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Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 05.11.2013, seitdem 293 Mal gelesen



Weil sein entfremdeter Sohn Jack in Moskau hinter Gittern sitzt, reist US-Cop John McClane in die russische Metropole, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Doch bereits kurz nach der Ankunft kollidieren die Pl√§ne des Vaters mit denen des Sohns, der tats√§chlich f√ľr die CIA arbeitet und einen Geheimnistr√§ger samt einer brisanten Akte au√üer Landes bringen soll. Nach anf√§nglichen Reibereien w√§chst das Vater-Sohn-Duo zusammen, zeigt den Gegnern, dass Widerstandsgeist und Zerst√∂rungskompetenz in der Familie liegen.


Die "Stirb langsam" Reihe z√§hlt wohl bisher zum Besten und Beliebtesten, was das Action-Genre in den letzten Jahren geliefert hat. Konnte sich der Zuschauer doch immer auf sehenswerte Action, coole Spr√ľche und einen extrem sympatischen Haupt-Charakter freuen, den man gern bei seinen fast aussichtslosen Szenarien begleitet hat, die dann am Ende doch immer wieder gut ausgingen. Zudem waren die erz√§hlten Geschichten jederzeit innovativ und haben auch rein inhaltlich f√ľr einen Actionfilm eine ganze Menge zu bieten gehabt. Selbst der von vielen Leuten nicht so geliebte vierte Teil konnte in dieser Beziehung noch durchaus √ľberzeugen, wohingegen der nun vorliegende Film fast alle diese Elemente vermissen l√§sst. OK, Action satt bekommt man immer noch geboten, jedoch entwickelt sich das Szenario von Anfang an zu einem v√∂llig √ľberladenen Spektakel ohne Sinn und Verstand, das sich jenseits jeglicher Glaubw√ľrdigkeit ansiedelt. Ziemlich schnell erkennt man dabei, das diverse offensichtliche Schw√§chen damit √ľbert√ľncht werden sollen, womit wohl haupts√§chlich die inhaltliche Leere des Geschehens am st√§rksten ins Auge f√§llt. Der Qualit√§tsverlust entpuppt sich dabei streckenweise als √§u√üerst frappierend, handelt es sich hier doch ganz eindeutig um den mit Abstand schw√§chsten Teil der beliebten Reihe., die an dieser Stelle nun endlich ein Ende finden sollte, damit man den Eindruck von John McLane nicht vollkommen zerst√∂rt. Teilweise findet aber schon eine gewisse Demontierung der Hauptfigur statt, denn fast gar nichts mehr ist zu sp√ľren von den einst herausragenden Eigenschaften des charmanten Bullen, der den √Ąrger fast magisch anzieht.

So agiert Bruce Willis in seiner Paraderolle extrem lustlos und erscheint einem phasenweise schon wie ein Fremdk√∂rper in diesem Film, der zudem auch die gro√üe Chance vergeben hat, aus der im Mittelpunkt stehenden Beziehung zwischen Vater und Sohn wirklich Kapital zu schlagen. Das angespannte Verh√§ltnis wird n√§mlich nur oberfl√§chlich beleuchtet und einige eher flache Dialoge sollen dabei ein wenig Witz-und Charme verspr√ľhen was letztendlich jedoch nur teilweise gelingt. Zu sehr sind die Ereignisse mit total √ľberzeugender Action durchzogen, als das sich gen√ľgend Freiraum f√ľr die restlichen Zutaten ergeben w√ľrde, die man bisher so sehr in dieser Filmreihe zu sch√§tzen wusste. Und so pl√§tschert dann auch die eher belanglose Story so vor sich hin und kann dabei mit keinerlei √úberraschungsmomenten aufwarten, die allerdings dringend n√∂tig gewesen w√§ren, um dem Ganzen den n√∂tigen Schliff zu verleihen. Stattdessen hat sich aber Regisseur John Moore darauf konzentriert, dem Zuschauer ein unrealistisches Action-Feuerwerk zu pr√§sentieren das dazu auch nur stellenweise Kurzweil verbreitet, denn irgendwie erscheint einem die gesamte Chose viel zu monoton als das man ihr viel Positives abgewinnen k√∂nnte.

Wenn es einem lediglich um ein sinnfreies Action-Spektakel geht, dann wird man bei "Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben" wirklich ganz ausgezeichnet versorgt, wer aber einen typischen John McLane erwartet der wird eine ziemliche Entt√§uschung erleben. Ist doch so gut wie nichts mehr vorhanden, was den sympatischen Cop bisher immer so ausgezeichnet hat, an diversen Stellen erscheint der gute Bruce Willis sogar ein wenig m√ľde und ger√§t au√üerdem in dem hier offerierten Effekt-Gewitter fast v√∂llig in den Hintergrund. Im Prinzip kann man sehr wohlwollend feststellen, das zumindest der Titel des Filmes nahezu perfekt gew√§hlt ist, zumindest gelangt man zu der √úberzeugung, das hier der perfekte Zeitpunkt gefunden wurde, um die "Die Hard" Reihe sterben zu lassen, bevor man den tollen Gesamteindruck durch weitere seelenlose Nachfolger k√ľnstlich am Leben erh√§lt. Der einstige Charme ist g√§nzlich verflogen und Teil 5 reiht sich in den Tiefen des stinknormalen Durchschnitts-Bereich an, was sicherlich alles andere als ein positives Qualit√§ts-Merkmal darstellt.

Die Zeiten des strahlenden Helden wurden hier endg√ľltig zu den Akten gelegt und ein ausgelaugt auftretender Bruce Willis deutet mit seiner lustlosen Darstellung an, das John McLane seine besten Tage l√§ngst hinter sich hat. Echten Fans d√ľrfte es in der Seele weh tun, den einstigen Sympathie-Tr√§ger in diesem maximal durchschnittlichen Actionfilm zu sehen. Im Endeffekt bleibt lediglich die Action, der Rest der ansonsten gewohnten Zutaten ist kaum mehr zu versp√ľren. Zudem sind die Ereignisse so derma√üen realit√§tsfremd das es schon gar keinen richtigen Spa√ü macht, die inhaltsleere Story √ľber sich ergehen zu lassen.


Fazit:


Man sollte sich schon im Vorfeld von dem Gedanken verabschieden, das es sich hier um einen waschechten "Die Hard" Teil handelt, denn es ist nur noch sehr wenig von dem grandiosen Charme zu sp√ľren, der die bisherigen Teile immer wieder so ausgezeichnet hat. Mit vorliegendem Film ist man nun im absoluten Durchschnittsbereich angekommen und hat einen einst strahlenden Helden zu Grabe getragen, in dem er hoffentlich auch liegen bleibt.


5,5/10


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