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Bride of Frank, The (1996)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 21.08.2007, seitdem 661 Mal gelesen



BRIDE OF FRANK
Frank ist ein potthässlicher, ungewaschener, asozialer, alter Penner, der im Bürogebäude einer kleinen Lieferfirma außerhalb von New York arbeitet. Sein einziger Wunsch: Eine Frau mit dicken Titten. Also geben seine Arbeitskollegen für ihn eine Kontaktanzeige in einer Zeitung auf und es melden sich tatsächlich einige Damen. Doch jedes Mal wenn sie Frank an seinem Arbeitsplatz besuchen, läuft etwas schief. Die Frauen provozieren ihn oder machen andere Dummheiten und dann tickt Frank aus und ermordet sie. Wird es dem sonst eher gutmütigen und friedlichen Ladykiller Frank doch noch gelingen, die Frau seiner Träume zu finden?
Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich glauben, dass hier Troma ihre Finger im Spiel hatten. Nein, das ist nicht der Fall, aber der ätzende Humor in Verbindung mit den krassen Splatterszenen legt in diesem Billigfilmchen die Vermutung nahe. Hier werden alle Grenzen des guten Geschmacks vorsätzlich überschritten und mit größter Selbstverständlichkeit die scheußlichsten Dinge (Franks ungewaschene Füße!) gezeigt, die jedem Mitternachtsschmuddelkino zur Ehre gereichen würden. Einige Schreiberlinge ziehen sogar Vergleiche mit Undergroundschockern aus den 70ern wie PINK FLAMINGOS, weil es heute nur noch wenige solcher bizarren Mixturen aus Blut, Sex und Fäkalien zu sehen gibt. Der Grad zwischen plumpen Drecksfilmen und frechen, Tabu brechenden Komödien ist oft sehr schmal und letztlich muss jeder selber entscheiden, was seinem Geschmack entspricht, aber ich für meinen Teil habe den brillanten Humor dieser frechen Farce erkannt und würde sie wegen ihrer zielsicheren Gags und der schelmischen Freude aller Beteiligten an der Sache in eine ganz andere Schublade stecken als etwa solche schauerlichen Sauereien wie GROSS OUT oder ZOMBIE TOXIN, über den ich auch noch irgendwann schreiben werde. Manche Filmemacher können mit Exkrementen und Geschmacklosigkeiten herrlich derbe Witze auf den Bildschirm zaubern, siehe SOUTH PARK oder DRAWN TOGETHER, andere bleiben beim plumpen Ekel hängen. Es ist das gewisse Etwas, dass hier den Ausschlag gibt. Andere Menschen mögen das anders sehen und Franks debiles Treiben nur abstoßend finden. Aber wenn der runzelige alte Sack einem vorlauten Geek androht, ihm seinen Kopf abzureißen und ihm in den Hals zu kacken und genau das dann auch buchstäblich tut, dann kann man gar nicht anders, als lauthals lachen. Auch die Tanzeinlagen der furchtbar fetten Stripperin oder die Szene, wo Frank erst viel zu spät merkt, dass er auf einen Transvestiten reingefallen ist, sind sehr „speziell“ und erreichen je nach Betrachter und Stimmung im Wohnzimmer völlig unterschiedliche Wirkungen. Auch ich kann letztlich meine Faszination an BRIDE OF FRANK nicht genau erklären. Normalerweise habe ich es nicht so mit obszönen Dialogen und Geschichten aus der Gosse, aber weil alle Bosheiten im Film ihren völlig eigenen Charme entwickeln und nie wirklich beleidigend gemeint zu sein scheinen, finde ich Frank und seine Abenteuer auf ihre Weise eben sehr amüsant. Der Humor ergibt sich auch aus den offensichtlich einfachen Effekten und Franks stoischer Ruhe beim nuschelnden Aufsagen seines Textes. Ich glaube, der Mann spielt sich selbst. Ist mal was anderes als immer nur schmatzende Zombies und ewig gleiche Slasher-Aufgüsse. Aber um diesem Film etwas abgewinnen zu können, muss man sich so weit wie möglich vom Mainstream mit seinen professionellen Darstellern und den großen Budgets entfernt haben, wie nur irgendwie möglich. Ich kann also nachvollziehen, wenn viele Stimmen auf imdb oder ofdb kein gutes Haar an diesem Kultklassiker lassen.Manche Quellen geben 1996 als Entstehungsjahr an, andere hingegen 1991. Anhand der Bilder würde ich eher auf 1996 tippen, aber so oder so ist der dargebotene Witz sehr freizügig und ein Wegbereiter der heutigen amerikanischen, nahezu grenzenlosen Nachtprogramm-Comedy.
8 von 10.


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