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Beilight - Biss zum Abendbrot (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 14.09.2010, seitdem 1402 Mal gelesen



Kann man eine Parodie auf etwas verstehen, das ausschließlich vom Hörensagen her ein Begriff ist, während lediglich einige Trailer von „Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen“ als Grundwissen über das Original dienen?
Man kann, denn das berüchtigte Gurken-Duo Friedberg/Seltzer setzt mehr auf eine überspitzte Kopie, womit man sich zwar das Original der Teen-Vampir-Romanze ersparen könnte, mit dessen Verulkung aber auch nicht sonderlich viel Biss geboten kommt.

Grob die Handlung der Vorlage überflogen, aha, the same mit anderen Namen:
Becca zieht mit ihrem Vater/Sheriff nach Sporks, geht auf eine neue Schule, wird als Außenseiterin behandelt, bis ihr der bleiche Schüler Edward ins Auge sticht.
Wenig später rettet er ihr mithilfe eigentlich übermenschlicher Fähigkeiten das Leben, woraufhin Becca bereits etwas schwant.
Doch nach einer halbherzigen Aussprache haben es drei Vampire auf die Schülerin abgesehen…

Bei den Regisseuren ist man spätestens seit Fantastic - und Disaster Movie ein gewisses Pups-Niveau gewohnt und so ganz haben sie ihre orale und anale Phase wohl noch immer nicht kompensieren können und streuen ein paar platte Gags ein, die genauso aus dem Kontext fallen, wie diverse Anspielungen auf populäre Medienformate („Popstars“) oder das Erwähnen einiger Promis auf absteigendem Ast (Lindsey Lohan).
Dabei bietet die Vampirgeschichte ein enorm breites Feld für Verulkungen aufs Genre, doch dieses Potential wird nur allzu selten genutzt.

Stattdessen wechseln sich politisch unkorrekte Dialoge („Das sind kanadische Einwanderer“) mit brachialem Slapstick und viel albernem Klamauk ab.
Wenn Edward seine behänden Fähigkeiten beim Jonglieren mit Apfel, Bowlingkugel und Baby demonstriert, ist die Pointe im Vorfeld absehbar und Gags wie mit dem feststeckenden Vampirzähnen oder dem Werwolf, der einer Katze hinterher jagt, zünden bei Wiederholungen eher selten.
Obgleich: Bei der Menge an grotesken Szenen gedeihen immerhin eine Handvoll, was teilweise auch dem Verlauf der biederen und oftmals klischeebeladenen Geschichte geschuldet ist.

Denn auf den ersten Blick sind die Hauptfiguren treffend besetzt, die überzogene Darstellung des vermeintlichen Paares kann während der einen oder anderen Szene zum Schmunzeln anregen und besonders zum Finale, welches auf dem Schulball stattfindet, kommen ein paar skurrile Randfiguren hinzu, welche sich maßlos ins Overacting hineinsteigern.
Sonderlich innovativ geht zwar auch der Showdown nicht vonstatten, was das ideenlose Ende noch mal deutlich untermauert, doch zumindest fällt die Plattheit des Ganzen aufgrund hohen Tempos am Ende nicht mehr so stark ins Gewicht.

Eine gelungene Parodie sieht demzufolge natürlich anders aus und auch mit den typischen Vampireigenschaften hätte man deutlich mehr Schindluder treiben können.
Doch andererseits bieten die knapp 80 Minuten immerhin einen Einblick für Neulinge, die mit der „Twilight“ - Saga noch gar nicht vertraut sind und die sich nach dieser Verarschung zumindest ein Bild davon machen können, wie ultra-kitschig das Original phasenweise daher kommen dürfte.

Wie immer bei Friedberg/Seltzer, welches vergleichsweise noch schwächere Werke hervorgebracht hat: Gut besetzt und passabel ausgestattet, doch dramaturgisch eine Nullnummer und die wenigen guten Gags sind die, deren Pointe sich im Hintergrund abspielt.
Entsprechend schmeckt der Biss zum Abendbrot ein wenig wie Pizza aus der Mikrowelle: Man weiß, wie es schmecken könnte und an sich sind die Zutaten korrekt, doch wirklich ansprechend mundet der ineinander verlaufende Matsch letztlich nicht…
3,5 von 10


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