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Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben (2013)

Eine Kritik von
eingetragen am 18.02.2013, seitdem 407 Mal gelesen



DIE HARD - KEIN GUTER FILM ZUM ANSCHAUEN....


Eigentlich bin ich kein Fan von irgendwelchen Rezensionen oder ähnlichen, aber seit dem Kinobesuch dieses Steifens hier muss ich doch mal meinen Senf dazu geben:

Ich bin jetzt nicht der 100%-McClane-Fan - aber die ersten drei Teile gefühlt 20x gesehen - und vor allem immer wieder gerne.
So würde ich der "Triologie" locker im Schnitt 9/10 Punkten geben. Der 4.0 würde auch immer noch 5/10 Punkten bekommen - aber diese Gurke hier ist der absolute Tiefpunkt in vielen Sachen - 2/10.

Zur Story brauch man nicht viel sagen - da reichen im Grunde auch 3-4 Sätze - so hohl ist das ganze. Nun waren die DIE HARD-Filme alle nicht sonderlich tiefgründig, aber dieser hier sprengt das Dach - buchstäblich. Denn es kracht nur so an allen Ecken und Enden und wie in anderen Kritiken voller Logiklöcher das einem seine Nachos wieder hochkommen.
Der Film geht zumindest im Stirb langsam-Flair los - so weit so gut - was dann folgt sind 90 Minuten purer Stumpfsinn als ob Bruce Willis mal eben von einem anderen Set um die Ecke kommt (G.I.-Joe 2 ?) ...

Da wären zunächst einmal die 95 Minuten ! Hatten alle anderen Teile - inbesondere die "Triologie" noch um die 120 Minuten - so sind es hier mal schon gute 25 Minuten weniger - Gott sei Dank ! Das ist ein Pluspunkt des Streifens - im negativen Sinne

Ein Hauptproblem des Films sind neben vielen anderen Hauptproblemen zunächst die Charaktere:

McClane an sich ist - naturbedingt - in die Jahre gekommen - aber irgendwie fehlt doch das gewisse etwas. Wenn man bedenkt, das Bruce Willis in 2012 alleine 6-7 Filme gedreht hat fällt es ihm vielleicht mit unter schwer permanent die Rollen zu wechseln - das hätte auch G.I.-Joe 2 sein können oder die Expandables. Ein Gefühl des schnellen Hin- und Herpendelns zwischen den ganzen Sets schleicht sich für meine Begriffe schon ein wenig ein - ohne die Rollen anzupassen. Für einen guten Spruch und nen coolen Stinkefinger zum Schluss reicht es aber allemal- Bruce Willis spielt hier sein Programm nur noch runter - für eine Millionengage wohlbemerkt^^
Ganz anders der Sohn - einen unsympatischeren Schaupieler habe ich selten gesehen - der Mann nervt einfach nur. Schon alleine seine genervte Fresse in den ersten 30 Minuten gehen einem gehörig auf den Sack was sich aber etwas legt im Laufe des Filmes.

Im Prinzip wäre McClane genauso wie Schimanski im Tatort schon ein halbes Dutzend mal draufgegangen. Aber nach ca. 40 Minuten des Streifens folgt die wohl lächerlichste Szene - neben den künstlichem Liebesschwur gegen Ende:

Der Auftritt des bzw. eines der Oberschurken der McClane und seinen Sohn eigentlich nur noch abzuknallen brauch - auch schon deswegen, da er 20 Minuten vorher kaltherzig alles in die Luft gesprengt hat und ein halbes Dutzend Leute umgebracht hat.
Da sitzen McClane/Sohn aufgegeben vor ihm und da fängt dieser an ein Tänzchen aufzuführen. Vor zwei Leuten die er eigentlich gar nicht kennt und genauso wertschätzt wie alles andere was er vorher umgelegt hat - zu allem Überluss schnabuliert er auch noch nervig-knackig ne Möhre. Das kommt alles so stumpfsinnig und uncool rüber das einem die Haare zu Berge stehe. So konnte Hans Gruber im ersten Teil McClane z.B. ebenfalls abknallen als sich beide das erste Mal gegenüber standen und Gruber den zurückgebliebenen Mitarbeiter miemte. Das konnte man einem alles abkaufen. Hier fehlt einfach jeglicher Pepp und mit besagtem Hintergrund vollkommen unnötiges, in die Länge gezogenes Rumgealber, worauf sich die beiden natürlich noch retten können...

