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House at the End of the Street (2012)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 11.12.2012, seitdem 2082 Mal gelesen



Wenn im Filmtitel ein Haus erwähnt wird, dass sich am Ende einer Straße befindet, dann wollten die Macher damit Erinnerungen an diverse Horrorhäuser der Filmgeschichte wecken, in denen Dämonen, Geister oder Massenmörder ihr Unwesen trieben. Meist begegneten die neuen Bewohner der verfluchten Heimstätte ohne Argwohn, während der Betrachter schon per Vorspann über die Vergangenheit des Hauses in Kenntnis gesetzt wurde und deshalb ahnte, welche Gefahren auf die unfreiwilligen Opfer warteten. So auch in "House at the end of the Street", wenn zu Beginn ein offensichtlich gestörtes Mädchen mit dem Hammer Jagd auf seine Eltern macht.

Doch der Film entwickelt seine vier Jahre später einsetzende Story entgegen dieser Erwartungshaltung, denn Elissa (Jennifer Lawrence) und ihre Mutter Sarah (Elisabeth Shue) ziehen keineswegs in besagtes Haus, noch bleiben ihnen die schrecklichen Ereignisse lange verborgen. Sie werden von dem Immobilienmakler darüber informiert, dass in dem naheliegenden Nachbargebäude eine Tochter ihre Eltern erschlagen hätte - der entscheidende Grund dafür, dass sie ihr Haus so günstig beziehen konnten. In der gesamten Umgebung sind die Morde Gesprächsstoff, denn das Mädchen wurde nie gefunden, weshalb einige Bewohner der Kleinstadt behaupten, sie treibe sich nach wie vor in den Wäldern herum. Zudem ist das wenig einladend wirkende Haus nicht unbewohnt, wie Sarah zu ihrem Erschrecken feststellen muss, als mitten in der Nacht ein Licht aufflackert - der Sohn der Familie, Ryan (Max Thieriot), der damals nicht bei seinen Eltern wohnte, ist nach deren Tod wieder zurück gekommen.

Angesichts der Besetzung von Jennifer Lawrence war keine neue Scream-Queen auf der Leinwand zu erwarten, weshalb sich der Film nicht in Richtung ausgetretener Horror-Pfade, sondern eher zum Jugend-Drama entwickelt. Der Grund für den Umzug der 17jährigen und ihrer Mutter von Chicago aufs Land, lag in der Scheidung von dem unbeständigen Vater, der als Rockmusiker meist abwesend war. Der coolen Elissa ist es zu verdanken, dass daraus keine typische Hollywood-Schmonzette wird, denn obwohl ihre Mutter, die als Ärztin im Ortskrankenhaus arbeitet, ständig ihr schlechtes Gewissen mit übergroßer Fürsorge kompensieren will, macht sie einfach ihr eigenes Ding.

Der verwöhnte großkotzige Nachbarsohn (Nolan Gerard Funk) holt sich eine Abfuhr, während sie sich auf dessen Party lieber um Jillian (AmyMcDonald) kümmert, der Drogen verabreicht worden waren. Auch sonst gibt die selbstbewusste Elissa wenig auf die allgemeine Meinung. Nachdem sie Abends zufällig Ryan kennenlernte, beginnt sie sich mit ihm anzufreunden, denn der traurige wirkende, empfindsame junge Mann hat nichts mit den Angebern gemeinsam, die sie sonst an ihrer Schule trifft. Parallel zu der sich anbahnenden Romanze, lässt der Film aber auch die Probleme erkennen, in denen Ryan steckt, denn die Gerüchte stellen sich als wahr heraus - im Keller seines Hauses versucht er, seine offensichtlich aggressive Schwester zu verstecken.

Lange Zeit gelingt dem Film ein Gleichgewicht zwischen den Vorurteilen einer kleinbürgerlichen Gesellschaft, einer selbstständig denkenden jungen Frau und einem nicht unsympathischen Außenseiter, der in nachvollziehbaren Schwierigkeiten zu stecken scheint. Mehr Thriller als Horrorfilm bleibt "House at the end of the street" in seinem Spannungsaufbau zurückhaltend und kommt auch dank der überzeugenden Darsteller ohne blödsinnige Verhaltensweisen oder Schockeffekte aus, dabei gänzlich auf übernatürliche Erscheinungen verzichtend.

Anstatt die Thematik weiter auszuarbeiten und sich auf die innere Dramatik dieser Konstellation einzulassen, begeht der Film den Fehler, in seinem letzten Drittel den Schwenk in Richtung Horror nehmen zu wollen. Dank einer überraschenden Wendung verändern sich plötzlich die Vorzeichen, womit vieles in Frage gestellt was, was zuvor so stimmig aufgebaut wurde. Der dadurch entstehende Plot ist zwar nachvollziehbar, betritt aber genau die ausgetretenen Pfade, die vorher so geschickt vermieden werden konnten. Dadurch das "House at the end of the street" am Ende doch der Versuchung erliegt, die Erwartungen an einen Horror-Film erfüllen zu wollen, bleibt er in seiner Unentschiedenheit stecken - weder spannend für Genre-Fans, noch als Drama überzeugend (5,5/10).


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