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Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 15.02.2013, seitdem 578 Mal gelesen



Das Stirb-Langsam-Franchise wird weiter ausgeschlachtet und
John McClane ist zum inzwischen zum fünften Mal zur falschen Zeit am falschen
Ort. Nach dem vierten Teil, in dem er seine Tochter retten musste, ist nun sein
Sohn dran. McClane reist nach Moskau, da sein Sohn dort verhaftet wurde. Doch
statt seinen Sohn helfen zu können, sieht er wie dieser den ebenfalls
inhaftierten Komorov befreit, welcher im Besitz einer Akte ist, welche Beweise
gegen den zukünftigen russischen Verteidigungsminister enthält…

John Moore hat mit dem fünften Teil der Reihe einen
grundsoliden und handwerklich guten Actionfilm abgeliefert, der aber leider in
Puncto Story ungefähr so viel Tiefgang aufweist wie ein Direct-to-DVD Steven-Seagal-Film.
Eigentlich hätte es von der Handlung her sogar ein solcher Film sein können.
Natürlich kann man jetzt sagen, wenn man einen Film mit Handlung will, sollte
man sich nicht Stirb Langsam ansehen. Aber die bisherigen vier Teile wiesen
alle eine zumindest sinnvolle und auch interessante Handlung auf, welche auch
sehr vom jeweiligen Bösewicht getragen wurde. In diesem Film wird das
vernachlässigt und viel mehr auf Action gesetzt. So kommt McClane in Moskau an,
findet das Gericht in dem gerade die Verhandlung seines Sohnes beginnt. In den
darauffolgenden 15 Minuten wird dann im Rahmen einer Verfolgungsjagd halb
Moskau zerlegt, ohne dass man vorher groß Erklärungen erhalten hat. Auch die
vereinzelten Plottwists sind so vorhersehbar, dass sie die dünne Story nicht
aufwerten können. So wirkt das ganze zwar routiniert und der Regisseur versteht
es Actionszenen zu inszenieren, der Film bleibt damit aber seelenlos und
uninteressant. Auch gibt es im Film keinen charismatischen bösen Gegenspieler
wie Alan Rickman oder Jeremy Irons, was der Story noch weiter schadet.



Ein weiteres Manko war für mich die Coolness von McClane,
die teilweise sehr verkrampft wirkte. Natürlich ist John McClane eine der
coolsten Sauen der Filmgeschichte, aber er muss nicht in 90 % der Fälle
zynische Sprüche bringen, sondern darf von mir aus auch mal ernst sein. Es gab
zwar einige wirklich gelungene Pointen (Handy), doch gilt hier insgesamt, dass
weniger manchmal mehr ist.

Doch der Film hatte auch sehr gute Aspekte. Der Wichtigste
für mich war, nachdem ich in diversen Foren über mögliche Cuts in
Großbritannien und auch in Deutschland diskutiert wurde, dass es sich sehr
wahrscheinlich um die Uncut-Version handelt. Auch das Zusammenspiel zwischen
Vater und Sohn im Verlauf der Geschichte funktioniert sehr gut. Die beiden
haben sich teilweise gut die Bälle zugespielt, so lange es um die
Actionsequenzen. In den kurzen (viel zu kurzen) ruhigen Passagen des Films, in
denen es um die Familie McClane ging, wirkte das Zusammenspiel aber sehr
aufgesetzt und unrealistisch.



Wenn man einen Stirb Langsam Film produziert, weckt man Erwartungen
bei den Fans. Der vierte Teil hat die Fangemeinde gespalten, deshalb war die
Produktion des fünften noch schwieriger. Doch meiner Meinung nach wird dieser
Film den Erwartungen nicht erfüllt. Stirb Langsam ist mehr als Action, coole
Sprüche und „Yippie Ya Yay Schweinebacke“. Da hier aber nur auf Action und die
Coolness von John McClane gesetzt wurde, ist dies nach meinem Empfinden der
schlechteste der fünf Filme.

Da mir die Actionszenen gefallen haben, John McClane und
sein Sohn sich die Bälle gut zugespielt und mir die Abschlusssequenz sehr
gefallen hat, bekommt der Film noch eine 5/10 von mir. Aber von einem Film, der
das Prädikat „Stirb Langsam“ trägt erwarte ich eigentlich deutlich mehr.


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