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Bram Stoker's Dracula (1992)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 12.10.2017, seitdem 65 Mal gelesen



Jedes Bild ein blutiges Gemälde 

Es gibt viele Dracula-Verfilmungen. So wie Coppolas "Bram Stokers Dracula" ist keine andere. Nichtmal annähernd. Einer dieser Filme, für den es genug Argumente gibt, dass es ein totaler Fehlschlag ist, genauso wie Argumente, dass es ein Meisterwerk ist. Immer etwas drüber, nah an der Vorlage und gleichzeitig total durchgeknallt. Wäre Bram Stoker stolz oder dreht er sich im Grab? Das weiß wohl nur Dracula selbst. Ich jedenfalls liebe diese ganz eigene Interpretation. Künstlerisch ein Wagnis, das bei mir voll und ganz aufgeht. Trotz Overacting, trotz den hölzernen Keanu und Winona, trotz relativ wenig echtem Horror. Die Story könnte klassischer kaum sein: ein junger Londoner Immobilienmakler (würde man heute wohl sagen) fährt nach Transsylvanien um mit einem mysteriösen Grafen in seinem Schloss ein Grundstücksgeschäft abzuschließen. Doch diesem Count kommen selbst die düstersten Legenden über ihn nicht annähernd bei...

Wuchtig. Voluminös. Sexy. Theatralisch. Alles Adjektive die ich dem Coppola-Wagnis zuordnen würde. Und mit Gary Oldman in Topform, ein legendärer und einzigartiger Graf. Für mich ist diese Verfilmung ein echter Kandidat für den besten Dracu. Das will was heißen zwischen Lugosi, Lee und Leslie Nielsen ;). Jederzeit hat man das Gefühl, dass hier keine Kosten und Mühen gescheut werden. Kreativ. Mutig. Elegant. Das ist beeindruckend, selbst wenn nicht jede Entscheidung voll ins Schwarze trifft. Schaurig schön. Zeitlos blutig. Klassisch erotisch. Und für jede stocksteife Winona Ryder gibt es einen diabolisch guten Oldman, der sichtbar Spaß an seinem Job hat. Selbst wenn einem die Art des Films nicht ganz zusagt, muss in Zeiten von "Dracula Untold" jeder wehmütig zurückgucken. Allein für Szenen wie dem abgeleckte Rasiermesser oder dem Techtelmechtel mit Draculas Frauen würde ich meine linke Vene hergeben. Das ist Kinomagie mit Opernstimme. Ein Gruselmärchen in Abendgarderobe. Poesie mit Reißzähnen. 

Fazit: die künstlerisch wertvollste Verfilmung des transylvanischen Counts aller Zeiten. Von gotisch-erhabener Schönheit... und ein bisschen plemplem. Bleibt in Erinnerung. Mir sehr positiv.


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