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True Lies - Wahre Lügen (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 31.12.2007, seitdem 1020 Mal gelesen



Das Duo James Cameron/Arnold Schwarzenegger steht für herausragendes Bombast-Kino und ist ein Paradebeispiel wie ein Actionfeuerwerk aus Hollywood auszusehen hat. Der unerfahrene Cameron lieferte mit Terminator einen der wegweisendsten Sci-Fi Kracher der Filmgeschichte ab, in dem sich der damals noch recht unbekannte Mr.Uinversum Arnold Schwarzenegger als tödlicher Killercyborg in die Riege der bestbezahlten Schauspieler katapultierte. Mit Terminator 2 legten beiden 1991 nochmal kräftig nach, die Fortsetzung erwies sich nicht nur als Kassenerfolg sondern revolutionierte nebenbei ein ganzes Genre durch den Einsatz wegweisender Tricktechnik.

3 Jahre später arbeiteten beide wieder zusammen, zum wohl letzten Mal. Statt ein weiteres Kapitel der Terminator-Saga aufzuschlagen, entschied man sich für ein eigenständiges Projekt, angelehnt an den französischen Spionageabenteuer La Totale. Unter dem Titel „True Lies“ versucht sich Cameron dieses Mal an einer Actionkomödie die mit bombensicherem Humor verschiedene Klassiker des Spionage- und Agentenfilmes parodiert.

Arnold Schwarzenegger schlüpft in die Rolle des Computerspezialisten Harry Tasker. Hinter der nach außen hin biederen Fassade verbirgt sich ein Spion der für die amerikanische Geheimorganisation „Omega“ gefährliche und strenggeheime Operationen durchführt. Harrys Frau Hellen (Jamie Lee Curtis) ahnt vom Doppelleben ihres Mannes nichts, bis zu dem Tag als sie selbst in die Schußbahn von Terroristen gerät. Afghanische Terroristen unter der Führung des skrupellosen Aziz (Art Malik) nehmen Hellen als Geisel und drohen gleichzeitig mit einem Atomschlag gegen die USA. Mit Harry Tasker steht genau der richtige Mann parat um diese heikle Krise zu meistern und die eigene Familie aus dem Klauen der Verbrecher zu befreien…

Man muss Herrn Cameron schon Respekt zollen, mit welcher Zielsicherheit er vom knallharten Endzeitactioner zur Actionkomödie wechselt und dabei offenbar problemlos die selbst gesetzten Qualitätsmarken einhält. Sicher, „True Lies“ ist von einem ganz anderen Kaliber als beispielsweise T2 und spricht durch die lockere Art und verhältnismäßig jugendfreie Inszenierung auch bewußt andere Zielgruppen an, an der filmischen Umsetzung gibt es aber überhaupt nichts auszusetzen. Es zeigt sich, das ein Herr Cameron sich im Laufe seiner Karriere vom Regisseur und Genreveteran zum massentauglichen Filmemacher gewandelt hat, was schließlich auch in seinem Nachfolgeprojekt Titanic mündete – dem bekanntlich immer noch erfolgreichsten Film aller Zeiten.

Statt auf brutale Gewalt zu bauen, setzt Cameron sehr gekonnt witzige Elemente in seiner Geschichte ein, was „True Lies“ zu einem der unterhaltsamsten Leinwandabenteuer der 90’er macht. Die Figuren, allen voran Harry Tasker, sind maßlos überzeichnet und mit Fähigkeiten ausgestattet die schon beinah Superheldenformat haben. Arnold Schwarzenegger als Superspion nimmt sich dabei nicht nur überraschend sicher selbst auf die Schippe, sondern parodiert auch exzellent andere Geheimagenten, allen voran ohne Frage den Geheimagenten ihrer Majestät, James Bond. Zwar drehte Schwarzenegger schon in der Vergangenheit immer mal wieder seichte Komödien, doch wirkte der Actionheld dort oftmals etwas verloren. Erste Versuche Action und Comedy zu kreuzen scheiterten in Last Action Hero noch kläglich, obwohl Schwarzenegger daran noch die geringste Schuld trägt. In „True Lies“ darf und kann Arnold unter der Führung des erfahrenen Cameron aber endlich auch sein witziges Talent auf ganzer Linie ausspielen und überzeugt sogar in den bodenständigen Handlungsszenen, wobei hier in erster Linie die bröckelnde Ehe mit der biederen Mutter und Hausfrau Helen hervorsticht und wer hätte gedacht das ein steifer Klotz wie Arnold sogar als Tangotänzer überzeugen kann? Ich jedenfalls nicht.

Was „True Lies“ neben der abenteuerlichen Agentengeschichte interessant hält, ist das eingeschlafene Privatleben von Harry und Helen. Helen hält Harry zwar für einen guten Ehemann, langweilt sich aber insgeheim zu Tode und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Abenteuer. Da kommt der schmierige Gebrauchtwagenhändler, köstlich gespielt von Bill Paxton, genau richtig. Der gaukelt ihr nämlich vor ein Undercoveragent zu sein, um endlich auch einmal bei einer Frau landen zu können. Schon allein die irrwitzige Situationskomik ist zum Brüllen und sorgt für mehr als nur einen guten Lacher im Film. Sowohl Schwarzenegger als auch Jamie Lee Curtis blühen auf in ihren Rollen und spielen überzeugend. Besonders Jamie Lee Curtis als biederes Mauerblümchen überrascht durch ihre Wandlungsfähigkeit zum heißen Vamp, die zum allen Überfluss trotz reifen Alters auch noch einen sexy Lapdance aufs Parkett legt – alle Achtung. Vergesst Mr. & Mrs. Smith, das hier sind die Originale.

Nicht unter den Tisch fallen dürfen bei einem James Cameron Film natürlich die Actionszenen und die haben es auch hier sprichwörtlich wieder in sich. Zwar ist das Tempo durch die vielschichtigen Handlungsszenen nicht ganz so hoch wie in früheren Produktionen, wenn es aber kracht dann richtig. Besonders hervorsticht dabei vor allem der furiose Showdown im Camp der Terroristen, wo sich Arnold einmal mehr als unbezwingbare One-Man-Army durch die Scharen von Bad Guys ballern darf. Den Vogel schließt aber in jeder Hinsicht das Finale ab. Fasten seat belts! Arnold darf in einem Harrier-Düsenjet auf Verbrecherjagd inmitten der Skyline gehen und alles wegpusten was ihm vor die Rohre kommt. Das sieht nicht nur verdammt realistisch aus, sondern ist auch absolut State of the Art. Kein Wunder, es kamen auch echte Jets vom Militär und Nachbauten in Originalgröße zum Einsatz. Es gibt wohl nur wenige Actionszenen im ganzen Genre die in gleicher Weise fesseln und in den Sitz pressen wie dieser Abschluss. Wenn Trick und Realität nicht zu unterscheiden sind, dann erkennt man wie in diesem Fall die wahren Meister ihres Fachs.

Fazit:
„True Lies“ ist ein nahezu perfekter Mix aus furioser Action und irrwitziger Situationskomik, verpackt in eine originelle Geschichte um Liebe und Täuschung. Schwarzenegger zeigt einmal das er nicht zu unrecht als größter Actionheld seiner Ära gilt, beweist in diesem Film aber auch Selbstironie und Charme. Ausnahmeregisseur James Cameron liefert ein abwechslungsreiches Actionabenteuer ab, welches fast in der gleichen Liga spielt wie seine bahnbrechenden Filme früherer Tage. Schade das dieses unschlagbare Duo wohl Filmgeschichte ist, zu gern hätten wir die erhoffte Fortsetzung gesehen.


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