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Stepfather 2 (1989)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 11.06.2007, seitdem 695 Mal gelesen



Zwei Jahre nach Joseph Rubens „The Stepfather“ kam ein Sequel, dieses Mal unter der Regie von Jeff Burr, der später noch einige schwächere Fortsetzungen von Horrorfilmen (z.B. TCM 3 oder „Pumpkinhead 2“) drehte.
Wie schon der Vorgänger kann aber auch „Stepfather II“ mit einem extrem gelungenen Auftakt auftrumpfen. Jerry Blake (Terry O’Quinn) ist nach der Ereignissen des ersten Teils in eine psychiatrische Anstalt gekommen, wo er an einen recht liberalen Psychiater gerät. Er nutzt dessen Vertrauen aus, ersinnt einen cleveren Fluchtplan und hat ab, wobei sowohl der Psychiater als auch ein Wärter dran glauben müssen. Wieder kokettiert man mit dem Einfallsreichtum der mörderischen Hauptfigur, der hier mal wieder voll zur Geltung kommt.
Ein Geheimnis des Vorgängers wird aber auch entmystifiziert, Jerry war tatsächlich ein Serientäter, hat mindestens drei Familien „verlassen“, wobei nur die letzte (jene aus dem Vorgänger) dies überlebte. Für Psychopath Jerry ist klar: Die nächste Bilderbuchfamilie muss her, eine Fernsehshow zeigt ihm zumindest schon das richtige Wohngebiet und unter der Identität eines Verstorbenen siedelt sich Jerry unter Namen Gene Clifford als Therapeut dort an – natürlich mit dem Spezialgebiet Familienbetreuung, soviel Ironie muss sein.

Bei seiner Suche nach einer neuen Familie trifft Jerry auf Carol Grayland (Meg Foster) und ihren Sohn Todd (Jonathan Brandis). Tatsächlich finden die beiden zueinander und Jerry will seinen Plan einer Heirat in die Tat umsetzen – egal wer oder was ihm im Wege steht...
„Stepfather II“ ist ein recht typisches Sequel für das Horror- und Thrillergenre, denn wie „Scream 2“ es später erklärte sind auch hier mehr Tote und mehr Blut angesagt. Zur Verteidigung des Films muss allerdings gesagt werden, dass das Mehr an Morden durch die Fluchtszene zu Beginn kommt, die ja auch nötig ist. Jedoch sind die Mordszenen etwas selbstzweckhafter, man schwelgt ein wenig mehr darin, wobei „Stepfather II“ nicht übermäßig hart ist. Nur die Mordszene mit dem Flaschenhals ist etwas derber und dies an sich auch nur in der unrated-Ursprungsversion, die auf der deutschen DVD enthalten ist.
Jedoch gilt die alte Regel, dass mehr Blut und Gewalt nicht den besseren oder spannenderen Film machen. Dabei ist „Stepfather II“ an sich recht interessant konzipiert, da er jenen Teil von Jerrys Masche zeigt, der in Teil eins übersprungen wurde: Das Aussuchen und Einleben in eine neue Familie. Andrerseits wirkt Jerry dadurch nie ganz so bedrohlich wie im Vorgänger, wo er bereits Teil der Familie war. Gleichzeitig baut Jeff Burr auch nie so ganz die Spannung des ersten Teils auf, sondern driftet gelegentlich mehr in Richtung Slasherfilm, wenn Jerry menschliche Hindernisse auf dem Weg zur Bilderbuchfamilie beseitigt.

Ebenfalls mehr in Richtung Slasherfilm geht der etwas lockere Ton des Films. „The Stepfather“ besaß auch eine gewisse Ironie, die im Sequel erneut zum Tragen kommt, doch „Stepfather II“ baut noch weitere, oberflächlichere Gags ein: Jerry probiert erst einen Videodatingservice aus, ein Autofahrer, der Jerry von den Vorzügen eines großen Kofferraumes vorschwärmt, endet in selbigem usw. Das wirkt zwar lustig, knabbert jedoch etwas an der Bedrohlichkeit des psychopathischen Stiefvaters. So ist „Stepfather II“ dann nur leidlich spannend, hat zwar nie zu große Hänger, ist jedoch mehr ein Standardthriller (vor allem der Showdown ist ziemlich 08/15), der einfach nicht die Atmosphäre des Vorgängers besitzt.
Immerhin ist Terry O’Quinn in der Titelrolle fast so gut wie im ersten Teil und verkörpert den Psychopathen mit der Überbetonung von Familienwerten sehr überzeugend. Auch recht gut ist Meg Foster, die im gleichen Jahr ironischerweise die Ehefrau von Terry O’Quinns Charakter in „Blinde Wut“ spielte. Jonathan Brandis ist ganz OK und nervt im Gegensatz zu vielen anderen Kinderdarstellern nicht, die Nebendarsteller agieren solide.

„Stepfather II“ fängt stark an, wird danach aber zum durchschnittlichen Standardthriller, da die Atmosphäre des ersten Teils nicht erreicht wird. Allzu große Hänger sind nicht zu verzeichnen, Terry O’Quinn ist wieder klasse, doch mehr als ordentliches Mittelmaß ist hier leider nicht entstanden.


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