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12 Years a Slave (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 30.01.2014, seitdem 1051 Mal gelesen



"Mit Eigentum kann man machen, was man will."

Im Jahre 1841 lebt der afro-amerikanische Geigenspieler Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) als freier BĂŒrger mit seiner Frau und seinen Kindern im nördlichen US-Bundesstaat New York. Von zwei MĂ€nnern wird er fĂŒr gutes Geld nach Washington D.C. gelockt. Nach einer durchzechten Nacht wacht Northup an den Boden gekettet auf. MenschenhĂ€ndler bringen Northup nach New Orleans im SĂŒden, wo er von Plantagenbesitzer William Ford (Benedict Cumberbatch) gekauft wird. Um sein Leben als Sklave zu ertragen, bleibt Northup in gutem Einvernehmen mit Ford. Nach Übergriffen des Plantagenaufsehers kann Ford allerdings nicht mehr fĂŒr Northup's Sicherheit sorgen und ĂŒbergibt ihn an den Baumwollfarmer Edwin Epps (Michael Fassbender), der fĂŒr seine BrutalitĂ€t bekannt ist.

Bereits im Vorfeld wurde "12 Years a Slave" als großer Oscar-Kanditat fĂŒr das Jahr 2014 gehandelt. Und tatsĂ€chlich bettelt das auf wahren Begebenheiten beruhende Drama geradezu um Aufmerksamkeit und lobende Kritik. Allein die Rahmenhandlung um einen DunkelhĂ€utigen zu Zeiten der Sklaverei ist bereits optimal um Anspruch und Dramatik mit pathetischen Tönen einem Massenpublikum schmackhaft zu machen. Erstaunlicherweise ist die kompromisslose Anklage gegen die Sklaverei aber ĂŒberaus distanziert und nichtssagend.

EmotionalitĂ€t ist in "12 Years a Slave" durchweg gekĂŒnstelt, nicht zuletzt weil weder das Drehbuch noch das Ensemble imstande ist, sie wirklich entsprechend zu transferieren. Dramatisch ist die Handlung, das weiß man. Nur merkt man es eher selten.
Von der ErzĂ€hlweise erweist sich der Film besonders zu Beginn als gewöhnungsbedĂŒrftig, spĂ€ter hĂ€ufig als holprig. ZunĂ€chst sorgen die hĂ€ufigen ZeitsprĂŒnge fĂŒr Verwirrung. Wie ein Wurf ins kalte Wasser erscheint die Eingangssequenz, die durch sexuelle AktivitĂ€t des Protagonisten mit einer Sklavin befremdlich wirkt. Dies legt sich mit zunehmender Laufzeit, wo stattdessen sprunghafte Ort- und ZeitsprĂŒnge das ZeitgefĂŒhl völligst vernichten.

Ein GefĂŒhl fĂŒr Zeit existiert im Film nĂ€mlich nicht. WĂŒsste man es nicht besser, die Handlung könnte sich innerhalb von ein paar Jahren abspielen. Zwar versucht "12 Years a Slave" die Handlung authentisch aufzugreifen, viel davon, wie problematische Beziehung zwischen Northup und zahlreichen Nebenfiguren, gehen jedoch verloren. Stattdessen plĂ€tschert der Film vor sich hin, ist dabei nie wirklich schlecht, aber eben auch nie wirklich gut. Die Handlung des Films ist weniger interessant als die tatsĂ€chlichen Ereignisse.

Auch sind es eher die Nebenfiguren, die immer wieder in den Mittelpunkt geraten und sich besser entfalten als der Protagonist. Besonders die spĂ€ter in den Fokus rĂŒckende Sklavin Patsey wird zur Leitfigur des Leidens und Demonstrationsobjekt zahlreicher Erniedrigungen. Bei ihr wird besser ersichtlich, welche Wunden die Misshandlungen hinterlassen, wĂ€hrend Northup fremd und fern bleibt.

Chiwetel Ejiofor ("2012") ist nicht in der Lage, den Film zu halten. Er schaut ĂŒberwiegend mit immer dem gleichen Ausdruck in die Kamera. Wie es richtig wĂ€re zeigt ihm Lupita Nyong'o, die trotz der erheblich geringeren PrĂ€senz lĂ€nger im Kopf haften bleibt.
Edlen Support bieten besonders Benedict Cumberbatch ("Star Trek Into Darkness", "Sherlock") und Michael Fassbender ("Prometheus - Dunkle Zeichen", "Centurion"), sowie Brad Pitt ("World War Z", "Inglourious Basterds") in einer kleinen aber bedeutenden Nebenrolle.

Die Bilder funktionieren, die Ausstattung ebenfalls. Abseits dessen macht es sich "12 Years a Slave" ĂŒberall irgendwo schwer. Die Nebendarsteller machen eine bessere Figur als der Hauptdarsteller, emotional bleibt der Film stehts auf Distanz, langweilig wird er nie, richtig spannend aber auch nicht. HĂ€ufig stellt sich die Frage, weswegen die Geschichten um die Nebenfiguren interessanter erscheinen, als die des Protagonisten. Auch geht das Drama zu sicher, um niemanden zu verprellen. Zumindest bis auf eine Sequenz, die das Auspeitschen in ungeschönter Form zeigt. Knappe ...

4 / 10


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