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72 Stunden - The Next Three Days (2010)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 03.10.2011, seitdem 411 Mal gelesen



Ein gutes Beispiel dafür wie schnell es Hollywood gelingt ein Remake zu kreieren, denn das französische Original "Ohne Schuld" erschien selbst erst vor zwei Jahren. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Paul Haggis (Im Tal von Elah, L.A. Crash) machte aus der Vorlage eine packende Mischung aus Drama und Thriller, die nur in der ersten Halbzeit ein wenig zu lang geraten scheint. Über zwei Stunden Laufzeit ist eben kein Pappenstiel, doch der finale Spannungsbogen entschädigt dafür locker.
Besonders die Tatsache eine normale Familie aus ihrer Idylle zu reißen, macht den Zuschauer für die Geschichte verständig. Denn angeblich soll Lara Brennan (Elizabeth Banks) ihre Chefin ermordet haben, zahlreiche Indizien sprechen dafür. Doch ihr Ehemann John (Russell Crowe) glaubt fest an ihre Unschuld und plant einen waghalsigen Befreiungsversuch. Bei der Planung seines Coups wird er sogar zum Kriminellen und zieht die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich. Ganz schlimm wird es, als Lara verlegt werden soll. Nun bleiben John nur noch drei Tage Zeit, um seinen gefährlichen Plan in die Tat umzusetzen, dafür setzt er sogar sein eigenes Leben aufs Spiel.

Natürlich darf man sich von Anfang an sicher sein, dass Lara diesen Mord nicht begangen hat. Diverse Rückblenden sprechen dafür, doch des Rätsels Lösung gibt es erst ganz zum Schluss. Haggis nimmt sich hier vor allem Zeit für Emotionen und das nun zerrüttete Leben der Familie Brennan. John muss sich allein um den kleinen Luke kümmern, der sich immer mehr von seiner Mutter distanziert. Lara sieht bald keinen Sinn mehr in ihrem Leben und begeht sogar einen Selbstmordversuch, der eigentliche Auslöser für Johns Befreiungsaktion. Und nun plant ein normaler Bürger, von der kriminellen Materie keine Ahnung, solch eine Aktion. Das klingt zuerst ein wenig unglaubwürdig, doch Haggis zeigt dieses Unterfangen in kleinen Schritten, wo auch mal etwas richtig schief geht. Es gilt das Haus zu verkaufen, um die nötige Kohle zu haben, falsche Pässe samt Sozialversicherungsnummer müssen besorgt werden und vor allem darf niemand davon erfahren. John muss seine jetztige Lebensweise komplett umstellen und jede Veränderung macht ihn verdächtig. Besonders die Aktion mit dem Schlagschlüssel im Gefängnis sorgt für eine Spannungsspitze und hätte fast das Ende von Johns Befreiungsversuch bedeutet. Somit zieht er auch noch das Interesse der Polizei auf sich.

Haggis verlässt sich dabei auf seine ruhige aber spannende Inszenierung, die unseren Helden auch mal eine Dummheit begehen lässt, zum Beispiel als er sich mit Gewalt das Geld für seine Flucht besorgt. Jedoch gibt es auch eine kleine Kehrseite, denn der ruhige John verwandelt sich zu schnell zum fast emotionslosen Kriminellen, der ohne Bedenken seinen gefährlichen Plan durchzieht. Der sorgt in der letzten Dreiviertelstunde für Hochspannung und natürlich passieren einige unvorhergesehene Dinge, welche die Flucht fast platzen lassen. Etwas überzogen ist allerdings auch, wie weit John hier voraus gedacht hat, um die Polizei auf die falsche Fährte zu führen. Trotzdem lässt einem diese Flucht zu keiner Sekunde kalt, nicht mal das typische Hollywood Happy End und einige zu konstruiert wirkende Zufälle vermögen da zu stören.
Der erfahrene Russell Crowe (Gladiator, Todeszug nach Yuma) verkörpert dabei die Entwicklung vom normalen Familienvater zum eigentlich Kriminellen sehr glaubwürdig und gefällt besonders durch seine ruhige Ausstrahlung. Auch die restlichen Figuren verhalten sich sehr menschlich, an den Darstellern gibt es nichts auszusetzen.

Ein Justizirrtum als Alptraum, man muss sich immer vor Augen halten, was man ihn Johns Lage tun würde. Natürlich ist "72 Stunden" in einigen Situationen etwas realitätsfern, was jedoch den gelungenen Spannungsbogen nicht zerstört. Haggis ist der Sprung vom emotionalen Drama zum spannenden Thriller sehr gut gelungen, was auch an Russell Crowe liegt, der hier abermals eine Galavorstellung gibt. Über zwei Stunden packende Unterhaltung sind garantiert, ein paar Schönheitsfehler fallen da kaum ins Gewicht.


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