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Karate Bomber (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 15.06.2007, seitdem 923 Mal gelesen



Aua, solche Schmerzen hatte ich beim Ansehen eines frühen Jackie Chan Kloppers schon lange nicht mehr. Wer sich auf diesen Film einlässt, bitte auf eigene Gefahr. Der Titel „Half a Loaf of Kung Fu“ unter dem dieser Easternschinken veröffentlich wurde, trifft den Nagen auf den Kopf. Die halbe Portion die sich hier zum Obst macht ist kein Geringerer als Jackie Chan.

Jackie kaspert sich als Trottel vom Dienst Yang Tao durch 90 Minuten zähe Handlung. Das kennt man ja schon aus anderen Old School Kung Fu Filmchen, allerdings wurde das Ganze nie so dumm und langweilig inszeniert wie in diesem speziellen Fall.
Yang Tao hat keinen blassen Schimmer von Kung Fu, gibt sich aber als einer der größten Kämpfer der Region aus, nachdem dieser heimtückisch ermordet wurde. Der Schwindel fliegt natürlich auf, doch Ying Tao bekommt die Gelegenheit sich zu beweisen und wird im Gegenzug im kämpfen unterrichtet. Er soll helfen einen Transport wertvoller Schätze zu beschützen, was sich schwieriger gestaltet als erwartet. Alle Schurken der Region haben es ebenfalls auf den Schatz der ewiges Leben verspricht abgesehen – es kommt zu offenen Schlagabtausch…

„Half a Loaf of Kung Fu“ erfordert einiges an Nerven und Geduld, dem Griff zur Fernbedienung kann man sich zeitweise nur mit Müh und Not entziehen. Neben „Fearless Hyena 2“ gehört diese Gurke zu den wohl stumpfsinnigsten Filmen die Chan in seiner Jugend zusammengeschustert hat, nur das er hier nicht frühzeitig aus dem Vertrag ausstieg. Der Klamauk ist eine Beleidigung für den Verstand, auch wenn man in dieser Hinsicht schon etwas Erfahrung mit dem ziemlich beschränkten Eastern Humor besitzt. Ständig wird mit Zeitraffern und affigen Soundeffekten gearbeitet, wie man sie aus der Stummfilmära kennt. Nur erwartet man sowas eigentlich nicht wenn man einen Kung Fu Film sehen möchte. Die Sounds die bisweilen hier zu hören sind, könnten glatt einer Folge Teletubbies entliehen sein. Zwischendurch gibt es zudem immer wieder völlig deplatzierte Gags wie eine Popeye Parodie von Jackie Chan, mit passender Melodie versteht sich. Der immer wieder nervende Dean Shek fällt in der Nebenrolle als hampelnder Möchtegernkämpfer mit Furzattacken gar nicht mehr so sehr ins Gewicht.

Ein weiterer großer Kritikpunkt ist die Einfallslosigkeit die hier an den Tag gelegt wird. Eastern sind ja bekannt für ihren dünnen Plot und bedienen sich gern bei der Konkurrenz. Da hätten wir den alten Meister: zur Abwechslung zwar mal kein Saufbold, sieht seinem Pendant aus „Drunken Master“ aber zum Verwechseln ähnlich. Die Ähnlichkeiten lassen sich dadurch erklären das dieser Film noch zur Zeit entstand als Jackie bei Lo Wei unter Vertrag stand, wurde aber erst ein paar Jahre nach seinem Durchbruch veröffentlicht. Naja, jedenfalls will der der alte Knochen Jackie gegen eine gewisse Aufwandsentschädigung Kung Fu beibringen, verschwindet dann aber schnell wieder von der Bildfläche und spielt im weiteren Verlauf keine große Rolle mehr. Da fragt man sich wie der Trottel Yang Tao das kämpfen lernen soll, von dem er doch eigentlich keinen blassen Schimmer hat. Muss wohl eine Eingebung gewesen sein, von einen Moment auf den anderen hat er nämlich keine Probleme mehr seine Gegner in die Flucht zu schlagen.
Genauso stutzig machen die Scharen von Oberbösewichten, die sich hier förmlich die Klinke in die Hand geben. Die tauchen wie aus Geisterhand plötzlich auf und trachten Jackie nach dem Leben. Was es mit den Schergen auf sich hat und was sie wollen, wird erst gar nicht angesprochen.

Wer hofft in den Actionszenen eine angemessene Entschädigung für die geistigen Strapazen zu bekommen, wird zu allem Überfluss auch bitter enttäuscht. Waren die Fights bisher eigentlich fast immer eine feste Bank in Jackies Filmen, so ist hier eher Gegenteiliges der Fall. Ich hab noch nie eine so erbärmliche Choreographie von Jackie gesehen, hier ist nicht einmal ansatzweise gutes Kung Fu zu bestaunen. Statt ein paar einfallsreichen Kampf- und Trainingsszene in der Tradition anderer Chan Frühwerke, sieht man nur dämliches Gefuchtel und alberne Bodenakrobatik. Klar, Jackie spielt zu Beginn einen Tollpatsch der keine Ahnung vom kämpfen hat, doch das ändert sich auch bis zum Ende nicht wirklich. Die Ausbildung ist auch ein schlechter Witz, Jackie lernt sich seine Techniken von ein paar Fetzen Papier selbst… schon klar. Auch so gestandene Martial Arts Darsteller wie James Tien versauern in langweiligen Nebenrollen und werden nicht einmal ansatzweise gefordert.

Fazit:
„Half a Loaf of Kung Fu“ ist es nicht wert ausgiebiger besprochen und vor allem nicht angesehen zu werden. Spart euch die Zeit und erfreut euch lieber an den „guten“ alten Chan Klassikern, denn dieser hier gehört definitiv zu den Tiefpunkten seiner Laufbahn.


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