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Vikingdom - Schlacht um Midgard (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 25.02.2014, seitdem 677 Mal gelesen



793 Jahre vor Christus: Wikinger-Führer Eirick wird auserkoren, die drohende Vernichtung seines Clans abzuwenden! Der machthungrige Donnergott Thor ist nämlich auf der unerbittlichen Suche nach uralten mythischen Artefakten, mit denen er unaufhaltsam werden kann ... Und nur Eirick kann ihn stoppen! Ihm zur Seite stehen der Krieger Yang aus dem fernen Orient, die Schwertkämpferin Brynna und sein treuer Waffengefährte Sven! Werden sie gemeinsam Thor rechtzeitig vor der "Blut-Sonnenfinsternis" aufhalten können, die ihm dank der Artefakte eine unglaubliche Macht verleihen würde?


Wikingerfilme haben eine nicht zu unterschätzende Fan-Base und erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit, wobei vorliegendes Erstlingswerk von Yusry Abd Halim wohl in der Hauptsache die Geschmäcker spalten wird. Dabei wird es wohl weniger die wirklich interessante Geschichte, als vielmehr deren Umsetzung sein, die manchem ganz bestimmt nicht gefallen wird. Und so sollte man sich von Beginn an darüber im Klaren sein, das "Vikingdom" sicherlich nicht zu den ernsthaftesten Vertretern seiner Art zu zählen ist, denn die Ereignisse lassen doch einen gehörigen Trash-Anstrich erkennen. Dieser kommt aber wohl eher unbeabsichtigt zustande, merkt man doch während des Geschehens relativ deutlich, das der Regisseur an dieser Stelle durchaus ein ernsthaftes Szenario an den Start bringen wollte. Streckenweise ist ihm das auch gelungen und es präsentiert sich ein gelungener Mix aus Wikinger-Epos und Fantasyfilm, aber die Gestaltung des Ganzen ist dann doch an etlichen Stellen auch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Das fängt schon mit den vorhandenen CGI-Effekten an, die dem Film praktisch aus sämtlichen Poren strömen und die oft auch als richtig gelungen angesehen werden können. Fast im gleichen Atemzug offenbaren sich dann aber auch einige CGI's der übelsten Sorte, so das man nicht so wirklich nachvollziehen kann, warum in dieser Beziehung so dermaßen starke Schwankungen zu erkennen sind. In dieser Art und Weise gestaltet sich dann aber eigentlich auch das gesamte Werk, in dem sich die absolut hervorstechenden Passagen mit teilweise aufkommender Langatmigkeit abwechseln. Durch diese Unstimmigkeiten kann sich dann leider auch kein absolut stimmiges Gesamtbild ergeben, das mit etwas mehr Feingefühl aber durchaus möglich gewesen wäre. Die wohl größte Stärke der Geschichte liegt in den Kampfszenen, von denen der Zuschauer auch so einige geboten bekommt. Phasenweise fallen diese sogar recht blutig und derbe aus, wobei der Härtegrad jedoch zu keiner Zeit den üblichen Rahmen sprengt. In dieser Beziehung hat man sich allerdings wirklich nicht lumpen lassen, denn die entsprechenden Szenen sind reichlich vorhanden und Action-Fans dürften auf ihre Kosten kommen.

Ein generelles Manko ist dafür in der Darsteller-Riege fest zu machen, denn sämtliche Akteure agieren teils etwas ungelenk und hölzern, wobei bei diesem Punkt leider Hauptdarsteller Dominic Purcell besonders ins Auge fällt. Der gute Mann hat sichtlich nicht seinen besten Tag erwischt und erscheint in seiner Rolle manches Mal schon fast wie ein Fremdkörper. Rein optisch gesehen ist die Auswahl der Schauspieler dabei gar nicht einmal schlecht ausgefallen, denn so manch einem nimmt man durchaus den rauen Wikinger ab. Irgendwie deplaciert erscheint hingegen die Figur Yang (Jon Foo), der als kampfsport-erfahrener Ninja-Zwerg in der Welt der Nordmänner so gar keinen Sinn ergibt. Wie dem aber auch sei, mir persönlich hat "Vikingdom" erstaunlich gut gefallen, denn insbesondere einige der aufgezählten Defizite ergeben aus der Sicht des Trash-Liebhabers genau die richtige Substanz für äußerst kurzweilige Unterhaltung. Dabei kann man sich über die wahre Qualität des Werkes sicher streiten, doch in seiner Gesamtheit offenbart sich ein Szenario, an dem man seine helle Freude haben kann. Dafür muss man lediglich einmal über den ansonsten üblichen Tellerrand hinausschauen und eine Vorliebe für unfreiwillige Komik haben. Unter diesen Voraussetzungen funktioniert die Geschichte nämlich ausnehmend gut und auch wenn manche Abläufe schon ziemlich grotesk erscheinen, macht dieser Aspekt den besonderen Reiz von "Vikingdom" aus.

Viele Einstellungen kommen einem überzogen vor und bestimmt ist eine Menge davon der Unerfahrenheit eines Regisseurs zuzuschreiben, der so aber andererseits eine wahre Trash-Granate auf den Plan gerufen hat die jede Menge Spaß macht. Von einem wirklich ernst zu nehmenden Wikingerfilm ist das Werk natürlich weit entfernt, denn dafür erscheint allein schon die größtenteils künstliche Optik des Ganzen fehl am Platz. Dennoch hat Halim in meinen Augen eine ganze Menge richtig gemacht, auch wenn das Endergebnis ganz bestimmt nicht als unfreiwillig komische Chose angedacht war. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und konnte auch in etlichen Szenen ein Lächeln nur schwerlich unterdrücken, zudem sorgen auch streckenweise die Dialoge der Protagonisten für eine Menge Erheiterung. So ergibt sich im Endeffekt eine Geschichte die durchaus interessant daher kommt, durch ihre Umsetzung jedoch vielmehr die Lachmuskeln des Betrachters attackiert, als das man sie für ernst nehmen könnte. Von echten Cineasten wird dieser Film sicher gemieden werden, wohingegen Trash-Fans ein absolut sehenswertes Film-Erlebnis bevorsteht, das man nicht versäumen sollte.


Fazit:


Wer ein Wikinger-Epos im herkömmlichen Sinne sehen möchte sollte lieber zu den Klassikern greifen, denn "Vikingdom" ist nicht nur auf neu getrimmt, sondern beinhaltet auch so viel unfreiwillige Komik und eine Optik, die manchmal schon fast an eine Comic-Verfilmung erinnert. Jede Menge nicht immer sehenswerter CGI-Effekte und größtenteils steif agierende Darsteller runden dann ein wunderbares Film-Vergnügen ab, das sicherlich auch ein gutes Stück dem Trash zuzuordnen ist.


7/10 Trash-Granaten.


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