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72 Stunden - The Next Three Days (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 11.02.2011, seitdem 1584 Mal gelesen



Laut Gesetz ist es ja keine Straftat aus dem Gefängnis auszubrechen, - vorausgesetzt, es wird niemand verletzt und die Sache ist ausschließlich auf dem Mist der oder des Ausbrechers gewachsen.
Problematisch ist allerdings das Intervenieren einer weiteren Person, beispielsweise des Ehemannes, der eine Großfahndung der Bundespolizei auf sich nimmt, um die Familie außer Landes zu schaffen.

Es schien ein ganz normales Abendessen mit dem Bruder und seiner Frau zu sein, doch Lara (Elizabeth Banks) muss einen schlechten Tag gehabt haben und lässt sich nur schwer vom Ehemann John (Russell Crowe) beruhigen. Am nächsten Morgen wird sie von den Cops ruckartig aus dem Kreis der Familie unter den Augen des Sohnes Luke gerissen: Anklage Mord, Lara soll ihre Chefin ermordet haben. Nach drei Jahren entschließt sich John zu einer Befreiungsaktion, die er genau vorbereitet, geplant und einstudiert hat, denn innerhalb von 72 Stunden muss die Sache zum Ende kommen…

Interessant ist an der Prämisse, wie ein bis dato glückliches Familienleben mit einem Schlag zunichte gemacht werden kann, ohne dass jemand daran Schuld hat. Ein allein erziehender Vater und Lehrer, der dem Sechsjährigen gegenüber eine Menge Geduld aufbringen muss und eine Frau, die er annähernd täglich besucht.
Regisseur Paul Haggis lässt den Figuren angemessenen Raum zur Entfaltung, wobei der etwas störrische, aber im Grunde sehr liebevolle Charakter des vermeintlichen Helden John zum uneingeschränkten Sympathieträger wird und man ihm im Vorfeld eine reibungslose Befreiungsaktion wünscht.
Die erste Stunde ist wie ein Drama konzipiert, - gemächlich, emotional, nachdenklich stimmend und nah an den Figuren, einschließlich der Nebencharaktere.

Als es dann zur Planung der Befreiung kommt, ist es spannend und gleichermaßen mit einer Portion Sarkasmus zu erleben, wie ein Durchschnittsbürger kriminelle Gefilde betritt, um etwa an gefälschte Pässe oder Sozialversicherungskarten zu gelangen und dabei nicht immer an die richtigen Typen gerät.
Weniger interessant gestaltet sich die Aufklärungsarbeit der Cops, die zunächst nur eine vage Spur verfolgen und später etwas zu clever sind, um den Flüchtigen auf den Versen zu bleiben.

In der letzten Dreiviertelstunde hebt das Tempo merklich an und man schwenkt vom Drama zum Thriller, ohne jedoch die emotionalen Momente außen vor zu lassen.
Es folgen zahlreiche Schauplatzwechsel und einige recht rasante Szenen, spätestens als eine U-Bahn gestoppt wird.
Natürlich sei an dieser Stelle nicht verraten, ob die Aktion mit Erfolg gekrönt wird, wenn nicht, wäre es allerdings ein emotionaler Tiefschlag für den Betrachter…

Besetzungstechnisch hat man eine gute Wahl getroffen. Für den Tüftler und sensiblen Familienvater stellt Russell Crowe die erste Wahl mit dem leicht verkniffenen Hundeblick mit sanfter Verzweiflung und etwas mehr Gewicht als üblich. Elizabeth Banks überzeugt ebenfalls in der Rolle seiner Frau, deren Warmherzigkeit leicht falsche Tatsachen vorgaukeln könnte, wobei sie auf der anderen Seite die Liebe zu ihrem Sohn nicht spielt. Auch die übrigen Mimen überzeugen auf ganzer Linie, wie etwa Liam Neeson in der Gastrolle als indirekter Initialzünder der Planungen.

Natürlich wird der rasante Showdown von einigen Unwahrscheinlichkeiten und arg konstruierten Begebenheiten begleitet, doch dafür steht die kontrastreiche Mischung in einem guten Verhältnis, - jener Mixtur aus Drama und Action, und einer gesunden Portion Herzblut.
Überaus sympathisch besetzt, bietet der Streifen in erster Linie kurzweilige Unterhaltung, - da mag man über kleinere Längen im ersten Teil und Logiklöcher im zweiten hinwegsehen, denn hier ist in jeder Hinsicht Mitfiebern angesagt.
7,5 von 10


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