Ebenfalls ein Hauptproblem was sich durch den ganzen Film zieht ist diese künstliche Vater-Sohn-Beziehung. Das kommt alles so unglaubwürdig rüber bis zum peinlich-lächerlichen "Ich hab dich lieb"-Schwur am Ende des Filmes. Da möchte man einfach nur noch vorspulen...

... und da kommt man dann nach Tschernobyl.

Nun kann man vom Tschernobyl-Szenario halten was man will - aber warum einer der Terroristen halb-nackt am Start ist und die anderen im Strahlenanzug das weiß wohl keiner so genau - das McClane und Sohn keinen Schutzanzug benötigen versteht sich natürlich von selbst ! ^^ Wer den Film bis hierher geschafft hat brauch das nicht auch noch zu hinterfragen - ein Abwinken reicht...

Nun versuche ich mich mal an ein Fazit:

Der Film ist schlecht - sehr schlecht ! Die Charaktere sind derart blass und schlecht besetzt, das selbst Sebastian Koch - der sich wirklich Mühe gibt, im Stumpfsinn des Ganzen aber leider untergeht. Es zeigt sich aber wieder mal die Qualtität deutscher Schaupieler im Gegenzug zu 08/15-McClane nebst fehlbesetzten Sohn. Das Potenzial - eben Sebastian Koch - als den Obergangster darzustellen wäre durchaus gegeben gewesen - und der Film wäre mit Sicherheit auch besser geworden.
Die Vater-Sohn-Beziehung ist wie o.g. nur aufgesetzt-lächerlich und oberflächlich extra-dünn, dass es so gut wie keinen Spaß macht - bis auf ein paar Ausnahmen. Kaufte man im 4.0 die Tochter-Beziehung noch mit einem Augenzwinkern ab - so geht hier gar nix.
Das Szenario an sich ist ebenso nicht besonders gut gewählt - dazu muss ich aber eingestehen, dass ich Filme die im Ostblock spielen ohnehin nicht mag^^ Hatte man aber in den anderen Teilen - insbesondere 1,3 und 4.0 ein wenig Überlick über die Terroristen, so tauchen diese hier reihenweise auf, und werden ebenso reihenweise (z.B. CIA-Quartier) über den Haufen geschossen.
Natürlich gibt es noch andere Dinge die diesen Film nach unten katapultieren - das nervige "ich mach doch nur Urlaub hier" an irgend welchen unpassenden Stellen wirkt ebenso reingesetzt wie unlogisch es auch klingt. Denn zum Urlaub ist McClane ja gar nicht nach Moskau geflogen - sondern sein Sohn steckte in Schwierigkeiten und steht vor Gericht.
Positv sind einige Sprüche - da kann man schon mal ein wenig schmunzeln und die Action die einen ein wenig am "Dranbleiben" hält von der man aber nach den 90 Minuten auch die Schnauze voll hat. Positiv hierbei allerdings - es werden ordentlich Autos zerdemmert ohne große Computereffekte. (so sah es zumindest aus)
Der kröhnende Abschluss des Filmes ist der coole Stinkefinger - wenn man von der Tatsache absieht, das die beiden gar nicht wissen wo sie eigentlich dabei hinspringen - den man dem Film allerdings ebenso geben könnte wenn der Abspann läuft.
Wenn Bruce Willis nicht wäre, dann wäre dies ein normaler Actionfilm wo es nur hirnlos kracht - und da hätte man den Film wohl auch nicht bis zuende gesehen, geschweige denn man wäre dafür ins Kino gegangen - aber es steht halt DIE HARD drauf - und DIE HARD ist nicht drin.
Ein zweites Mal muss man sich den Steifen weißgott nicht geben - dann lieber die Triologie am Stück und mit etwas Puffer den 4.0 hinterher...

2/10 Punkten

Es sei noch angemerkt das zwischen Moskau (Anfang des Filmes) und Tschernobyl (Ende des Filmes) gut 1000 km dawischen liegen... wie lange brauch man da mit dem Auto ?
Oder spielt das noch eine Rolle ???


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