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Gingerdead Man 3-D: Saturday Night Cleaver (2011)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 18.01.2014, seitdem 275 Mal gelesen



Er ist nicht totzukriegen, der Gingerdead Man. Selbst eine zünftige Kreuzigung mit kombinierter Feuerbestattung kann ihm nicht viel anhaben (siehe Gingerdead Man 2: Passion of the Crust). Also hat man ihn eingesperrt, in ein Hochsicherheitsgefängnis für mordlüsterne Kekse und ähnlichem Gesindel. Doch dann wird das Lebkuchenmännlein befreit (zum Dank beißt er seiner Retterin die Nase ab), und auf seiner Flucht schnappt er sich gleich mal eine Zeitmaschine (wie praktisch, daß zwei Wissenschaftler ebendiese gerade im Gefängnisgebäude entwickelt haben), welche er auch ohne lange zu zögern benutzt. Die Reise zurück in der Zeit führt ihn ins Jahr 1976. Dort landet er mitten im alljährlichen Roller Boogie Queen Contest, den die Besitzerin der Anlage, Trixie (Travestiekünstler Kent Fuher), aufgrund immenser Verschuldung voraussichtlich zum letzten Mal veranstaltet. Am heißesten auf den Titel "Roller Boogie Queen" ist die blonde Tammy (Kimberly Pfeffer, Super Shark); nur schade, daß sie ein ausgemachtes Miststück und deshalb sehr unbeliebt ist. Bessere Chancen hat da schon die schüchterne Newcomerin Cherry (Paris Wagner), Trixies hübsche, telekinetisch begabte Nichte. Und während im Skateland alle skaten und tanzen und tanzen und skaten, schmiedet der Gingerdead Man (diesmal gesprochen von Regisseur William Butler) ganz finstere Pläne. Und nein, mit tanzen und skaten hat das fiese Gebäckstück nichts am Hut.

Für das zweite Sequel schwang sich William Butler auf den Regiestuhl, und er blieb der Linie, die "Silvia St. Croix" mit Gingerdead Man 2 eingeschlagen hat, treu. Das Ergebnis ist also erneut eine schrille, völlig überdrehte Horrorkomödie, die sich für nichts geniert und so erfrischend blöd ist, daß man sie einfach lieben muß. Wie beim Vorgänger ist auch hier der Schauplatz mitverantwortlich für den hohen Spaßfaktor. Eine große Roller-Disco-Anlage! Und man hat sich sichtlich Mühe gegeben, die Akteure entsprechend auszustatten bzw. herzurichten. Hundertprozentig authentisch ist das Ganze natürlich nicht, aber der Siebziger-Jahre-Retro-Style versprüht viel Charme und ist manchmal sogar (schrille Kleidung, extravagante Schminke) überaus stimmig geraten. Wie im Vorgängerfilm hat der Gingerdead Man auch hier "nur" eine größere Nebenrolle inne; er schaut also immer mal wieder kurz vorbei, um für blutige Abwechslung zu sorgen. Während der Roller Boogie Queen Contest inklusive des ganzen Drumherums der rote Faden ist, der sich durchs launige Geschehen zieht, lassen es sich die Drehbuchautoren William Butler und Muffy Bolding (welche als Ingrid für einige Lacher sorgt, ganz besonders mit der irrwitzigen "Glory Hole"-Sequenz) nicht nehmen, diverse Filme zu zitieren und zu verarschen. Die Eröffnungsszene ist eine köstliche Parodie auf Jonathan Demmes The Silence of the Lambs mit Laura Kachergus in der Jodie Foster-Rolle. Später orientiert sich der Plot stark an Brian De Palmas Carrie (einige prägnante Sequenzen des Klassikers hat man fast eins zu eins nachgedreht!), und zum Drüberstreuen gibt's eine großzügige Prise Saturday Night Fever, zwei, drei Teelöffel Porky's, und einen Spritzer Bill & Ted's Excellent Adventure. Und gegen Ende schauen auch noch kurz Jeffrey Dahmer, Lizzie Borden, Charles Manson und Adolf Hitler vorbei.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Filmen setzen Regisseur Butler und die für die Spezialeffekte zuständigen Tom Irvin (Lord of Illusions) und Jeffrey S. Farley (Demon Wind) verstärkt auf CGI. Manchmal ist es purer Pixel-Splatter (die Zerteilung eines Schädels mit einem Fleischerbeil), manchmal ist es eine Mischung aus praktischen und digitalen FX (das Zerschmelzen von drei Schönheiten beim "Bikini Car Wash"). Wer über diesen unnötigen Fauxpas hinwegsehen und wer den leichten Troma-Einschlag goutieren kann, der sollte an diesem abgedrehten Full Moon-Spektakel seine helle Freude haben. Eines ist klar: Der Großteil der Zuseher wird Gingerdead Man 3: Saturday Night Cleaver verächtlich mit dem vulgären aber gern und oft verwendeten Begriff "Scheiße" abtun! Dem will ich auch gar nicht groß widersprechen. Aber es ist höchst vergnügliche, geile, partytaugliche Scheiße! Und davon kann man mir gerne noch mehr kredenzen. Mal sehen, ob der für 2014 angekündigte Gingerdead Man vs. Evil Bong in dieselbe launige Kerbe schlägt!?

Abschließend noch ein paar Worte zu William Butler, dem Regisseur und Co-Drehbuchautor dieses Films (er schrieb auch schon am Vorgänger fleißig mit; ob etwa gar er sich hinter dem Pseudonym "Silvia St. Croix" versteckt?). Der Mann ist ein kleines Multitalent und beschränkt sich nicht nur auf Tätigkeiten hinter der Kamera. Neben seinen Regiearbeiten (u. a. Madhouse und Demonic Toys: Personal Demons) schrieb er auch an den Skripts von Return of the Living Dead 4 & 5 mit und steuerte außerdem Spezialeffekte zu Filmen wie Allan Quatermain and the Lost City of Gold, From Beyond, Creepozoids, Prison, Ghoulies II, Demolition Man, Army of Darkness und Small Soldiers bei. Außerdem spielte er größere Rollen in einigen bekannten Horrorfilmen. So war er Michael in Friday the 13th Part VII: The New Blood, Ryan in Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III, und Tom in Tom Savinis Night of the Living Dead-Remake. Aus all dem läßt sich ableiten, daß er Genrefilme aus Passion dreht, und nicht, weil es halt sein Job ist. Gingerdead Man 3: Saturday Night Cleaver sieht man das an.


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