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Set It Off (1996)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 22.04.2005, seitdem 1351 Mal gelesen



„Set it off“ ist F. Gary Grays erster großer Kracher, den er kurz darauf mit dem genialen „Verhandlungssache“ noch toppen konnte.
Francesca 'Frankie' Sutton (Vivicia A. Fox) ist Kassiererin in einer Bank in einem weißen Viertel. Dementsprechend erstaunt ist sie, als sie drei Männer aus ihrem Viertel zu sieht – welche die Bank dann auch noch überfallen. Der Banküberfall bietet schon ein fantastisches Shoot-Out zum Auftakt, aber er streut noch weitere Punkte, die im Verlauf des Films wichtig werden. Einer davon ist z.B. die Tatsache, dass der Überfall zwar komplett amateurhaft geplant ist, aber fast gelingt. Frankie wird dann gefeuert, weil sie die Täter kannte, obwohl sie mit dem Überfall nichts zu tun hatte.
Frankie stammt aus einem Schwarzenviertel, das nicht gerade von Reichtum geprägt ist. Ihre drei Freundinnen Tisean 'T.T.' Williams (Kimberly Elise), Cleopatra 'Cleo' Sims (Queen Latifah) und Lida 'Stony' Newsom (Jada Pinkett) kommen ebenfalls daher und haben auch einen gemeinsamen Job: Zusammen ackern sie bei dem Reinigungsdienstes von Luther (Thomas Jefferson Byrd), der sie unterbezahlt und schlecht behandelt. „Set it off“ lässt sich viel Zeit die missliche Situation seiner Protagonistinnen zu zeigen, um ihre späteren Handlungen halbwegs nachvollziehbar zu gestalten.

Als weitere Zwischenfälle die Lage der vier Frauen verschlimmern und ihr Vertrauen in die Polizei ebenfalls noch weiter erschüttert wird, beschließen sie aus Verzweiflung eine Bank zu überfallen. Der Coup gelingt nicht zuletzt dank Frankies Erfahrung als Kassiererin, doch die Beute wird ihnen gestohlen. Sie beschließen weitere Banken zu überfallen...
„Set it off“ ist eine sehr gelungene Mischung aus Actionfilm und Ghettodrama. Aufgrund des realistischen Themas sind dann auch die Actionszenen auch sehr realitätsnah gehalten (wenn man von der Szene mit dem Durchlöchern des Fluchtautos absieht). Doch trotzdem sind die Shoot-Outs packend in Szene gesetzt worden und wirklich gut choreographiert, sodass auch der Actionfan auf seine Kosten kommt. Die Menge ist zwar eher klein, aber hier geht Qualität vor Quantität und die Story ist wichtiger als die Action.
Funktioniert auch so, da die Geschichte sehr packend rüberkommt. Trotz vieler ruhigerer Passagen weiß der Plot stets zu fesseln und Langeweile kommt nie auf, selbst in den langsamer erzählten Passagen. Auch die Subplots werden wirklich geschickt in die Geschichte eingeflochten, z.B. die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Stony und einem Cop oder die Handlung um den kriminellen Kumpel von Stonys Bruder. Das Tempo zieht „Set it off“ auch im genau richtigem Maße an bis sich dann gegen Ende die Ereignisse überschlagen. Ein kitschiges Happy End hat die Geschichte auch nicht, sondern man bekommt ein nicht vollkommen böse, aber auch nicht wirklich schönes Ende geboten, das zum Nachdenken anregt.

Ein weiterer Grund für das Funktionieren von „Set it off“ sind die wirklich sehr gut erdachten Charaktere, denn ohne sie wäre die Geschichte nur halb so fesselnd. Deshalb ist die Einleitung auch so lang, denn ohne sie würde man den Figuren und ihren Problemen nicht so nahe kommen. Zwar tauchen auch diverse typische Ghettofilmthemen wie Armut oder keine Aussicht auf gute Jobs auf, doch „Set it off“ vermeidet trotzdem auf angenehme Weise diverse Klischees. Jede der Frauenfiguren erhält eine eigene Persönlichkeit: Cleo z.B. ist eine meist gut gelaunte, energische Lesbe, die wegen ihrer Sexualität oft zusätzlich diskriminiert wird, während Tisean als alleinerziehende, schüchterne Mutter oft um Anerkennung kämpfen muss.
Gelungen erdachte Charaktere schreien natürlich auch nach entsprechend guter Verkörperung und hier kann „Set it off“ ebenfalls punkten. Jada Pinkett und Vivicia A. Fox machen als erfahrene Schauspielerinnen eine überzeugende Figur, aber auch Queen Latifah erledigt einen überraschend guten Job, der zeigt, dass die Frau schauspielerisch mehr drauf hat als die meisten anderen Musiker, die in Filmen mitspielen. Kimberly Elise wirkt auch überzeugend, aber kann nicht mit den anderen der Hauptdarstellerinnen mithalten. Das Ensemble der Nebendarsteller legt sich ebenfalls mächtig ins Zeug und kann auch sehr gute Leistungen vollbringen.

Unterm Strich ist „Set it off“ eine sehr spannende Mischung aus Ghettodrama und Actionfilm, die trotz kleinerer, etwas zu ruhiger Phasen zu fesseln weiß und sehr gut erdachte Charaktere auffährt.


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