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Andy Warhol's Dracula (1974)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 20.09.2004, seitdem 717 Mal gelesen



Holla! Was Paul Morrissey aus dem Dunstkreis der Namensgebenden Warhol Factory hier auftischt, mischt munter die erotische Komponente der Dracula-Figur mit der Freiz√ľgigkeit der 70er, sowie dem offenkundigen stilvollen Kunstanspruch. Dass uns ganz im Gegensatz zum "Flesh For Frankenstein" des selbem Teams hier keine Goregranate erwartet, sollte vielerorts bereits erw√§hnt worden sein. Obwohl das wenig vers√∂hnliche Ende ordentlich vom Leder splattert. Der ganze Film versteht sich eher als Tour de Farce indem man mehr darauf hofft, dass Dracula sein bemitleidenswertes Leben fortsetzen kann, anstatt sich dauernd zu erbrechen, weil die angeblichen Jungfrauen sich lieber durch die Gegend v√∂geln lassen. Udo Kiers Darstellung als kranker Vampir √ľberzeugt vollends auf ganzer Linie, so dass sich s√§mtliche Sympathien auf diese Figur √ľbertragen und man vom Treiben der immergeilen Schwestern nur entt√§uscht wird. Ob sich Dracula nun mit minutenlangen Erbrechen von Blut oder mit schweren Bauchkr√§mpfen plagt, jeder dieser Szenen wird von Kier so intensiv dargestellt, dass man keine andere Wahl hat als mit diesem Wesen zu leiden. Die dekadente und nur aufs Geld fixierte Familie Fiore tut mit ihrer habgierigen Einstellung noch den Rest dazu. Auch der immer von Revolution schwallende Hausdiener geht einem ziemlich schnell auf die Nerven. Als dieser noch erkl√§rt, um was f√ľr ein Wesen es sich bei Dracula handelt und zur Axt greift, ist der Ofen v√∂llig aus. Noch nie war der vermeintliche Held ein derma√üen gro√ües Arschloch! Selbst wenn der Graf kurz davor ist sein kraftspendendes Blut zu bekommen, wird mal schnell im Stehen eine Vierzehnj√§hrige entjungfert. Wenn der v√∂llig kaputte Graf dann noch angekrochen kommt und das erste Blut vom Boden schleckt, ist der dramaturgische Faktor am H√∂hepunkt angelangt. Im Gegensatz zu solchen Notl√∂sungen stehen die h√∂chst erotischen Aussagen angeblicher Jungfrauen. Wenn der Graf am Hals nuckelt, scheinen die M√§dels neue orgastische H√∂hepunkte zu erreichen und st√∂hnen sich einen zusammen, dass man glauben k√∂nnte, die Fangz√§hne w√§ren ein Phallusersatz. Auch von der optisch ansprechenden Seite pr√§sentiert sich "Andy Warhol's Dracula" √§u√üerst √ľberzeugend. So erstrahlen die Dekors im authentischen sowie mitunter nihilistischen Licht. Abschlie√üend bleibt noch festzuhalten, dass die Symbiose aus Bram Stoker's Geschichte und 70er √Ąsthetik eine durchaus nette Erfahrung ist, bei der auch mal einflie√üende Elemente folgender Vampirfilme im Ged√§chtnis h√§ngen bleiben. Ein hervorragend aufgelegter Udo Kier steht sowieso au√üer Konkurrenz.
8/10


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