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Numbers Station (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 04.01.2014, seitdem 848 Mal gelesen



Der wahrscheinlich bekannteste Film, an dem der dänische Regisseur Kaspar Barfoed mitwirkte, dürfte "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" sein, bei dem er als Location Assistent tätig war. Ein Näschen für atmosphärische Drehorte kann er auch hier vorweisen, doch das unausgegorene Drehbuch von Neuling F. Scott Frazier lässt ihn dabei reichlich im Stich.

CIA-Agent Kent (John Cusack) versemmelt fast eine Mission, wofür er nach England strafversetzt wird. Hier soll er an einem abgelegenen Außenposten der Kryptografin Katherine (Malin Akerman) zur Seite stehen, welche chiffrierte Funksprüche an verdeckt operierende Agenten aussendet. Doch bereits nach kurzem Aufenthalt steht die Station unter Beschuss...

Die Luft für Klaustrophobiker wird mal wieder dünn, denn nach einer halbwegs abwechslungsreichen Einleitung spielt sich der überwiegende Teil der Handlung in den Innenräumen der ehemaligen US-Basis ab, welche nicht gerade für kunterbuntes Interieur steht. Nach ein paar stimmungsvollen Vogelperspektiven der näheren Umgebung stehen die beiden Hauptfiguren unter Zugzwang, denn während die Terroristen von außen einzudringen versuchen, wurde das Paar der vorherigen Schicht offenbar ermordet, was Audioaufzeichnungen zumindest vermuten lassen. Anbei wurde ein mehrfach gesicherter Code geknackt, was Katherine fieberhaft rückgängig zu machen versucht.

Leider fallen die Figurenzeichnungen nicht sonderlich ansprechend aus, denn Kent ist der knallharte Agent, der wortkarg auch mal eine Wunde versorgen kann, ansonsten jedoch recht eindimensional in seinen Aktionen bleibt. Katherine wirkt demgegenüber ein wenig naiv und unbedarft und scheint außer ihren Dechiffrierungen nicht viel vom Rest der Welt zu kennen, weshalb auch ihre Figur nicht wirklich zum Mitfiebern einlädt.

Ohnehin erinnert die altbackene Konstellation ein wenig an simple Actioner der Achtziger, nur dass hier der dazugehörige Charme völlig fehlt und sich die Geschichte zu jeder Sekunde ernst nimmt. Dazu müsste sie anderweitig jedoch klüger durchdacht sein, denn es wird nie genauer durchleuchtet, wer die Terroristen sind, noch, was die mit den Codes beabsichtigen, während sich eklatante Logiklöcher auftun. So wird etwa regelmäßig mit offenbar schwerem Gerät an der robusten Eisentür gebohrt, doch als jene irgendwann von außen zu sehen ist, sind weder Werkzeuge, noch Spuren an der Tür erkennbar. Und auch eine Botschaft des Agentenpaares ist so offensichtlich aufgesetzt, dass die Bösewichte sie bereits längst hätten ausfindig machen müssen, denn im Gegensatz dazu dürften mehrfach chiffrierte Nachrichten deutlich schwerer zu knacken sein.

So lässt die recht simpel gestrickte Story kaum Spannung aufkommen, etwaige Konfrontationen zwischen Gut und Böse werden mithilfe kurzer Flashbacks anhand der Audioaufzeichnungen vorgenommen, während in Sachen Action zwar ein paar Schüsse getätigt werden und zu Beginn ein Auto in die Luft fliegt, doch ansonsten latschen die beiden Hauptfiguren durch die kargen Räume und werden nicht wirklich sichtbar von außen bedroht.

Cusack scheint bereits während des Drehs gemerkt zu haben, dass das nicht die große Nummer wird und bleibt entsprechend bei seinem Schlafzimmerblick und auch Akerman muss sich nicht anstrengen, um als das schwache Geschlecht durchzugehen. Allenfalls der Score ist mit seinem gefälligen Hauptthema noch eine Randnotiz wert, doch das wertet den Streifen nun wirklich nicht mehr auf.
Handwerklich okay, doch die unausgegorene Story erstickt jeden Anflug von Spannung im Keim, so dass selbst eingefleischte CIA-Agenten-Thriller-Fans spontan zum MI6 umschwenken dürften.
4 von 10


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