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Perfekte Waffe, Eine (1991)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 06.04.2007, seitdem 1654 Mal gelesen



Als Anfang der Neunziger Aikido-Fachmann Steven Seagal („Under Siege“, „Submerged“) unter Warner langsam aber sicher zu einem Kassenmagneten reifte, entschied sich auch Paramount die selbe Schiene zu fahren und finanzierte mit „The Perfect Weapon“ das erfolgreiche Kinodebüt von Kenpo-Star Jeff Speakman („Street Knight“, „Deadly Outbreak“), dessen Filmkarriere danach leider, wenn auch zunächst noch mit sehenswerten Ergebnissen, im B-Action-Business verlief. Trotz des überzeugenden Einspielergebnisse kam es zu keinem weiteren Engagement bei Paramount.
„Kickboxer“ - Regisseur Mark DiSalle und Fight-Choreograph bzw. Stunt-Koordinator Rick Avery („The Expert“, „Deadly Outbreak“) besorgten dem Martial Arts – Ass ein Einstieg nach Maß. Sie sollten Speakman auch für die folgenden Filme die Treue halten und waren maßgeblich an den hervorragenden Actionszenen beteiligt.

Inhaltlich beschränkt sich der Film leider auf eine ziemlich einfallslos konstruierte Revenge-Story der klassischen Art, die nicht allzu weit von den damals gängigen, flachen Seagal-Kloppern entfernt angelegt wurde, aber Kenpo Karate als zentralen Aspekt mit einbringt.
Dabei präsentiert sich der Plot allerdings als ein Wulst aus Klischees und dem unglaubwürdigen Versuch der Geschichte zunächst einen Hauch familiärer Tragik abzuringen. Jeff (Speakman) war als Junge nämlich ein ungestümes Bürschen, dem der erzieherische Einfluss der toten Mutter fehlt. Sein überforderter Vater, selbst ein Polizist und darüber hinaus Witwer, verfrachtet ihn deswegen in eine Kenpo-Schule, damit sein Filius seine Agressionen kompensiert. Der Schuss geht allerdings kräftig nach hinten los, weil Jeff sich zu einer perfekten Kampfmaschine entwickelt, aber sein Temperament immer noch nicht zügeln kann. Als er und sein kleiner Bruder beim Sport auf dem Football-Feld von einem großmäuligen Spieler angepöbelt werden, prügelt Jeff ihn flugs zu Brei. Schwer verletzt wird der Junge ins Krankenhaus eingeliefert.
Da zieht sein wenig verständnisvoller Vater die Notbremse und muss einsehen, dass seine Erziehungsmaßnahmen nicht fruchten. Ergo scheucht er Jeff von dannen, damit wenigstens sein kleiner Bruder ohne negativen Einfluss aufwächst.... und Cop wird.
Als etliche Jahre später Jeffs väterlicher Freund Kim (Mako, „Rising Sun“, „Peral Harbor“) keine Geschäfte mit der koreanischen Mafia (u.a. James Hong, James Lew, Cary-Hiroyuki Tagawa) machen will und deswegen vom wandelnden Schrank Tanaka (Professor Toru Tanaka, „An Eye for an Eye“, „The Running Man“) kalt gestellt wird, rastet Jeff aus und kloppt sich durch die Unterwelt von L.A. bis er den Killer und seinen Auftraggeber vor die Pfoten bekommt.

Viel mehr Handlung braucht dieser Film auch nicht und wenn Autor David C. Wilson („Supernova“) die Story um ein paar Aspekte erweitern möchte, sind dies eher halbgare Ideen, wie der Bruderzwist zwischen Jeff und Adam (John Dye, „Best of the Best“) oder der junge Sidekick, der wenigstens nicht allzu sehr auf den Wecker geht, den er sich aber trotzdem hätte sparen können. Der Rest des Films läuft nach bewährtem Prinzip ab. Jeff Speakman holzt sich unter Volldampf durch die typischen Locations (Lagerhallen, Bars, Discotheken etc.) und kloppt jeden zusammen, der ihn schief anguckt, irgendwie verdächtig aussieht und nicht auf Drei die Biege macht. Die Martial Arts – Szenen, zum Teil mit Kampfstäben, sind stets vom Feinsten und die absoluten Prunkstücke des Films. Die temporeiche, spektakuläre Choreographie in Verbund mit dem (un)gesunden Härtegrad und Speakmans spektakulärer Kenpo-Technik ist eine echte Augenweide, wie eigentlich bei jedem seiner Auftritte. Speziell die fixen Kombinationen und Schlagkanonaden sind manchmal schneller als das Auge.
Dass zudem noch das naive Flair der Achtziger (inklusive entsprechender Musik) gepflegt wird, so dass Speakman seine Macho-Attitüden pflegen und mit Onelinern um sich werfen darf, erhöht den Filmspaß nur noch. Rick Avery dürfte auch hier wieder maßgeblichen Anteil an den überaus gelungenen Martal-Arts – Szenen gehabt haben.

Ein guter Support-Cast bekannter Gesichter (Al Leong stirbt mal wieder nach einer Sekunde Screentime), inklusive des charismatischen Brockens Professor Toru Tanaka, an dem Speakman am Ende auch ganz schön zu kauen hat, erledigt den Rest. Speakman macht auch hier schon schauspielerisch einen relativ souveränen Auftritt, obwohl er zum ersten Mal in einer Hauptrolle vor der Kamera stand und nur über wenig Erfahrung verfügte. Im Vergleich zu einigen seiner Kollegen bringt er dafür Einiges an Schauspieltalent mit ans Set.

Auch wenn das Drehbuch nicht das Beste ist, der Familienkonflikt und die dezent angedeutete Lovestory im Dojo die Handlung immer wieder leicht ausbremst, behält sich „The Perfect Weapon“ ein angenehmes Tempo vor, ohne echte Überraschungen zu bieten, sondern relativ konventionell auf sein nächtliches Finale im Hafen zu marschieren, wo ein für alle mal die Rechnungen beglichen werden und eine fürstliche Explosion den bildschirmfüllenden Abschluss bildet. Der Weg dorthin setzt sich aus der üblichen Reise durch zwielichtige Locations zusammen, in denen Speakman stets erst dann seine Antworten bekommt, wenn er sie aus den unsympathischen Zeitgenossen herausgeprügelt hat.


Fazit:
Die Macher konzentrierten sich für „The Perfect Weapon“ seinerzeit auf das Wesentliche. Mark DiSalle und Rick Avery inszenieren zwar ein sehr einfallslos konstruierten Revenge-Actioner, der aber von Jeff Speakman und dessen einmaligen Kenpo-Karate-Künsten zu ungeahnten Höchstleistungen gepeitscht wird. Die guten Darsteller, der recht flotte, 80minütige Ablauf, stimmungsvolle Kulissen und das nächtliche Flair von Los Angeles besorgen das Übrige. Den Durchbruch schaffte Jeff Speakman damals leider trotzdem nicht und begnügte sich mit einer Reihe sehenswerter B-Actioner, bevor er dann auch für weniger verheißungsvolle Projekte unterschrieb. In den Folgejahren konnte man trotzdem zunächst jeden seiner Filme mit Kusshand nehmen. Dies hier ist aber sein Bester.


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