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Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 09.09.2013, seitdem 341 Mal gelesen



„Die Hard“ goes B-Movie! - mir gefällts!

Mein lieber Herr Gesangsverein, selten wurde ein Film wie „Stirb langsam 5“ nach Kinostart derart demontiert, schlecht geredet und auf eine unfassbare Art verprügelt. Vor 6 Jahren wurde der Vorgänger in den Himmel gelobt und als gefeierte Auferstehung von John McClane gehypt. Für mich persönlich, eine absolut verkehrte Welt. Ich schäme mich nicht zu sagen: „Stirb langsam 5 hat mich 100 Minuten geil unterhalten“. Jahre nach dem desolaten „4.0“, hätte ich NIE für möglich gehalten, dass ich an einem etwaigen fünften „Stirb langsam“ nochmal Freude verspüren würde.

Den unrealistisch hohen Erwartungen des Publikums konnte „Stirb langsam 5“ einfach nicht gerecht werden. Nach dem Hightech-Mindfuck in „4.0“, haut der fünfte Teil in eine gänzlich andere Kerbe, nämlich Action-Bambule bis der Arzt kommt. So wurde aus „A Good Day to Die Hard“ ein Film mit übelster B-Movie Handlung und Hollywood-Bombast Action. Ein moderner „Cannon-Trash“ mit überhöhten Budget sozusagen.

Ich fühlte mich sehr an den Film „From Paris with Love“ zurückerinnert. John Travolta hatte ebenfalls wie Bruce, ein junges Milchgesicht an seiner Seite und zusammen legten sie ganz Paris in Schutt und Asche. In diesem Falle sind es Bruce Willis und Jai Courtney, und diesmal wird Moskva zu Glump geschlagen. Auch „From Paris with Love“ erhielt überzogene Häme, aber fernab jeglicher Dimension, die dieser Film über sich ergehen lassen musste. Aber genug der Vorwarnungen, beleuchten wir den Film mal genauer.

Einen Fakt muss man ohne Wenn und Aber einräumen, egal wie man zu dem Film steht, die Story ist absoluter Käse. John McClane wurde daran erinnert, dass er noch einen Sohn hat, also düst er nach Moskau um Söhnchens Arsch zu retten. McClane jr. ist, aus welchem Grund auch immer, stinksauer auf John. Doch bevor sie überhaupt ein vertrauensvolles Vater-Sohn Gespräch führen können, wird unser „Unterhemden-Rambo“ bereits in ein gefährliches Komplott verstrickt, welches mit einer ominösen Akte beginnt und mit Tschernobyl endet. Häh?!?

Diese obskure Geschichte glänzt durch offensichtliche Twists und herrlichen Logiklöchern. Regisseur John Moore versucht diese Schwächen mit ordentlich Kugelhagel und Autostunts vergessen zu machen. Nichtsdestotrotz konnte ich der Story folgen (natürlich mit einigen ungeklärten Fragen, aber who cares?) und der Plot ist glasklar, wenn auch bescheuert. Viel grausamer empfand ich ja das „4.0-Desaster“. Hightech-Geschwafel, eine Handlung die noch stupider war als in Teil 5 (aber besser kaschiert wurde), furchtbare Darsteller (vom Oberbösewichtmilchbubi ganz zu schweigen), und Bruce Willis musste sich mit einem grausamen Sidekick in Form von Justin Long herumschlagen. Teil 5 dagegen ist „Oldschool“ in Vollendung, wenn man von den grausamen CGI-Effekten absieht.

Während der Plot ein Desaster für „Die Hard“-Verhältnisse darstellt, ist die Action der absolute Kracher. Bereits nach 25 Minuten wird halb Moskau dem Erdboden gleichgemacht. Fans von „Alarm für Cobra 11“ werden in einer 10 minütigen-Verfolgungsjagd multiple Orgasmen durchleben. Bereits in „Expendables 2“ war Bruce Willis das heimliche Highlight und beweist hier, dass er es noch drauf hat. Schade das Willis im dritten „Expendables“, aufgrund überzogener Gehaltsvorstellungen, nicht dabei sein wird.

Willis ist selbst mit 58 Jahren pures Action-Gold. Er verkörpert McClane wie wir ihn Kennen und Lieben. Rau, dreckig und immer mit treffsicherem Oneliner auf den Lippen. Auch sein Söhnchen (gespielt von Jai Courtney) gefällt und zeigt eine ähnlich derbe Leistung, im positiven Sinne. Leider fehlt in „A Good Day to Die Hard“ ein waschechter Fiesling. Alan Rickman war ein Schwein von Bösewicht, Franco Nero und selbst Weichspüler Jeremy Irons glänzten in den Vorgängern als skrupellose und vor allem ebenbürtige Gegenspieler für McClane. Eine echte Hassfigur fehlt gänzlich in dem fünften Teil. Der deutsche Schauspieler Sebastian Koch sieht zu bemitleidenswert aus, um ihm wirklich böse zu sein.

Die Effekte stoßen einem schon ziemlich bitter auf. Die CGI wird besonders am Ende in Hülle und Fülle auf die Leinwand geklatscht. Würde ich zum Showdown einen Controller in der Hand halten, hätte ich das Gefühl, gerade „Die Hard: Vendetta“ auf PS2 zu spielen. Diese unterirdischen Computereffekte hinterlassen einen bitteren Beigeschmack. Auf großes Blutvergießen verzichtet „Die Hard“ im neuen Jahrtausend gänzlich. Das ist einerseits nicht so verkehrt, weil spritzendes CGI-Blut dermaßen scheiße aussieht (siehe Ninja Assassin oder Expendables 1), andererseits ist allein die legendäre Szene aus „Die Hard 1988“, wie McClane seinen blutigen Fuß ins Bad schleppt, härter als alles actionlastige in Teil 5.

Fazit: „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ ist herrlich unkompliziertes Macho-Actionkino für den Happen zwischendurch. Lichtjahre entfernt von Teil 1 bis 3 aber um Längen besser als „4.0“. Die Action ist delikat, Bruce spielt weiter auf hohem Niveau und harmoniert angenehm überzeugend mit seinem jungen Kompagnon. Der fünfte Teil ist weniger ein durchdachter Action Thriller, sondern mehr ein 1A-Actionfest für Leute mit Hirn im temporären Standby-Modus. Mir persönlich hat er sehr viel Spaß gemacht, lediglich die überzogene CGI nervt und die Handlung ist für die Füße. Wie bereits erwähnt wird Willis voraussichtlich nicht in Stallones „Hünen-Zirkus – Die Dritte“ aufschlagen. Also perfekte Bedingungen für „Die Hard 6 - Dirty Half Dozen“.
Golan/Globus – wo seid ihr?

Postskriptum:
Die Hard 5 - Geboren um Action zu geben, hohle Sprüche erleben, ohne Frage an den Sinn des Ganzen!


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