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Underworld: Awakening (2012)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 21.04.2017, seitdem 115 Mal gelesen



Nachdem das Prequel „Underworld: Rise of the Lycans” zwar auf wenig Gegenliebe stieß, aber immer noch für ganz gute Einkünfte sorgte, holte man für Teil 4 die bekannte Hauptfigur zurück und knüpfte an die ersten beiden Filme inhaltlich an.
Kurz nach den Geschehnissen aus „Underworld: Evolution“ haben Menschen spitzbekommen, dass Vampire und Werwölfe unter ihnen leben bringen typisch menschliches Verständnis dafür auf, nämlich fast gar keines, was zur Jagd auf die beiden Spezies führt. Das wird noch mit einem Best-Of-Ausschnitt der drei Vorgänger verknüpft, damit der „Underworld“-unerfahrene Zuschauer noch kurz in die Geschichte eingeführt wird, an deren Beginn Vampirin Selene (Kate Beckinsale) und ihr Liebster, der Vampir-Werwolf-Hybrid Michael, von einer Spezialeinheit bei einem Fluchtversuch aufgestöbert und überwältig werden. Da Michael-Darsteller Scott Speedman keinen Bock mehr, taucht er nur in Rückblenden auf und in seinen wenigen Szenen kommt ein CGI-gepimptes Stand-In zum Einsatz.
Das schlägt sich auch auf die Geschichte nieder, denn am Ende jener Auftaktaction werden die beiden Liebsten mit einer Spezialgranate betäubt und wenn Selene nach 12 Jahren Kälteschlaf in einem Labor zu sich kommt, dann bleibt Michael verschwunden. Doch Selene fühlt eine Verbindung zu einem anderen Wesen nach ihrem Erwachen aus dem Kälteschlaf, was sie gleich als Chance zur Flucht nutzt und sich aus den Laboren des Konzerns Antigen kämpft, der sie gefangen hielt. Menschliche Furcht vor anderen Spezies, Treibjagd auf diese und Experimente an ihnen, da weht ein Hauch „X-Men“ durch „Underworld: Awakening“, jedoch in der Light-Variante, denn wirklich in die Tiefe geht.

Bei ihrer Flucht gelangt Selene in die Kanalisation, wo sie den Vampir David (Theo James) trifft, der ihr erklärt, wann und wo sie gelandet ist und dass sich die Lykaner unter die Erde zurückgezogen haben. Dabei stoßen sie auch auf ein kleines Mädchen namens Eve (India Eisley), welches jenes Subjekt ist, mit dem sie in geistiger Verbindung steht und hinter der sind einige Parteien her…
Man muss kein Hellseher sein um zu begreifen, dass es sich bei dem Nachwuchs um Selenes und Michaels Tochter handelt, während des Kälteschlafs geboren und mit den hybriden Fähigkeiten vom Papa geboren. Ansonsten ist „Underworld: Awakening“ über seine komplette Laufzeit ähnlich simpel gestrickt und besteht eigentlich nur aus zwei Bewegungen: Selenes, Davids und Eves Flucht vor den Häschern, nach ultrakurzer Ruhepause dann Gegenangriff auf die Übelwichte. Dabei ist das Problem das Gleiche wie bei „Rise of the Lycans“: Er ist weder ein Horroractionfilm mit Geschichte und Hintergrund noch eine temporeiche Actionsause, sondern gibt vor ersteres zu sein, hat aber abseits der Actionszenen wenig zu bieten. Nebenfiguren wie Detective Sebastian (Michael Ealy), ein Cop mit tragischer Vergangenheit, oder Davids Vater, der Vampirclananführer Thomas (Charles Dance), treten kurz auf, könnten fast ersatzlos aus dem Film gestrichen werden, es würde nicht stören. Vielleicht sollen sie auch nur für den nächsten Film in der Reihe eingeführt werden.
Viel zu tun haben dann gestandene Nebendarsteller wie die erwähnten Michael Ealy und Charles Dance oder auch (in einer besonders sinnlosen Rolle) Sandrine Holt nicht, da der Film nichts mit ihnen in ihrer wenigen Screentime anzufangen weiß. Kate Beckinsale verkörpert ihre Paraderolle souverän, aber nicht überragend, Theo James ist blass und India Eisley als Kreischekind sägt an des Zuschauers Nerven. Dazwischen springt noch Stephen Rea als offensichtlich fieseliger Antigen-Chef herum und reißt diesen Standardpart irgendwo zwischen gelangweilt und routiniert herunter.

So konzentriert sich das Regieduo Måns Mårlind und Björn Stein dann brav darauf, dieses von immerhin vier Autoren verantwortete Drehbuch, dessen Plottwist in der Filmmitte ebenso egal ist wie die neu eingeführten Figuren, bekannte „Underworld“-Standards ohne jede Inspiration herunterzukurbeln. Futuristisches Design und jede Menge Blaufilter sorgen für den gewohnten Look, während vom Hongkong-Kino inspirierte Fantasy-Action angesagt ist. Überraschend schwach fallen manche CGI-Effekte aus, gerade bei den Lykanern, vor allem wenn man „Awakening“ mit dem gerade einmal 22 Millionen teuren (und mehr als 30 Minuten längeren) Erstling vergleicht, in dem noch Herzblut und Sorgfalt steckte. „Underworld: Awakening“ hat dagegen eher was von einem direct-to-video-Sequel, was sich auch in der schmalen Laufzeit von 85 Minuten niederschlägt, von denen man noch einmal zehn Minuten Abspann abziehen kann.
Allerdings kommt die kurze Laufzeit dem vierten „Underworld“-Film insofern zugute, dass er vorbei ist ehe das Treiben langweilig wird und es in regelmäßigen Abständen rummst. Trotz gelegentlichem Übereinsatz von CGI in den Krawall-Momenten kann das Gehacke einen derben Härtegrad auffahren. Von den gelegentlichen Splattermomenten, die es auch in den Vorgängern gab, sind hier mehr zu finden, ansonsten wird das gewohnte Potpourri aus (bevorzugt beidhändigem Geballer) und Nahkampfaction geboten, wobei vor allem letztere für die einprägsam sind, da sie eine recht coole Choreo (beispielsweise der Genickbruch via Balkongeländer) besitzen. In den Shoot-Outs wird gefeuert bis die Rohre glühen, nur leider nimmt manchmal der offensichtliche CGI-Ursprung mancher Gegner die Freude aus dem Film – gerade der als Hauptgegner in den Kämpfen eingesetzte Riesenlykaner sieht in manchen Einstellungen einfach zu unecht aus.

Dank der geballten Ladung Action macht „Underworld: Awakening“ dann aber noch einigermaßen Laune, auch wenn man dafür uninteressante Figuren, blasse Bösewichte und eine Simpelhandlung, die sich epischer gibt als sie ist, verwinden muss. Da war „Underworld“ als Gesamtpaket deutlich stimmiger und „Underworld: Evolution“ war dann der packendere Actionreißer – der hier ist ganz okayes Futter für die Genrefans, ohne größere Ansprüche.


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