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True Lies - Wahre Lügen (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 07.01.2009, seitdem 646 Mal gelesen



Arnold Schwarzenegger spielt einen Spion, der im alltäglichen Leben vorgibt, ein Computerverkäufer zu sein. Da er beruflich sehr eingespannt ist, fühlt sich seine Frau, gespielt von Jamie Lee Curtis, vernachlässigt, weswegen sie eine Affäre mit einem Gebrauchtwagenhändler, gespielt von Bill Paxton, vortäuscht, der sich, um sich interessant zu machen, als Geheimagent ausgibt. Als Schwarzenegger von der Affäre erfährt, beschließt er seine Frau vom Geheimdienst entführen zu lassen, um ihr das Abenteuer zu geben, dass sie scheinbar sucht. Als dann jedoch echte Terroristen aufkreuzen und die beiden entführen läuft die Aktion außer Kontrolle und Curtis muss erfahren, was ihr Mann tatsächlich tut, wenn er vorgibt Computer zu verkaufen.

Nach seinen beiden düsteren und brutalen Actionfilmen "Terminator" und "Aliens - Die Rückkehr", sowie seinem Unterwasserepos "Abyss" lieferte James Cameron mit "Terminator 2" einen überzeugenden Actionfilm ab, in dem er erstmals auch die eine oder andere komödiantische Szene einbaute. Es scheint so, als wenn es ihm gefallen hätte, denn mit "True Lies" drehte er direkt im Anschluss eine lupenreine Action-Komödie, die bestens zu unterhalten weiß.

In der ersten Hälfte unterhält die Actionkomödie mit ein paar amüsanten Dialogen a la "Lethal Weapon", der üblichen Verwechslungs- und Situationskomik, ein paar kleineren Actionszenen, sowie mit den spielfreudigen Darstellern besten. Anders als bei "Terminator 2", seit dem Cameron offensichtlich in Sachen Humor einiges dazu gelernt hat, sind die Gags dabei nicht kindlich naiv, darüber hinaus besser getimt und erzielen damit eine ordentliche Trefferquote. In der zweiten Hälfte zeigt Cameron dann aber, was er definitiv am besten kann. Eine Action-Szene jagt die nächste, der Film gewinnt immer mehr an Tempo. Auf die etwas übertriebenen Schusswechsel folgen grandiose Groß-Actionszenen, die mit starken Spezialeffekten rundum überzeugen. Die Actionsequenzen setzt Cameron dabei gewohnt gut in Szene, womit er einmal mehr beste Unterhaltung bietet. Das Erzähltempo hält Cameron vor allem in der ersten Hälfte relativ niedrig und kurzweilig wird der Film so keinesfalls, aber die eine oder andere Länge schleicht sich so durchaus ein.

Stellenweise versucht James Cameron, der auch das Drehbuch verfasste, das gesamte Agenten-Genre zu parodieren, belässt es dabei aber bei ein paar klamaukhaft übertriebenen Szenen und lässt keinen Sarkasmus aufkommen. Die Charakterkonstruktion ist dabei eher schwach und klischeehaft. Vom tapferen, idealistischen und sympathischen Agenten, über die frustrierte, vernachlässigte Ehefrau, bis hin zu brutalen 0815-Terroristen werden hier so ziemlich alle Actionklischees bedient, da der Film aber parodistische Ansätze hat, lässt sich dies durchaus verzeihen. Der Plot ist vor allem in der ersten Hälfte des Films ganz gut gelungen und sorgt mit einigen amüsanten Wendungen und Einfällen durchaus für gelungene Unterhaltung, in der zweiten Hälfte wird er dann aber allzu einfallslos und kalkulierbar.

Der größte Fehler, der Cameron unterläuft ist die Besetzung der Hauptrolle mit Arnold Schwarzenegger. Mag ja sein, dass sich die beiden bei ihren "Terminator"-Filmen ganz gut verstanden haben, aber der Muskelprotz Schwarzenegger, der bereits aussieht wie eine Mischung aus Hulk und James Bond, geht beim besten Willen nicht als unauffälliger Spion durch, der seiner Frau über Jahre glaubhaft vorspielt ein Computerverkäufer zu sein. Hinzu kommt, dass Schwarzenegger, der zuletzt schon in "Last Action Hero" und "Kindergarten Cop" zeigte, dass er nicht wirklich lustig ist, zwar Spaß am Spiel hat, aber krampfhaft versucht lustig zu sein. So bleiben ihm mal wieder einzig und allein die Action-Szenen, um sich zu empfehlen. Man hätte die Hauptrolle besser mit einem subtiler aussehenden Action-Helden mit trockenerem Humor wie Bruce Willis besetzt. Dafür ist Jamie Lee Curtis mit einer makellosen, sympathischen Darstellung als abenteuerlustige Ehefrau überaus amüsant. Auch Bill Paxton, der in der Hauptrolle ebenfalls besser als Schwarzenegger besetzt gewesen wäre, hat als aufschneiderischer Gebrauchtwagenhändler einige gute Momente, genauso, wie Tom Arnold, der, vor allem in den Dialogen mit Schwarzenegger, definitiv die amüsanteste Leistung von allen bringt. Bis auf Schwarzenegger ist der Cast damit sehr gut besetzt.

Fazit:
"True Lies" unterhält in der ersten Hälfte vor allem durch Gags am laufenden Band, wobei er als Parodie kaum funktioniert. In der zweiten Hälfte liefert Cameron dann wie gewohnt eine Materialschlacht der Superlative, die voll und ganz zu überzeugen weiß und die, vor allem zum Ende hin sehr kalkulierbare Story, in den Hintergrund treten lässt, genauso, wie den fehlbesetzten Schwarzenegger.

80%


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