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Hudson Hawk - Der Meisterdieb (1991)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 15.01.2004, seitdem 2502 Mal gelesen



Einer der berüchtigtsten Bruce-Willis-Flops, neben „Der Tod steht ihr gut“, ist eindeutig „Hudson Hawk“. Es war einer seiner ersten und ambitioniertesten Gehversuche außerhalb des Actiongenres und sollte ihm einen Weg für „andere“ Rollen ebnen. Feuer und Flamme war er für das Projekt, schrieb selbst ein Großteil des Drehbuchs und sprudelte dabei vor Kreativität fast über. Dennoch sollte sich der Film als finanzielles Desaster entpuppen. Aber warum? Zumindest in der deutschen Synchronisation macht das Werk einen brauchbaren Eindruck.

Produzent Joel Silver konnte damals wie heute so ziemlich alles was er anpackte zu Gold machen, nur hier griff er wohl tüchtig daneben, denn Regisseur Michael Lehmann, dem bis dahin noch nie ein größeren Budget anvertraut wurde, war mit seiner Aufgabe völlig überfordert, konnte mit seinen Stars nicht umgehen, überzog die veranschlagten Produktionskosten schließlich und kam mit dem Filmen nicht zu Rande.

Bleibt die Frage, was Lehmann letzten Endes mit dem Film bezwecken wollte. In Anbetracht der extrem schlecht inszenierten Actionszenen lässt sein Stil auf eine Parodie schließen, denn die Häufigkeit von Goofs und weiterer inszenatorischer Mängel ist offensichtlich. „Hudson Hawk“ ist fast schon ein Paradebeispiel für alle möglichen Fehler, die man bei so einer Produktion begehen kann. Nichts desto trotz sind allerdings auch ein paar witzige, meist übertriebene Actionszenen vorzufinden, die durchaus Unterhaltung bieten – auch wenn sie an totaler Unglaubwürdigkeit kranken.

Als totale Katastrophe entpuppt sich das Skript, das nicht nur eine wenig originellen Plot zu bieten hat, sondern auch keinerlei dramaturgische Substanz besitzt. Die Logik bleibt bei den verworrenen Machenschaften komplett auf der Strecke, so dass man im Grunde sagen kann, dass Hudson Hawk nur ständig zwischen Locations hin und her hetzt, kurz was stiehlt und sieht sich bald wieder dem nächsten bösartigen Enfant Terrible ausgesetzt sieht. Die sind in ihrer Häufigkeit nicht nur nervig (Es vergeht kaum eine Minute, wo nicht mal einer, extrem überzeichnet, Bruce Willis erpressen oder töten will), sondern agieren auch wie Hampelmänner auf Drogen und strahlen soviel Spaß wie ein Reaktorunfall aus.

So bleibt eben noch die deutsche Synchronisation, die, wenn man mal auf die Lippen achtet, wohl nicht mehr viel mit dem Originalton zu tun hat und ähnlich der Bud Spencer / Terence Hill – Filme, mit Kalauern am laufenden Band voll gestopft worden ist. Nach dem Desaster in Amerika sah sich das Studio zu diesem Schritt gezwungen, um den Schaden etwas in Grenzen zu halten, was letzten Endes dann auch einigermaßen funktioniert. Danny Aiello und Bruce Willis nehmen sich fast durchweg auf den Arm und haben stets den passenden Spruch parat – zumindest in dieser Hinsicht wird ordentliche Unterhaltung geboten. James Coburn, der final so was von deutlich gedoubelt wird (Wieder die Frage ob es Absicht ist, oder einfach Unvermögen des Regisseurs), und Andie MacDowell (als 3. Wahl) sind mal abgesehen, von einigen Gags im Finale völlig verschenkt.

Fazit:
„Hudson Hawk“ ist nicht die totale Katastrophe, jedenfalls sofern es die deutsche Fassung betrifft, welche mit einer gehörigen Portion Wortwitz aufwarten kann, die ich eigentlich erwartete. Leider wird nie so recht deutlich, ob die stümperhafte, fehlerreiche Inszenierung nun Lehmanns Absicht war, oder ob er während der Produktion von allen Seiten so unter Druck gesetzt und beeinflusst wurde, dass ihm der Arsch auf Grundeis ging. Eins bleibt aber in allen Fassungen deutlich: Der Plot ist, trotz ein paar witziger Einfälle (Stichwort: Vatikanpost) sehr dürftig und serviert dem Film haarsträubende Anschlussfehler. Hinzu gesellt sich eine Horde von Bösewichtern im Daueroveracting, die auf die Dauer gewaltig auf die Nerven gehen. Blick riskieren, aber nichts Großes erwarten.


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