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Hudson Hawk - Der Meisterdieb (1991)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 05.07.2006, seitdem 942 Mal gelesen



„Hudson Hawk“ kann man wohl nur mögen oder hassen. Im Kino war er jedenfalls einer der großen Flops der 90er trotz der Erfolgskombination von „Stirb langsam“: Star Bruce Willis, Produzent Joel Silver und Steven E. de Souza als einer der Autoren.
Schon der Titelheld ist klar auf die Persona des Stars geschnitten: Meisterdieb Eddie Hawkins (Bruce Willis), genannt Hudson Hawk. Ein Profi, nie um einen coolen Spruch verlegen, aber im Gegensatz zu anderen Actionhelden auf menschliche Weise angenervt, wenn ihm alles über den Kopf wächst. Zu Beginn kommt der Meisterdieb jedoch gerade aus dem Knast frei, in dem er die letzten Jahre festsaß. Nun will er seine Ruhe mit seinem Kumpel Tommy Five-Tone (Daniel Aiello) genießen.
Doch da wäre noch die Hintergrundgeschichte, die sich grob auf die Pfade von Indy und Co. begibt. Demnach erfand Leonardo Da Vinci neben seinen bekannten großen Werken auch den Traum eines jeden Alchemisten: Eine Maschine, die Blei in Gold verwandelt. Damit diese zu mächtige Erfindung nicht in falsche Hände geriet versteckte er die nötigen Fragmente, damit eine Art Schnitzeljagd gegeben ist, wobei „Hudson Hawk“ jedoch weniger auf exotische Schauplätze und fremde Kulturen setzt als die Abenteuerfilmkonkurrenz – obwohl die zweite Hälfte des Films in Italien spielt.

Leider braucht man einen Meisterdieb, um die Gegenstände zu stehlen, in denen sich die Fragmente befinden. Deshalb wird Hawk dazu gezwungen und gerät in ein Treiben, in welchem Mafiosi, abtrünnige CIA-Leute, der Vatikan und das exzentrische Ehepaar Darwin (Richard E. Grant) und Minerva Mayflower (Sandra Bernhard) mitmischen...
„Hudson Hawk“ ist kein Film für Leute, die auf ausgeklügelte Plots stehen, denn das bunte Konglomerat aus verschiedensten Elementen betreibt Raubbau bei diversen Vorbildern, versucht gar nicht erst große Spannung aufbauen und ist auch über die meiste Zeit reichlich vorhersehbar. Stattdessen tritt das durchgeknallte Werk mit voller Wucht aufs Gaspedal und präsentiert ohne Unterlass Actionszenen, Wortgefechte und groben Slapstick, sodass gar nicht erst der Gedanke an Langeweile aufkommt.

Natürlich muss man sich mit dem abgefahrenen, teilweise total beknackten Humor des Films anfreunden können. Da stört Hawk den Papst beim Gucken von „Mr. Ed“, nach Schokoriegeln benannte CIA-Agenten turnen durch die Gegend und das Gaunerduo singt bei einem Einbruch fröhlich „Swingin’ on a Star“. Höhepunkt des Ganzen sind sicherlich die total durchgeknallten Mayflowers, die mordlustig und blöde Sprüche klopfend durch die Gegend ziehen, aber auch ihre gänzlich beknackte, unberechenbare Art immer wieder Lacher sorgen. Auch das Timing der Gags ist nicht schlecht, z.B. die Hundeabwehr mittels Tennisballkanone.
Nur gelegentlich nervt das überfrachtete Treiben, nämlich dann, wenn es zu kindisch wird. Diverse Kuriositäten nimmt man ja gerne, aber wenn Hawk beim Kampf gegen den CIA-Mann George Kaplan (James Coburn) zappelt wie eine Comicfigur und ähnliche Scherze passieren, dann wirkt das Treiben zu kindisch-albern. Zumal der kindische Ton sich mit den teilweise überraschend derben Todesszene (Enthauptungen, Pfeiltreffer usw.) beißen. Bei den Wortgefechten ist aber der eine oder andere zu dumme Spruch dabei, aber meist ist das Nonsens-Gequasel der Hauptfiguren auch beknackte Weise unterhaltsam.

Beinharte Action wie bei „Stirb langsam“ oder „Last Boy Scout“ darf man hier aber trotz einiger harter Szenen nicht erwarten: Kampfhandlungen und Schusswechsel sind stets kurz und meist im komödiantischen Ton gehalten, aber ganz nett gemacht. Doch an Schauwerten mangelt es „Hudson Hawk“ dennoch nicht: Einiges explodiert, ein paar flotte Einbrüche sowie Kletterpartien auf Dächern gibt es zu begutachten und auch die Setbauten (z.B. die Goldmaschine) sehen wirklich schick aus, sodass genug fürs Auge geboten wird.
Bruce Willis glänzt hier mal wieder mit gewohnter Coolness, ist beim Kalauern nicht immer ganz treffsicher, aber überzeugt doch mit seinem Charisma. Daniel Aiello als Sidekick ist gut und auch Andie McDowell als Love Interest macht das Beste aus ihrer unterentwickelten Rolle. James Coburn und die meisten Fieslingsdarsteller (u.a. David Caruso) kommen sehr kurz, nur Richard E. Grant und Sandra Bernhard haben viel Screentime. Die beiden spielen mit viel überdrehter Hingabe, was wunderbar zum schrägen Stil des Films passt – sofern man sich damit anfreunden kann.

Schlussendlich muss jeder zugeben, dass „Hudson Hawk“ total Banane und überdreht ist, doch sofern man kein Problem damit hat, kann man vor allem als Willis-Fan wie ich seinen Spaß mit dem herrlichen bescheuerten Film haben. Kein Meisterwerk der Drehbuchkunst, aber schön dämlicher Fun.


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