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Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 22.03.2013, seitdem 720 Mal gelesen



Kultfigur John McClane sorgt zum fünften Mal für Chaos und für eine der größten Materialschlachten in Sachen Fahrzeugdemolierung. Der Rest hat allerdings nicht mehr viel mit dem Spirit des Originals zu tun, denn der zynische New Yorker Cop verkommt beinahe zum Spielball des unausgegorenen Drehbuchs.

John McClane (Bruce Willis) reist kurzerhand nach Russland, um nach seinem Sohn Jack (Jai Courtney) zu sehen, der offenbar in Schwierigkeiten steckt. Nach einer Bombenexplosion befinden sich Jack und der Mittelsmann Komarov (Sebastian Koch) auf der Flucht, während die Gangster an eine Geheimakte wollen. John und sein reservierter Sohn müssen ein Zwangsbündnis eingehen, um den Terroristen Einhalt zu gebieten…

Obgleich Regisseur John Moore bereits ein paar teure Produktionen abgeliefert hat, weiß er zwar die Aktion einigermaßen überzeugend zu inszenieren, eine gehaltvolle und vor allem schlüssige Geschichte mit etwas Sinn vermag er jedoch nicht zu transportieren.
Die Vater/Sohn Problematik schwankt stets zwischen hölzern und unpassend emotional aufgesetzt, einen wirklichen Bösewicht vermisst man schmerzlich und auch McClane, der für seine coolen Sprüche bekannt ist, entlockt allenfalls ein leichtes Schmunzeln, als er nach dem Diebstahl eines Militärfahrzeugs ein kurzes „Heul doch, du Penner!“ raus haut. Ansonsten kommen da nur wenige One-Liner, von denen noch nicht einmal alle zünden.

Dabei knallt es beim Actionfeuerwerk im ersten Drittel mächtig und laut, denn gefühlte hundert Fahrzeuge werden demoliert, als McClane erst mit Panzerfahrzeug, später mit Jeep durch die stark befahrenen Straßen gurkt und im Grunde alles plättet, was er mit dem Fahrzeug passiert.
Leider vermasseln einige verwackelte Kameraeinstellungen und die zu hektischen Schnitte ein volles Auskosten der zahlreichen Stunts, während später die CGI etwas zu offensichtlich ausfallen.

Das flotte Tempo mit nur wenigen Atempausen kann auf Dauer nicht über die vorhersehbare Geschichte mit erahnbarem Plot Twist hinwegtäuschen, denn der Story fehlen Ecken und Kanten, es mangelt an Auflockerungen und an vernünftig gezeichneten Charakteren.
Ein Fiesling zeichnet sich lediglich durch das seelenruhige Mümmeln einer Karotte aus, eine heiße Braut in Latex kommt in lediglich einer Szene zum Einsatz und während um McClane alles explodiert, zerschossen und geplättet wird, verkommt der Polizist zu einer comicartigen Figur, die fast ohne einen Kratzer nahezu unverletzbar scheint.

Dabei unterhält es durchaus, wenn die Decke eines einstigen Ballsaales für eine Gegenwehrmaßnahme genutzt wird, ein falscher Masseur zulangt und Bruce Willis seinen immer noch gut trainierten Körper im Eiltempo durch die Szenerie wirbelt.
Doch dem Ganzen fehlen Witz und Schwung, sympathische Eckpunkte, schillernde Figuren. Eben all das, was die Seele von „Stirb Langsam“ vor allem in den ersten drei Teilen ausmachte.

Somit verkommt Teil 5 zu einem zwar solide unterhaltenden Actioner, aber im Kontext der Reihe bildet dieser Part den mit Abstand schwächsten. Denn zwangsweise muss er sich an den Vorgängern messen, in denen ein Samuel L. Jackson als genialer Mitstreiter mitmischte, Alan Rickman einen wunderbaren Bösewicht abgab und ein eigentlich unscheinbarer Tom Bower als helfender Hausmeister Marvin stärker in Erscheinung trat als ein Jai Courtney, der als McClanes Sohn komplett farblos bleibt.
Viel in den Sand gesetzt und nur wenig richtig gemacht, - Kurzweil mit einem fast latent bitteren Beigeschmack, denn der Funke springt hier nur in Ansätzen über.
5,5 von 10


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