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Andy Warhol's Dracula (1974)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 14.06.2011, seitdem 275 Mal gelesen



Ein politischer Vampirfilm? In den 70ern geht alles! Aber ist dieser Film nun sehr politisch? Ich würde sagen: Nein. Ist er dann besonders vampiresk? Auf keinen Fall! Was bleibt dann übrig? Das ist in meinen Augen genau das Problem dieses Films.

Die Idee von der verkommenen schwächlich-kränklichen Adelsklasse, die dem Volk lediglich das Blut aussaugt ist ja hier recht interessant angedacht. Auch der Held aus der Arbeiterklasse, der eindeutig kommunistisch gebildet ist und dem Treiben des Adels als einziger etwas entgegensetzen kann passt gut in die gewählte Allegorie. Zudem ist diese Figur auch schauspielerisch gut dargestellt. Graf Dracula wird von Udo Kier verkörpert und frönt dem Overacting hier, dass einem beinahe übel wird. Aber sein Diener setzt da locker noch einen drauf. Die Frauen sind entweder verkommene Flittchen, die das Wort Moral nicht mal buchstabieren könnten oder unschuldige Jungfern. Einzige Ausnahmen bilden hier die Mutterfiguren.

Der Adel braucht jungfräuliche Unschuld aus der eigenen Klasse, um bestehen zu können. Die ist jedoch so gut wie nicht mehr zu finden. Der Adel hat sich also überlebt. Lediglich der heroische Arbeiter ist noch nötig, um diesen Missstand aufzuzeigen und damit aus der Welt zu schaffen. Klingt einfach? Das ist es auch. Am Ausgang des Geschehens besteht niemals ein Zweifel, auch wenn am Ende ein wenig Tempo und Action aufkommen. Die Handlung ist eindimensional und plakativ und weiss daher nicht zu fesseln. Die Schauspieler(innen) sind nett anzusehen, aber nicht unbedingt gut. Die Bilder sind in Ordnung und bilden eine brauchbare Atmosphäre. Der Funke kann jedich nicht auf den Zuschauer überspringen, da einfach keinerlei Spannung aufkommen will.

Nette Idee, aber leider verschenkt. Der Film bietet einfach zu wenig, um zu überzeugen oder den Zuschauer bei der Stange zu halten. Ideele und ästhetische Werte sind vorhanden, aber das reicht einfach nicht aus. So plätschert der Film über die stattliche Laufzeit von über 100 min. dahin und unterhält dabei nur leidlich. Das Vampire eine vegetarische Diät halten, wenn sie kein Jungfrauenblut bekommen können ist in meinen Augen einfach nur lächerlich. Dazu passt dann auch, dass der Vampir, der unkeusches Blut genossen hat, sich anschließend in Qualen windet und sogar übergibt.

Das ist zwar insgesamt durchaus mal etwas anderes, aber man fragt sich fortwährend, wofür es gut sein soll. Ich habe dafür keine Antwort parat und kann daher mit viel gutem Willen auch nur knappe fünf Punkte vergeben.


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