsenen, als auch die kindlichen Züge seines Charakters wirken nicht in einer Szene aufgesetzt. Neben der Riege der etablierten Superstars macht er dadurch eine ausgesprochen gute Figur.
Doch auch die anderen Darsteller wissen zu überzeugen. In der Rolle des Connor Rooney ist Daniel Craig zu sehen, der durch sein permanentes, falsches Grinsen einen durchweg unsympathischen Eindruck hinterläßt.
Man sieht, daß "Road to Perdition" zu einem Großteil von seine überragenden Schauspielern lebt.

Jedoch ist auch die Inszenierung über jeden Zweifel erhaben. Der Film baut die ganze Zeit eine drückende Atmosphäre auf, die bis zum Schluß anhält und die hoffnungslose Situation von Vater und Sohn visuell verstärkt. In langen, ruhigen Bildern erzählt, bildet der Film einen angenehmen, fast schon klassischen Gegenpol zu den videoclipartigen Actionfilmen heutiger Zeit. Die größtenteils unaufdringliche und äußerst passende musikalische Untermalung von Thomas Newman fügt sich perfekt in das Gesamtbild ein.

"Road to Perdition" ist ein wahres Fest für Cineasten. Jeder, der mit Gangsterfilmen im Stil von "Der Pate" etwas anfangen kann, darf sich dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen.
9/10 Punkte


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