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Sanctum (2011)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 18.03.2011, seitdem 3563 Mal gelesen



"Da oben interessiert es Niemanden, was wir in diesen Löchern treiben!"

Was Josh (Rhys Wakefield) aus Trotz und Verzweiflung seinem Vater Frank (Richard Roxburgh), der als Expeditionsleiter für den Millionär Carl (Ioan Gruffudd) das größte Höhlensystem der Welt in Papua-Neuguinea erforscht, entgegen wirft, ist symptomatisch für den gesamten Film, denn in "Sanctum 3D" geht es vor allem darum, wie sich eine Gruppe von Menschen aus einem riesigen Höhlenlabyrinth, dessen natürlicher Zugang dank eines Unwetters verschüttet wurde, wieder an die Erdoberfläche wühlen.

Natürlich gibt es auch eine Story, aber die ist schnell erzählt. Zu Beginn verdeutlicht der Film, mit Hilfe zweier paralleler Erzählstränge, dass eine große Crew seit Jahren professionell damit beschäftigt ist, eine Höhle, deren Zugang mitten im Urwald von beeindruckender Größe ist, zu erkunden und das das lebensgefährlich ist. Während Sohn Josh, zusammen mit Auftraggeber Carl und dessen Freundin Victoria (Alice Parkinson) per Hubschrauber über den Urwald fliegen und sich dann in das riesige Loch abseilen, ist Vater Frank gerade dabei, mit Kollegin Judes (Allison Cratchley) in einen neuen Bereich des Höhlensystem einzutauchen. Sie finden eine riesige Kathedralen artige Höhle, aber dabei kommt es zu einem Unfall, der für Judes tödlich endet.

In dieser Anfangssequenz werden alle inhaltlichen Belange schon berührt - der Vater-Sohn-Konflikt, der reiche Adrenalin-Schnösel, der sich das Abenteuer leisten kann, seine Freundin, die als erfahrene Bergsteigerin auch glaubt, sich in unterirdischen Höhlen auszukennen, und ein paar nette Side-Kicks, denen nicht mehr viel Lebenszeit bleibt. Wirklich von Bedeutung sind diese Konstellationen nicht, denn dort unten ist professioneller Pragmatismus gefragt, nachdem den Beteiligten der Rückweg abgeschnitten wurde. Frank sorgt gleich für die richtige Einordnung der Situation, als er einen Schwerverletzten, quasi als Sterbehilfe, ertränkt, denn mitnehmen kann man, entgegen der Meinung der anderen Beteiligten, bei dem kommenden Tripp Niemanden. Auch sonst wird es sich erweisen, dass die Befolgung von Franks Anweisungen über Leben und Tod entscheiden, auch wenn dessen raue Art bei den Meisten nicht ankommt.

"Sanctum 3D" bleibt angenehm zurückhaltend in emotionaler Hinsicht, beschränkt sich nur auf die Entwicklung des Vater-Sohn-Verhältnisses, und konzentriert sich sonst ausschließlich auf die sich ständig steigernden Anforderungen bei dem verzweifelten Versuch, noch irgendwie aus der Höhle herauszukommen, bevor ihnen endgültig die Luft und das Licht ausgehen. Im Spannungsaufbau leistet sich der Film ein paar Genre-typische Anpassungen an die Erwartungen an einen Kinofilm, aber sonst bleibt der Film ein Dokument des Dauerkletterns und Tauchens in einem Höhlensystem, eingefangen in beeindruckenden, technisch ausgereiften 3D-Bildern.

Daran werden sich letztlich auch die Geister scheiden, denn wer sich bei Josh's zu Beginn zitiertem Satz angesprochen fühlt, wird nur wenig Begeisterung für den Film entwickeln. Die Charakterzeichnungen und die Story bleiben schwach, weshalb die regelmäßigen Todesfälle keine Tragik vermitteln können, aber es gibt auch Momente, die in Erinnerung bleiben - als Frank und Josh nach langem Klettern durch engste Durchbrüche und Verbindungen plötzlich in einer großen, mit Licht durchfluteten Höhle, mit einer kreisförmigen Öffnung am Kuppeldach stehen, ist das so schön, das man dort ewig verweilen könnte. Die Oberfläche und damit ihr Ziel scheint greifbar nah, aber es ist unmöglich von hier nach oben zu kommen, und so begeben sie sich wieder zurück in die dunkle, nasse Enge ihrer Höhlen (6/10).


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